Schwerpunkte

Trends und Highlights der CES

„Consumer Feeling“ quer durch alle Branchen

16. Januar 2020, 14:49 Uhr   |  Heinz Arnold


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Visionen fehlen nicht

Einen autonomen Prototypen stellte mit Valeo ein weiterer Zulieferer vor: Der elektrisch angetriebene Lieferdroide „eDeliver4U“ kann mit 12 km/h 17 Mahlzeiten pro Fahrt automatisch ausliefern.

Als „echter“ Automobilhersteller hat Daimler mit dem „Vision AVTR“ in Zusammenarbeit mit den Machern von Avatar auf der CES gezeigt, wie sich das Unternehmen aus Stuttgart die automobile Zukunft vorstellt. Der Schöpfer von Avatar, der Regisseur James Cameron, gab sich jedenfalls beeindruckt davon, was Daimler zusammen mit seiner Produktionsfirma Lightstorm entwickelt hat. Allerdings wird es eine Vision bleiben und kann nicht darüber hinwegtäuschen – ebenso wie die vielen anderen Präsentationen zum autonomen Fahren –, dass die Euphorie im vergangenen Jahr etwas gewichen ist: So schnell wie vorhergesagt werden Level 4 und 5 nicht kommen. Daimler rechnet damit, dass vollautonomes Fahren zuerst bei den LKWs Einzug halten wird.

Das Personal Air Vehicle von Hyundai
© Hyundai

Das Personal Air Vehicle von Hyundai

Gleich in die Luft geht Automobilhersteller Hyundai mit dem Personal Air Vehicle, kurz PAV: Bis zu vier Passagiere kann es über längere Strecken in urbanen Umgebungen befördern. Es ist Teil eines Gesamtsystems, das erst in Kombination mit einem „zweckgebundenen Fahrzeug“ (Purpose-Built Vehicle, kurz PBV), den schnellen Transport in der Stadt sichern soll: Längere Wege lassen sich fliegend zurücklegen, in speziellen Hubs steigen die PAV-Passagiere in ein autonom fahrendes Auto um.

Gerade das urbane Fliegen und die autonomen Autos zeigen, wie eng die Mobilitätskonzepte mit Smart Cities zusammenhängen. Kein Wunder, dass dieses Thema in Las Vegas boomte, was schon daran zu ersehen war, dass die Standfläche der Unternehmen, die im Smart-City-Sektor ausstellten, sich gegenüber 2019 um 70 Prozent vergrößert hat. Die Vision einer echten Smart City will Toyota in einer 700.000 m2 großen Zukunftsstadt umsetzen, die ab 2021 auf einem alten Fabrikgelände beim Mount Fuji errichtet wird. Die Energiebasis für die vollständig vernetzte Stadt werde laut Akio Toyota, CEO von Toyota, die eigene Brennstoffzellentechnik bilden.

Ebenfalls eng mit der Smart City verbunden ist der Dauerbrenner Smart Home. Federico Casalegno, Chief Design Innovation Officer von Samsungs Design Innovation Center, will das Smart Home zum „lebenden Organismus“ machen, »einer stark personalisierten Umgebung, zugeschnitten auf jeden von uns entsprechend unserer jeweiligen Bedürfnisse«. Ein Bildschirm werde nicht einfach ein Produkt sein, sondern das Fenster zur Welt. Hier könnte jeder sich sofort mit Freunden und Bekannten „treffen“, als ob sie sich im selben Raum befänden.

Da ist es zu Robotern nicht weit: Samsung sieht in den intelligenten Helferlein, die den Menschen in seinem Alltagsleben unterstützen, einen der großen Trends auf der diesjährigen CES. »Weil sie in permanentem Kontakt mit den Menschen stehen und auf unsere Bedürfnisse reagieren können, erlauben sie es den Menschen, sich auf das zu konzentrieren, auf das es wirklich ankommt«, sagte Kim HS Kim, President und CEO der Consumer Electronics Division von Samsung Electronics.

Und worauf kommt es an? Offensichtlich nicht nur auf Bequemlichkeit und personalisierte Umgebungen: Kaum ein Hersteller auf der CES, der nicht die Klimafreundlichkeit seiner Produkte pries. Weshalb sich auch eine Firma wie Impossible Foods auf der CES wohlfühlte: Das Unternehmen stellt Fleischersatz aus pflanzlichen Stoffen her und stellt auf der CES seine neuste Kreation „Impossible Pork“ vor. Das Ersatzfleisch ist umweltfreundlich, weil für die Produktion viel weniger Fläche beansprucht wird, als für die Aufzucht von Tieren notwendig wäre.

Womit sich der Kreis schließt: Der Smart-City-Bewohner kann sich guten Gewissens schnell mal einen Impossible-Pork-Burger bestellen, der über Lieferdrohnen in sein Smart Home kommt. Zum Essen trifft er sich virtuell mit Freunden, die auf den Bildschirm-Fenstern im Esszimmer erscheinen und die sich gerade im Flugtaxi oder im autonom fahrenden Auto aufhalten. An Visionen jedenfalls hat es in Las Vegas nicht gefehlt.

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