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Passive Bauelemente

Wieder befreit vom Lagerballast


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Lieferzeiten immer noch abhängig vom Produkt

»Wir sind gespannt, wie und wie schnell sich der Markt erholt«, meint Oliver Konz, CEO von Würth Elektronik eiSos. Nach den Herausforderungen des Vorjahres werden nach seiner Einschätzung für die Marktentwicklung in diesem Jahr unter anderem auch weltpolitische Konstellationen verantwortlich sein, wie etwa die weitere Entwicklung des Handelsstreits zwischen den USA und China, der nach wie vor schwelende Brexit und die WHO-Blockade der USA.

Und wie sehen die Distributoren die mögliche Geschäftsentwicklung im Bereich passiver Bauelemente 2020? »Die von Trump, China und dem Thema Brexit hervorgerufenen Gegebenheiten haben den Maschinenbau und Automotive im letzten Jahr massiv beeinflusst und verunsichert«, stellt Jean Quecke, Sales Director (IPE) Central Europe bei Future Electronics, fest. »Power-Tools und Medizin haben dagegen ein sehr gutes Jahr hinter sich.« Für ihn deutet jedoch viel auf ein abermaliges Drehen des Marktes hin: »In den Gesprächen mit unseren Kunden sind die meisten auf Wachstumskurs.«

Auch wenn vielerorts von Entspannung gesprochen wird, so weisen nach Angaben von Elisabetta Bianchi, Director Product Management Passives EMEA bei Arrow Electronics, »MLCCs für die Automobilindustrie sowie größere Komponenten für den industriellen Einsatz und Geräte mit hoher Kapazität nach wie vor längere Lieferzeiten auf. Ältere Komponenten seien zudem weiterhin nur eingeschränkt verfügbar.

»Viele Branchen warten derzeit aktuelle weltpolitische Entscheidungen ab, um mögliche Investitionen auszuführen«, versichert auch Stefan Sutalo, Marketing Director Passive Components bei Rutronik. »Aktuell erwarten wir ein stabiles 2020, da sich die USA und China wieder aufeinander zubewegen.« Aber auch er warnt davor, »dass es ab Mitte des Jahres in Europa wieder zu einer Verknappung kommen wird, da für den 5G-Ausbau Produktionskapazitäten in Asien abgezogen werden.«

»Wir sehen aktuell wieder steigende Bookings für das 1. Quartal 2020«, berichtet Annette Landschoof, Produktmanager passive und elektromechanische Bauteile, Komponenten und Geräte bei Schukat electronic. Nach ihrer Erfahrung liegen die Lieferzeiten für passive Bauelemente Anfang 2020 mit Ausnahme der Induktivitäten wieder unter 20 Wochen. »Bei den Induktivitäten ist derzeit bei einigen Herstellern auch für 2020 keine Entspannung zu sehen.«

Auch Wolfgang Conzelmann, Senior Product Manager Passive Components bei Endrich Bauelemente, spricht von inzwischen wieder erreichten Standardlieferzeiten von 12 bis 20 Wochen für passive Bauelemente. »Das hängt aber nach wie vor vom Produkt ab«, schränkt er ein; »für einige Spezialprodukte liegen auch heute noch die Lieferzeiten bei etwa 30 Wochen«. Er verweist darauf, dass einige Hersteller bewusst die höheren Standardlieferzeiten bestehen lassen, »da sie bei ihrer Reduzierung einen negativen Einfluss auf den Auftragseingang befürchten«.

Vom Lieferengpass zum Preiskampf, auf diesen Nenner bringt abschließend Joachim Pfülb, Vice President Sales Components bei Beck Elektronik Bauelemente, die Marktentwicklung der letzten Monate. Zwar sei das Preisniveau für viele Produkte in japanischen Yen und US-Dollar inzwischen wieder auf dem Niveau der Jahre 2016/17, »aber bedingt durch den schwachen Wechselkurs Euro zu Dollar liegen die Preise heute höher als im Vorjahr«. An dieser Situation wird sich nach seiner Einschätzung erst etwas ändern, wenn der Euro-Wert wieder 1,30 US-Dollar erreicht.


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