Gemeinsam entwickelte Software-Plattform

Mercedes-Benz evaluiert Alloy Kore von Vector und QNX

12. Januar 2026, 11:13 Uhr | Irina Hübner
© Vector Informatik

Vector und QNX haben Alloy Kore vorgestellt – eine gemeinsam entwickelte, Foundational Vehicle Software Platform. Die Lösung adressiert die steigende Komplexität moderner Automotive-Softwarearchitekturen und soll die Entwicklung von Software-Defined Vehicles (SDVs) vereinfachen und beschleunigen.

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Alloy Kore bietet eine robuste, skalierbare und sicherheitszertifizierte Softwarebasis, die es Automobilherstellern ermöglicht, Innovationen schneller und mit größerer Sicherheit auf den Markt zu bringen. Eine Early-Access-Version ist ab sofort über verschiedene Distributionen von Vector oder QNX verfügbar, sodass OEMs flexibel entscheiden können, wie sie die Lösung übernehmen und integrieren.

Alloy Kore: Ein strategischer Fortschritt

Die Integration von Basiskomponenten gehört seit Langem zu den größten Herausforderungen für Automobilhersteller, da sie Ressourcen von höherwertigen Softwareinnovationen bindet – zusätzlich erschwert durch die Komplexität der Integration und Optimierung dieser grundlegenden Elemente.

OEMs und die Branche fordern einen standardisierten Ansatz für Kernplattformsoftware von vertrauenswürdigen Zulieferern, der die hohen Anforderungen an funktionale Sicherheit und Cybersecurity für SDV-Software erfüllt und Risiken reduziert sowie die Entwicklungszeit beschleunigt und es Herstellern ermöglicht, sich auf differenzierende Kundenfunktionen zu konzentrieren. Alloy Kore bietet genau diese Lösung. 

Die Plattform wurde entwickelt, um Komplexität zu beherrschen, und kombiniert das sicherheitszertifizierte Betriebssystem und die Virtualisierungstechnologie von QNX mit der sicheren Middleware von Vector. Das Ergebnis ist eine leichte, skalierbare Grundlage zur Bereitstellung von Anwendungen über verschiedene Fahrzeugdomänen hinweg. Diese einheitliche Plattform reduziert Integrationsaufwände, beschleunigt die Entwicklung und gibt OEMs die Freiheit, ihre Engineering-Ressourcen auf Innovationen zu fokussieren, die das Fahrer- und Passagiererlebnis erheblich verbessern.

Early-Access-Dynamik und OEM-Adoption

Ausgewählte OEMs, darunter Mercedes-Benz, prüfen bereits die Integration von Alloy Kore in ihren nächsten SDV-Generationen. Sie nutzen die modulare Middleware und das sicherheitszertifizierte Betriebssystem, um zentralisierte Hochleistungssteuergeräte zu unterstützen und Over-the-Air-Updates über ganze Fahrzeugflotten hinweg zu ermöglichen. Dies unterstützt den Ansatz, Hardware- und Softwareentwicklungszyklen zu entkoppeln und die Markteinführungszeiten neuer digitaler Fahrzeugfunktionen zu verkürzen.

Smartere SDV-Entwicklung

»Die Komplexität der SDV-Entwicklung wächst exponentiell – aber die Lösung besteht nicht darin, mehr zu bauen, sondern smarter zu bauen«, betont John Wall, President, QNX. »Alloy Kore wurde entwickelt, um diese Herausforderung direkt anzugehen. Durch die Abstraktion der grundlegenden Komplexität ermöglichen wir OEMs, ihre technischen Talente auf Innovationen zu fokussieren, die ihre Marke wirklich definieren – von intelligenten Fahrerassistenzsystemen bis hin zu personalisierten In-Cabin-Erlebnissen. Diese Plattform ist mehr als ein technischer Meilenstein – sie ist ein strategischer Enabler für die nächste Generation der Mobilität.«

Im Rahmen des Early-Access-Programms können OEMs bereits mit Prototyping, Integration und Feedback beginnen, bevor die zertifizierte Version Ende 2026 erscheint. Diese wird die höchsten Anforderungen in funktionaler Sicherheit (bis ISO 26262 ASIL D) und Cybersicherheit (ISO/SAE 21434) erfüllen. QNX und Vector beabsichtigen außerdem, führende Pkw- und Nutzfahrzeug-OEMs sowie Brancheninitiativen wie Eclipse S-CORE und SOAFEE dabei zu unterstützen, Alloy Kore als Referenzarchitektur zu nutzen, um Innovation zu beschleunigen und Interoperabilität im automobilen Ökosystem sicherzustellen. Dieses Engagement spiegelt die gemeinsame Vision beider Unternehmen wider, offene Standards, Sicherheit und Leistung für die Mobilität der nächsten Generation voranzutreiben.

»Alloy Kore markiert einen entscheidenden Wendepunkt in der Art und Weise, wie OEMs die softwaredefinierte Zukunft angehen«, erklärt Matthias Traub, President & Managing Director bei Vector. »Anstatt mit jedem neuen Fahrzeugprogramm das Rad neu zu erfinden, steht Automobilhersteller nun eine skalierbare, modulare Plattform zur Verfügung, die Integrationsaufwände reduziert und schnellere Innovationszyklen ermöglicht. Wir haben Alloy Kore als einen Katalysator für Zusammenarbeit entwickelt – eine Plattform, die OEMs befähigt, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: intelligente, personalisierte und sichere Mobilitätserlebnisse. Die sehr positive Resonanz, die wir in ersten Gesprächen mit OEMs erfahren, sind ein starkes Signal dafür, dass die Branche bereit ist, über Legacy-Architekturen hinauszugehen und einen agileren, anwendungsorientierten Ansatz für Fahrzeugsoftware zu verfolgen.«

 


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