Schwerpunkte

Markt für passive Bauelemente 2021

Es wird spürbar enger

27. März 2021, 10:24 Uhr   |  Engelbert Hopf

Es wird spürbar enger
© Vishay Intertechnology

Massive Bedarfssteigerungen, die partiell bereits in Allokationen übergehen: Der Markt für passive Bauelemente ist mit steigenden Lieferzeiten und Preisen ins Jahr 2021 gestartet. Entspannt sich die Situation im Halbleiterbereich, könnte das die Lage bei den Passiven sogar noch verschärfen.

Auch ohne dass sich ein Container-Frachtschiff im Suez-Kanal quer stellt und die Seefrachtroute von Asien über das Mittelmeer nach Europa lahm legt, hatten sich die Lieferzeiten für passive Bauelemente in den letzten Monaten deutlich gesteigert. Wie eine aktuelle Befragung im Rahmen des diesjährigen Forumsgesprächs zur Zukunft passiver Bauelemente zeigt, gehen führende Anbieter passiver Bauelemente auf dem deutschen Markt derzeit nicht davon aus, dass sich die Situation in den nächsten Wochen und Monaten spürbar entspannen wird. Vielmehr könnte sich die Situation noch weiter verschärfen, wenn es in einigen Monaten im Halbleiterbereich zu einer Entspannung der Liefersituation kommt, und  im Gefolge dessen der Bedarf an passiven Bauelemente, etwa im Automotive-Bereich, noch weiter nach oben schnellt.

Es wird spürbar enger

Markt&Technik
Markt&Technik
Markt&Technik

Alle Bilder anzeigen (14)

Ein Blick auf die am härtesten betroffenen Bauteile zeigt, dass es auch dieses Mal vor allem wieder um MLCCs, Widerstände und in einigen Fällen um Induktivitäten geht. Anders als in der Allokationssituation des Zeitraums 2017/18 schnellen nun aber auch die Lieferzeiten für frequenzgebende Bauteile nach oben. Probleme scheint es derzeit vor allem beim Versuch außerplanmäßiger Bestellungen zu geben. Da kann es schon einmal passieren, dass Lieferzeiten von 70 Wochen und mehr genannt werden. Verantwortlich für die aktuelle Marktsituation ist vor allem die rasche wirtschaftliche Erholung in Asien. Sie hat den Bauteilbedarf dort, nach den Produktionsreduzierungen bei den Lockdowns des letzten Frühjahrs, kontinuierlich nach oben gefahren. Die großen Treiber sind dabei Automotive, IoT, Digitalisierung und 5G.

Nach Auskunft vieler Distributoren und auch Hersteller wird derzeit weltweit mit sehr hoher Auslastung produziert. Weitere Produktionssteigerungen dürften auf die Schnelle kaum möglich sein - wenn, dann würden sie frühestens zum Jahresende 2021, Jahresbeginn 2022 wirksam werden. Doch die Produktionskapazität der Bauelemente stellt nicht das einzige Nadelöhr dar. Auch die Situation auf dem Rohstoffmarkt hat sich vor dem Hintergrund des enormen Bedarfsanstiegs in Richtung Lieferengpässe gedreht - mit entsprechenden Folgen für Lieferzeiten und Preise. Die Logistik-Probleme in der Lieferkette, Stichwort „Container-Krieg“, tragen einen weiteren Teil zur aktuellen Situation auf dem deutschen Bauelementemarkt bei.

Wie führende Vertreter der Branche die aktuelle Entwicklung im 1. Quartal 2021 beurteilen, und welche Erwartungen sie für den weiteren Jahresverlauf 2021 haben, können Sie den folgenden Statements entnehmen.

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Auf Linkedin teilen Via Mail teilen

Verwandte Artikel

Jianghai Europe Electronic Components GmbH, Würth Elektronik eiSos GmbH & Co. KG, YAGEO Europe BV, Arrow Central Europe GmbH, Avnet Abacus, Schukat electronic Vertriebs GmbH, Vishay Electronic GmbH, Beck GmbH & Co. Elektronik Bauelemente KG, FUTURE ELECTRONICS Deutschland GmbH, TTI, Inc., Taiyo Yuden Europe GmbH, Murata Power Solutions GmbH, Rutronik Elektronische Bauelemente GmbH, TDK Electronics Europe GmbH