Hilfe für die Ukraine

Klare Symbolik, handfeste Hilfe

21. März 2022, 14:34 Uhr | Engelbert Hopf
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Auf vielfältige Art und Weise reagieren Unternehmen, Verbände und einzelne Mitarbeiter von Elektronikunternehmen auf den Überfall Russlands auf die Ukraine und helfen sowohl den Menschen in der Ukraine, als auch der großen Zahl an Kriegsflüchtlingen.

Auf das durch den russischen Angriffskrieg verursachte Leid der Menschen in der Ukraine reagieren Einzelpersonen, Unternehmen und Verbände aus dem Elektronikbereich in unterschiedlicher Weise. Das Spektrum reicht dabei von symbolischen Taten über Logistik-Support bis zu robuster Unterstützung der ukrainischen Verteidigungsfähigkeit und der Aufnahme von Flüchtlingen aus den umkämpften und unter Beschuss stehenden Gebieten der Ukraine.

»Wenige tausend Kilometer von Deutschland entfernt gibt es Zerstörungen, Tote und Leid, wie es in Europa nicht mehr vorstellbar schien«, erläutert Christopher Mennekes, geschäftsführender Gesellschafter des Sauerländer Steckverbinderspezialisten Mennekes, die Reaktion seines Unternehmens. »Der abscheuliche Krieg macht uns gleichermaßen betroffen und sprachlos; mit unserer Spende in Höhe von 100.000 Euro an das ‚Bündnis Entwicklung hilft’ und die ‚Aktion Deutschland hilft’ können wir hoffentlich einen kleinen Hilfsbeitrag zur Unterstützung der notleidenden Menschen leisten.«

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Reinhold Würth wird am 20. April 2020 85 Jahre alt
Prof. Dr. h.c. mult. Reinhold Würth, Würth-Gruppe: »Im Rahmen der Würth-Gruppe haben wir beschlossen, 1 Million Euro zur schnellen Hilfe zur Verfügung zu stellen.«
© Marijan Murat/dpa

Als sichtbares Zeichen der Anteilnahme und der Solidarität mit der Ukraine sind die Standorte des Unternehmens seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine in den ukrainischen Farben beflaggt. Zudem erstrahlt seit Kurzem täglich ab Einbruch der Dunkelheit ein Gebäude am Unternehmenshauptsitz in Kirchhundem in den ukrainischen Nationalfarben Blau und Gelb.

»Die Situation in der Ukraine bewegt mich zutiefst und bereitet mir große Sorgen. Unsere Gedanken sind bei unseren Beschäftigten und deren Familien sowie allen Menschen, die sich vor dem Krieg in Sicherheit bringen. Ich spüre im Unternehmen große Solidarität mit den Betroffenen, wir werden sie mit allen uns möglichen Mitteln unterstützen«, so Prof. Dr. h.c. mult. Reinhold Würth, Vorsitzender des Stiftungsrates der Würth-Gruppe. Zusammen mit Bettina Würth, Vorsitzende des Beirats der Würth-Gruppe, sowie den Führungsgremien der Würth-Gruppe sei deshalb beschlossen worden, 1 Million Euro zur schnellen Hilfe zur Verfügung zu stellen. Zudem sammelt das Unternehmen Sachspenden.

Kasten-Bier von Recom
Karsten Bier, Recom: »Wir haben seit Beginn des russischen Angriffskrieges vier Familien unseres ukrainischen Distributors mit insgesamt 15 Personen aufgenommen und auf verschiedene Wohnungen in Gmunden verteilt.«
© Recom

Auch Branchenverbände wie der ZVEI reihen sich in die Hilfs- und Unterstützungsmaßnahmen ein. »Für den Augenblick ist es am wichtigsten, sich mit der Ukraine und seinen Menschen solidarisch zu zeigen«, versichert ZVEI-Präsident Dr. Gunther Kegel; »der ZVEI stimmt sich hierzu eng mit seinen zentral- und osteuropäischen Partnern ab und übernimmt wichtige Koordinierungsaufgaben«. Dr. Kegel zeigt sich überwältigt von der breiten Hilfsbereitschaft: »Viele unserer Mitgliedsunternehmen engagieren sich mit Geldspenden und Sachleistungen und tragen so dazu bei, die Not zu lindern.«

Auch das estländisch-deutsche Technologie-Startup Skeleton Technologies hat in den letzten Wochen teils direkt, teils über Initiativen seiner Mitarbeiter die Menschen in der Ukraine unterstützt. So spendete Skeleton ukrainischen Vereinigungen 40.000 Euro. Der Erstinvestor in das Unternehmen hat nach Angaben von Arnaud Casteignet, Head of Communications and Policy bei Skeleton Technologies, 1 Million Euro für die Ukraine gespendet.

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Christopher Mennekes, Mennekes Elektrotechnik: »Mit unserer Spende hoffen wir, einen kleinen Hilfsbeitrag zur Unterstützung der notleidenden Menschen zu leisten.«  
© Mennekes

»Wir haben mehrere ukrainische Mitarbeiter, die in Estland arbeiten, und wir haben ihnen und ihren Familien volle finanzielle Unterstützung für den Umzug oder andere notwendige Schritte angeboten«, so Casteignet, der selbst mit einer Ukrainerin verheiratet ist. Zudem hätten mehrere Mitarbeiter Initiativen zur Unterstützung der Ukraine ins Leben gerufen, »und wir unterstützen diese nachdrücklich«. So wurden beispielsweise kugelsichere Westen für die Kiewer Verteidigungskräfte beschafft und verschickt. Gemeinsam mit der ukrainischen Botschaft in Frankreich wurde eine Website eingerichtet, um Listen von Organisationen zu sammeln, die Spenden benötigen, und um ukrainischen Flüchtlingen in Frankreich zu helfen, Gastgeber zu finden. Casteignet selbst betätigt sich zudem als Mentor für Ukrainer, die in Estland ankommen und sich um einen Arbeitsplatz bewerben.

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Arnaud Casteignet, Skeleton Technologies: »Im Rahmen der Initiativen, die unsere Mitarbeiter in Estland ins Leben gerufen haben, wurden unter anderem auch kugelsichere Westen für die Kiewer Verteidigungskräfte beschafft und verschickt.«
© EAS

Den Weg direkter Hilfe für Partner in der Ukraine ist Karsten Bier, CEO von Recom Power, gegangen. Seit Beginn des Krieges und der einsetzenden Flucht aus der Ukraine hat Recom inzwischen vier Familien mit insgesamt 15 Menschen im österreichischen Gmunden aufgenommen. Bei den Geflüchteten handelt es sich, wie Bier erläutert, »um Angehörige unseres Vertriebspartners in der Ukraine, VD Mais aus Kiew«. Sechs Personen wurden in einer Dienstwohnung am Firmenhauptsitz untergebracht, drei andere Familien in drei Wohnung in Gmunden. Auf die Frage, warum er sich in dieser Form engagiert, gibt Bier eine einfache Antwort: »Weil wir helfen müssen!« 


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