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Automotive für die Passiven

Vorsichtig optimistisch


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

..."wir sind mit Verschiebungen konfrontiert"

»Stornierungen bereits platzierter Aufträge lassen wir nicht zu«, stellt dazu Dr. Arne Albertsen, Senior Sales Manager bei Jianghai Europe Electronic Components, fest. »Wir sind jedoch auch mit Verschiebungen konfrontiert, die sich im Bereich von einigen Wochen bis zu einigen Monaten bewegen.« Dr. Albertsen zählt bei dieser Recherche zu den ganz Wenigen, die angeben, »dass unser Umsatz im ersten Halbjahr 2020 nahezu auf Vorjahresniveau verlief«.

Aufseiten der Distribution sieht man für den Bereich passive Bauelemente bereits wieder einen positiven Trend. »Seit Mitte Juni stellen wir fest, dass Aufträge, die nach hinten verschoben wurden, nun wieder vorgezogen werden«, schildert beispielsweise Stefan Sutalo, Marketing Director Passive Components bei Rutronik, seine jüngsten Erfahrungen am Markt. Von einer Entspannung will er aber noch nicht reden, stellt sich die Situation für ihn in der Distribution doch aktuell so dar: »Die Hersteller wollen liefern, die Kunden jedoch verschieben. Das kann nicht funktionieren!«

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Dr. Arne Albertsen, Jianghai: »Wir sehen geringere Bedarfe bei Kunden, die den Maschinenbau mit Automatisierungs- und Steuerungstechnik beliefern, und bei Kunden aus der weißen Ware.«
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Michael Turbanisch, Yageo: »Bis zum Lockdown Mitte März lief der Absatz noch gut, April und Mai waren extrem niedrig und im Juni zeigte sich dann eine minimale Erholung.«
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Bei Schukat electronic sieht man aktuell vor allem noch den Lufttransport als kritisch an, da viele Unternehmen ihre Ware anstelle über den Seeweg nun per Luftfracht kommen lassen. Bei knappen Kapazitäten hat das steigende Preise zur Folge. Zur Frage nach der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte gibt man sich bei Schukat zurückhaltend: »Anfangs gab es noch Aussagen von vollen Auftragsbüchern bis Mai oder gar Ende 2020, es mag solche Kunden auch sicher noch geben. Wir rechnen für die zweite Jahreshälfte mit keinem dramatischen Einbruch, aber auch nicht mit Wachstum.«

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Jean Quecke, Future Electronics: »Falls keine zweite Corona-Welle und keine weiteren Lockdowns kommen, kann es ab September zu einem starken Anziehen der Bedarfe kommen.«
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»Industriekunden verhalten sich zumeist noch abwartend, sie wollen punktuell stornieren, weil die Überhänge im Lager nicht wie erwartet abgeflossen sind«, berichtet Falko Ladiges, Teamleader PEMCO bei WDI; »teilweise werden da Verschiebungen bis 2021 angefragt«. In die Extremen gehen nach den Worten von Ladiges Kunden aus dem Automotive-Bereich, »da gibt es viele Stornieranfragen«. Ins andere Extrem schlagen dagegen Medizinkunden aus: »Die benötigen alles so schnell wie möglich und machen entsprechend Druck.«

»Wenn es weiter so läuft und die Infektionszahlen stabil oder rückläufig sind, sehe ich in bestimmten Industriezweigen für die zweite Jahreshälfte positive Zahlen«, gibt Peter Kokot, Director Technical Marketing Central Europe bei Avnet Abacus, seine aktuelle Markteinschätzung wieder. Natürlich sei man auch bei Avnet Abacus mit dem Wunsch um Verschiebungen konfrontiert worden, »der Zeitrahmen für diese Wünsche lag primär zwischen drei und sechs Monaten«.


  1. Vorsichtig optimistisch
  2. ..."wir sind mit Verschiebungen konfrontiert"
  3. ..."problematisch sind Ad-hoc-Lieferungen"
  4. Branchenbaromter

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