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Automotive für die Passiven

Vorsichtig optimistisch


Fortsetzung des Artikels von Teil 2

..."problematisch sind Ad-hoc-Lieferungen"

In Summe bewertet Jean Quecke, Sales Director (IPE) Central Europe bei Future Electronics, das Verhalten der Kunden derzeit noch als eher abwartend. »Wir beobachten aber auch, dass die Automotive-Hersteller wieder Druck auf ihre Tier-Ones machen, wieder anzufahren und rechtzeitig zu disponieren.« Problematisch sind nach seiner Darstellung nach wie vor Ad-hoc-Lieferungen »durch die Limitierung der zur Verfügung stehenden Kapazitäten«.

Auch wenn sich die Lage langsam normalisiert, der Wunsch nach Verschiebungen und Stornierungen auf der Abnehmerseite zurückgegangen ist und es zum Teil sogar wieder zum Vorziehen von Lieferterminen kommt, warnt Joachim Pfülb, Vertriebsleiter bei der Beck Elektronik, vor einem abwartenden Planungs- und Orderverhalten: »In China laufen die Geschäfte inzwischen fast vollständig normal und die Nachfrage aus den verschiedenen Anwendungsbereichen ist extrem hoch. In der Folge steigen die Lieferzeiten für neue Bestellungen. Sobald sich unsere Läger in Europa abbauen, werden die neuen Liefertermine aus den Produktionsstätten der Hersteller durchschlagen, und das wird Folgen in Europa haben.«

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Falko Ladiges, WDI: »Bei Automotive-Kunden sehen wir viele Stornoanfragen. Medizinkunden benötigen dagegen alles so schnell wie möglich und machen entsprechend Druck.«
© WDI

Im Hinblick auf ihre Erwartungen für die zweite Jahreshälfte 2020 äußert die Mehrheit der Befragten die Hoffnung auf eine schrittweise Erholung der angespannten Lage in der Automotive-Branche. Dagegen scheint die Nachfrage nach Bauelementen und Systemen für Industrie-Anwendungen nach wie vor verhältnismäßig stabil zu sein, wie etwa Vissing versichert. Kemet-Manager Hammer weist darauf hin, dass der Boom der „Work at Home“-Applikationen im zweiten Halbjahr abflauen »und damit die Umsätze in Asien beeinflussen könnte«.

So positiv ein Wiederanlaufen der Produktion auf dem Vorkrisenniveau in der Automotive- und Automobilbranche auch wäre, so erwartet beispielsweise Lüthje einige Turbulenzen und Herausforderungen, »wenn die gesamte Liefer- und Logistikkette wieder hochläuft«. Eine Rückkehr auf das Vorjahresniveau schließt er für das zweite Halbjahr 2020 aus, »aber wir gehen von einer stetigen Normalisierung des Geschäfts von Quartal zu Quartal aus«.

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Peter Kokot, Avnet Abacus: »Wenn alles so weiter läuft und die Infektionszahlen stabil oder rückläufig sind, sehe ich in bestimmten Industriezweigen positive Zahlen für die zweite Jahreshälfte 2020.«
© Schukat

»Der Automobilsektor und der Maschinenbau sind von der Corona-Krise und ihren Auswirkungen nach wie vor stark betroffen«, so Gerfer. »Andere Branchen wie zum Beispiel Telekommunikation, also alles rund um digitale Infrastruktur und Anwendungen, sowie Umwelttechnik wachsen und werden überproportional auch nach der Krise zulegen. Wir sind aus diesem Grund vorsichtig optimistisch, was das zweite Halbjahr angeht, und hoffen auf eine langsame Erholung.«

»Wir gehen davon aus, dass wir ab Herbst wieder nahezu auf dem Niveau von letztem Jahr liegen werden«, gibt Sauer seine Einschätzung wieder. »Geplante Gewinne lassen sich aber schwer realisieren.« Roth geht für die zweite Jahreshälfte 2020 davon aus, »dass die Erholung auf einem Niveau zwischen dem Vorkrisenniveau und dem Tiefpunkt im Mai dieses Jahres erfolgen wird«.

Markt&Technik
Joachim Pfülb, Beck Elektronik: »Bei einem sprunghaft ansteigenden Absatz kann die Lieferkette reißen, da wir heute mit reduzierten Mengen planen und die Produktionen für Europa zurückgefahren wurde.«
© Markt&Technik

  1. Vorsichtig optimistisch
  2. ..."wir sind mit Verschiebungen konfrontiert"
  3. ..."problematisch sind Ad-hoc-Lieferungen"
  4. Branchenbaromter

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