Skeleton Technologies

»Unser Marktpotenzial ist extrem hoch«

25. März 2022, 14:25 Uhr | Engelbert Hopf
Madiberk_Taavi
Taavi Madiberk, Skeleton Technologies: »Unser Ziel ist es, durch die Automatisierung der Produktion im sächsischen Großröhrsdorf dort bis 2024 ein jährliches Produktionsvolumen von 12 Millionen Superkondensatoren zu erreichen.«
© Skeleton Technologies

Als Deep-Tech-Unternehmen vor zwölf Jahren gestartet, ist Skeleton Technologies inzwischen auf dem besten Wege zu einem europäischen Unicorn der Tech-Investoren.

Markt&Technik: Hätten Sie noch vor wenigen Jahren für möglich gehalten, dass ein Tech-Startup, dass sich mit passiven Bauelementen in Form von Ultrakondensatoren beschäftigt, bei Investoren zu einem Unicorn aufsteigen könnte?

Taavi Madiberk: Ich will sicher nicht arrogant klingen, aber das Marktpotenzial für das Produkt ist extrem hoch, und in unserer Branche ist der Einhorn-Status nicht so wichtig wie ein Meilenstein. Wir sehen Startups wie Northvolt mit einer Bewertung von 10 Milliarden oder den Marktführer CATL, der heute schon mit über 100 Milliarden Dollar bewertet wird und ebenfalls ein relativ junges Unternehmen ist. Wir sind also zuversichtlich, dass wir weitere Decacorns und Centicorns im Bereich der Batterietechnologie sehen werden.

Skeleton aufzubauen war ein langer Weg, der vor zwölf Jahren begann. Aber die Entwicklung von Deep-Tech-Unternehmen braucht immer Zeit, vor allem wenn man eine eigene bahnbrechende Technologie hat, die relativ unbekannt ist. Aber auch wenn der Weg nicht immer geradlinig verlief, wussten wir doch immer, dass unser patentiertes gebogenes Graphenmaterial ein revolutionäres Potenzial für den Energiespeichersektor hat. Jetzt, da wir eine große kommerzielle Zugkraft erreicht haben, ernten wir die Früchte dieser harten Arbeit.

Finanzbewertungen sind aus meiner Sicht letztlich zweitrangig; wichtiger ist die Auswirkung, die wir in Bezug auf Energieeinsparungen und die Senkung von Kohlenstoffemissionen im Netz-, Automobil-, Transport- und Industriesektor haben.

Seit der Gründung von Skeleton Technologies sind rund 200 Millionen Euro in das Unternehmen geflossen. Wie lange, glauben Sie, wird Ihr Unternehmen noch auf die Finanzierung durch Investoren angewiesen sein?

Bei der allgemeinen Dynamik in der Batterieindustrie sind große Investitionen in Forschung und Entwicklung, Produktionskapazitäten und Scale-up erforderlich. Wir sind heute schon stark, wenn es um die Wirtschaftlichkeit des Produkts geht. Derzeit bauen wir die notwendige Infrastruktur auf, sowohl in Bezug auf die Ausrüstung als auch auf die Organisation, um weiterhin extrem hohe Wachstumsraten zu erzielen. Wir setzen unsere Strategie um, die von unseren Investoren bestätigt wurde und einen klaren Weg in Richtung Profitabilität vorsieht.

Welche Umsatzentwicklung hatten Sie für das laufende Geschäftsjahr erwartet?Müssen Sie diese Erwartungen vor dem Hintergrund des anhaltenden Krieges in der Ukraine und der vom Westen gegen Russland verhängten Sanktionen anpassen?

Für das laufende Geschäftsjahr erwarten wir die Fortsetzung des rasanten Wachstums, das das erste Quartal bereits bewiesen hat. Unsere Hauptkunden befinden sich in Westeuropa und in den USA, und wir haben mehr Aufträge als Produktionskapazitäten, weshalb wir diese Kapazitäten ausbauen. Diese Erwartungen haben sich durch den Einmarsch Russlands in die Ukraine nicht geändert. Aus Sicht der Lieferkette hat die allgemeine Situation jedoch Auswirkungen auf die Rohstoffpreise.

Sie sprachen vor Kurzem von Aufträgen im Wert von 1,3 Milliarden Euro, die Skeleton erhalten könnte. Was ist der Zeithorizont dieser Aufträge?

Diese hohen Zahlen sind vor allem auf unsere Vereinbarungen mit Automobilherstellern zurückzuführen. In diesem Sektor sprechen wir über langfristige Projekte, die sich in den kommenden Jahren in Einnahmen niederschlagen werden.

Wie verteilen sich Ihre Umsätze derzeit auf die Vertriebsregionen Europa, Nordamerika, Asien? Wie wichtig ist der deutsche Markt in Europa für Sie?

Nordamerika und Europa sind derzeit unsere Hauptabsatzregionen. Asien wächst schnell, vor allem seit wir ein offizielles Partnerschaftsabkommen mit dem japanischen Mischkonzern Marubeni unterzeichnet haben, der nun unser offizieller Vertriebspartner in dieser Region ist. Speziell für den Automobilsektor ist der deutsche Markt für uns natürlich äußerst wichtig. So arbeiten wir neben anderen Kunden zum Beispiel bereits mit einem führenden deutschen Automobilhersteller zusammen.

Wie verteilt sich Ihr Umsatz auf die Zielmärkte Auto, Grid, Industrie und Transport?

elcher dieser Zielsektoren wies zuletzt die höchsten Wachstumsraten auf?
Für uns sind die Märkte Industrie und Transport die Haupttreiber unseres Umsatzes, wobei auch das Grid-Segment sehr schnell wächst. Bis 2025 erwarten wir, dass das Netz- und das Automobilsegment unsere Haupteinnahmequellen sein werden.

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