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Avnet Silica und der Automotive-Bereich

»Sensoren – ein stark wachsender Markt!«


Fortsetzung des Artikels von Teil 2

Rosige Zukunft?

Gibt es vollkommen neue Anwendungsfelder für Sensoren?

Der Sensormarkt in der Automobilindustrie entwickelt sich seit Jahren rasant und wird das auch weiter machen. Das liegt zum einen an der Weiterentwicklung von sicherheitsrelevanten Systemen, zum anderen an der Vernetzung, also auch an der Möglichkeit, Daten aus dem Auto und der Umwelt aufzunehmen, zu verarbeiten und weiterzuleiten. Die Firma Here, welche von deutschen Premiumherstellern genutzt wird, führt auf dieser Basis bereits heute ein erfolgreiches Geschäftsmodell. Die Basis des Realtime-Indexes spielt hier eine entscheidende Rolle und in Zukunft wird dies durch V2V, V2I und 5G noch schneller und effizienter vonstattengehen, Daten zu erfassen, verarbeiten und bereitzustellen.

Darüber hinaus werden neben Druck-, Temperatur-, Füllstand-, Beschleunigungs-, Vibrations-, und Winkelsensoren in Zukunft 3D- oder Infrarotsensoren wichtiger. Letztere detektieren den Fahrer oder auch die Fahrinsassen und können deren Stressindex verifizieren und Gegenmaßnahmen wie beispielsweise Licht- oder Sitzhärteanpassungen durchführen. Der Bereich Komfort ist sehr entscheidend – so messen heute zahlreiche Sensoren in Premiumfahrzeugen die Luftqualität eines Ionisierungssystems. Besonders in Asien und speziell in China werden Fahrzeuge mit diesem Feature sehr oft mit zentralgesteuerten Düften ausgestattet.

Weitere Sensorentwicklungen gehen heute in Richtung Scheiben. So wird es zukünftig möglich sein, wie bereits aus der Luftfahrtindustrie bekannt die mechanische Sonnenblende zu eliminieren und einen Sensor in die Scheibe zu integrieren, der den Passagieren die Möglichkeit gibt, individuell die Scheibe abzudunkeln. Dieser Trend kann sogar so weit gehen, dass bei Level 5 die Frontscheibe als Zentralbildschirm benutzt wird, um Filme oder Video abzuspielen.

Gibt es noch weitere technologischen Trends, die im Fahrzeug derzeit sichtbar sind?

Spricht man heute mit renommierten Sensorherstellern, Tier-Ones und OEMs, so ist Wireless Sensing, was auch Smart Passive Sensoring genannt wird, immer stärker im Kommen. Der Grund hierfür liegt auf der Hand: Verdrahtung und Steckverbinder fallen weg und die Installation wird einfacher. Neben den traditionellen Applikationen wie TPMS, Ölstandmessung oder Sitzbelegungserkennungssystemen haben Automobilhersteller mittlerweile auch angefangen, den Verschleiß von Bremsbelägen und Bremsscheiben kabellos zu messen. Diese Technologie lässt sich auf viele weitere Systeme in einem Fahrzeug ausweiten, solange sichergestellt werden kann, dass die Vernetzung bei rauen Umgebungen gewährleistet ist.

Ein weiterer technologischer Trend, wenn auch noch in den Händen vom Fraunhofer IPA, ist die Sensormessung mit Hilfe von Oberflächen. Das Institut entwickelt den ersten integrierten Oberflächensensor, der kontinuierlich Daten abfängt und weiterleitet. Reifen, die mit dieser Technologie ausgestattet sind, könnten beispielsweise Informationen über eine Beschädigung der Reifen oder Karkassen weiterleiten. Der zeitliche Horizont dieser Technologie ist noch unbekannt, aber es finden bereits Gespräche mit OEMs und Tier-Ones statt.

Damit scheint die Zukunft aller, die mit Sensoren ihre Geschäfte machen, rosig zu sein, oder sehen Sie noch irgendwelche Hürden?

Man muss bei allem Optimismus beachten, dass all diese Systeme und Lösungen nur dann zum Tragen kommen, wenn die internationalen Gesetzgeber das über die Zeit zulassen. Auch wenn die Gesetze in Deutschland zu Testzwecken freigegeben wurden, muss in diesem Zusammenhang ein Blick nach China geworfen werden, wo für 2020 erst 30 Regularien für Level 3 und für 2025 über 100 Regularien für Level 4 vorgesehen sind. Glücklicherweise sind die europäischen und amerikanischen Regionen schneller.

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