Nvidia soll Samsung Electronics schon bald die Freigabe für HBM4-Speicher erteilen, deren hohe Bandbreiten für die Zusammenarbeit mit den eigenen KI-Beschleunigern dringend benötigt werden. Das dürfte den Wettbewerb im HBM-Markt beleben.
Auf diesem Gebiet hatte Samsung den Anschluss an die beiden führenden Unternehmen SK Hynix verpasst, die im vergangenen Jahr auf einen Marktanteil von über 60 Prozent gekommen ist. Micron erreichte 2025 leicht über 20 Prozent und konnte damit Samsung überholen, deren Anteil auf 17 Prozent geschätzt wird.
Jetzt ist Samsung laut einer Meldung von Bloomberg offenbar dabei, Boden wieder gut zu machen: das Unternehmen befinde sich bei Nvidia in der finalen Qualifizierungsphase. An der Börse kam die Nachricht schon einmal gut an, der Börsenkurs von Samsung stieg um drei Prozent, während der von SK Hynix um 3 Prozent nachgab.
Samsung möchte den Übergang zur HBM4-Generation für seine Aufholjagd nutzen. Die Massenfertigung der HBM4-Speicher will Samsung laut Bloomberg bereits im kommenden Monat starten. Am Markt ist zu hören, dass Samsung schon in wenigen Wochen erste HBM4-Lieferungen sowohl an Nvidia als auch an AMD aufnehmen könnte. Zwar ist der genaue Zeitpunkt erster Auslieferungen noch offen, grundsätzlich gilt das Unternehmen jedoch als kurzfristig lieferfähig.
Derzeit profitieren alle drei der führenden Hersteller von HBM-Speichern stark vom anhaltenden KI-Boom. Der Umsatz mit HBM-Speichern war laut TrendForce 2024 um 200 Prozent gestiegen und soll sich 2025 noch einmal verdoppeln. Die hohe Nachfrage nach KI-Rechenleistung hat zu Lieferengpässen geführt, was die Aktienkurse der führenden Anbieter seit Herbst vergangenen Jahres um insgesamt rund 900 Mrd. Dollar steigen ließ.
Bisher hat Nvidia die HBM-Speicher für seine leistungsstärksten KI-Beschleuniger vor allem von SK Hynix bezogen. Es wird spannend sein zu sehen, ob die HBM-Speicher von Samsung demnächst auch mit der nächstem Prozessor-Plattform, die Nvidia auf den Namen »Vera Rubin« getauft hat, zusammenarbeiten werden.
Derzeit startet der Übergang von der HBM3E-Generation zur HBM4-Generation. Laut TrendForce erwartet SK Hynix, dass die HBM3-Generation auch 2026 noch dominieren und HBM4 auf einen Anteil von rund 30 Prozent kommen dürfte. Je mehr Marktanteile die HBM4-Generation gewinnt, umso mehr könnte Samsung seinen Anteil am HBM-Markt insgesamt ausbauen. Das Unternehme hat jedenfalls im September vergangenen Jahres den Bau seiner P5-Fabrik in Pyeongtaek wieder aufgenommen und will dort die Serienfertigung von HBM4-Speichern mit Hilfe des DRAM-Prozess der sechsten Generation auf der 10-nm-Ebene aufnehmen. Der Controller im HBM4-Stack wird mit Hilfe eines 4-nm-Logikprozesses gefertigt.