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Avnet Silica und der Automotive-Bereich

»Sensoren – ein stark wachsender Markt!«

04. April 2018, 11:55 Uhr   |  Iris Stroh

»Sensoren – ein stark wachsender Markt!«
© Avnet Silica

Thomas Foj, Avnet Silica: »Ab 2021 werden folgende Assistenzsysteme bei Neufahrzeugen in der EU Pflicht: Automatic Braking-System, Lane-Keeping-System, Intelligent Speed-Adaptation, Driver-Distraction-Monitoring und Event-Data-Recording. Das Gesetz soll im Mai von der EU verabschiedet werden. Das treibt den Sensormarkt gewaltig an.«

Ende letzten Jahres hat Avnet Silica seine Automotive-Aktivitäten mit einem dedizierten Automotive-Team verstärkt. Und nachdem Sensoren im Fahrzeug einen wichtigen Wachstumsmarkt darstellen, ist der Distributor auch hier aktiv.

Markt&Technik sprach mit Thomas Foj, Senior Manager Automotive Sales EMEA von Avnet Silica, über die wichtigsten Trends und Wachstumsbereiche im Sensorbereich.

Markt&Technik: Heute sind Fahrzeuge durchschnittlich mit rund 100 Sensoren ausgestattet; diese Anzahl soll sich bis 2023 verdoppeln. Was sind die wichtigsten Wachstumstreiber?

Thomas Foj: Eine entscheidende Rolle spielen in diesem Zusammenhang die einzelnen Levels des autonomen Fahrens. Level 4, sprich: das vollautomatisierte Fahren, soll sich bis 2025 am Markt etabliert haben. Die deutsche Gesetzgebung hat hierzu die ersten Anpassungen bereits verabschiedet und Level 4 für Testzwecke freigegeben. Dementsprechend stellen ADAS und Sensor-Fusion große Wachstumsbereiche dar.

Der Begriff Sensor-Fusion erfordert stets Technologien wie Radar, Lidar und kamerabasierte Systeme. Diese drei, in Verbindung mit der großen Anzahl an Sensoren, spiegeln das heutige und zukünftige Sensor Fusion wider. Lidar hat mittlerweile seinen Weg ins Fahrzeug gefunden. Wir arbeiten mit spezialisierten Kunden an Lösungen, mit denen Lidar für eine hochauflösende Umgebungserfassung für autonomes Fahren benutzt wird.

Aber auch im Interieurbereich werden verstärkt Sensoren eingesetzt, um beispielsweise biometrische Werte des Fahrers zu erfahren. Zukünftig wird der Puls des Fahrers über den Sitz während der Fahrt nachverfolgt und zusätzlich über kameraunterstützte Systeme oder 3D-Sensoren der Lidschlag kontrolliert. Beide Werte werden danach algorithmisch verglichen. Sollte der Fahrer kurz vor einem Sekundenschlaf sein, würde das Lenkrad vibrieren oder ein optisches Signal am Display oder Dashboard erscheinen. Dieser Ansatz wird bei höheren Automatisierungs-Levels dazu führen, dass das Auto in einer Notfallsituation eigenständig einen Bremsprozess einleitet und kontrolliert seitlich zum Stehen kommt.

Welche Sensortypen werden das stärkste Wachstum erfahren?

Der MEMS-Markt wächst im Automobilbereich seit Jahren stetig, das zeigt sich auch bei unseren Herstellern wie Rohm, STMicroelectronics oder Invensense/TDK, die technologisch sehr wertvolle Produkte anbieten.

Darüber hinaus wächst auch die 3D-Magnetsensorik stark. Diese Sensoren kommen in Applikationen wie in Kontroll- und Schaltelementen oder der Gangschaltung zum Einsatz. Außerdem sind Ultrasonic-Sensoren für Park- und Manöveraktivitäten entscheidend, weshalb wir in den nächsten Jahren auch in Mittelklassefahrzeugen mehr von dieser Technologie sehen werden.

Aber auch Positionssensoren wie beispielsweise Winkel- und Radgeschwindigkeitssensoren sind wichtig, denn sie erkennen die genaue Radgeschwindigkeit mit Ultra-Low-Speed-Fähigkeit und Richtungswechsel. In all den Bereichen spielen unsere Hersteller wie Infineon, NXP, On Semi, Allegro, Microchip oder Elmos eine wichtige Rolle.

Sensoren beeinflussen das Fahren positiv; dazu ein Beispiel: Sensoren messen bereits heute und in Zukunft noch stärker die Straßen und deren Eigenschaften. Sollte im Sommer beispielsweise ein Blow-up auf der Straße sein, so würden die Systeme dies erkennen und über 5G an eine zentrale Cloud, wie Here zum Beispiel, kommunizieren. Diese Cloud würde alle weiteren Straßenteilnehmer darüber informieren, dass in diesem Bereich ein Blow-up ist. Der Fahrer würde in diesem exemplarischen Fall über das Display informiert werden. Startend mit Level 4 würde das Fahrzeug diesen Sachverhalt eigenständig kontrollieren und bewerkstelligen – adaptive Dämpfungssysteme mit integrierten Sensoren messen, kontrollieren, kommunizieren und passen sich den anfallenden Situationen an.

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3. Rosige Zukunft?

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