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1,3 Milliarden Dollar für InvenSense

TDK katapultiert sich in die MEMS-Top-10


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Schritt in Richtung Automotive

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Behrooz Abdi, InvenSense: »TDK hat verstanden, dass der Wert von InvenSense in der Kombination unserer Software- und Sensorplattformen liegt. Mit TDK eröffnen sich uns neue Perspektiven im Bereich Entwicklung und Distribution.«
© InvenSense

TDK dürfte, wie Behrooz Abdi, CEO und President von InvenSense, erklärte, das Unternehmen aber nicht nur wegen seiner führenden MEMS-Produkte für den Consumer- und Mobile-Bereich übernommen haben, sondern auch wegen seiner im eigenen Hause entwickelten Software und Algorithmen, die im Zusammenspiel mit den MEMS-Bausteinen entscheidend zum Wachstum des Unternehmens beigetragen haben. Die starke Position von InvenSense im Softwarebereich vereinfacht die Entwicklung von Sensor-Fusion- und anderen höherwertigen MEMS- und Sensorlösungen. Eines der Probleme von InvenSense, das sich u.a. im rückläufigen Umsatz des vierten Quartales im Vergleich zum vorausgegangen und dem Vorjahresquartal zeigt, dürfte darin liegen, dass Bewegungssensoren laut IHS Markit 2013 de Scheitelpunkt ihrer Umsatzentwicklung überschritten haben. Vor diesem Hintergrund erwartet Jérémie Bouchaud, Director und Senior Principal Analyst für MEMS und Sensors bei IHS Markit für den Bereich Bewegungssensoren 2017 einen weiteren Umsatzrückgang um 6%.

Hoffnungsträger Ultraschall-basierte Fingerprint-Sensoren
 
Als Hoffnungsträger gilt bei InvenSense eine neue, nicht MEMS-basierte Sensortechnologie. Bislang, so Bouchaud, basieren alle am Markt erhältlichen Fingerprint-Sensoren auf kapazitiven Prinzipien. InvenSense dagegen hat einen auf Ultraschall basierenden Sensor entwickelt. Er erlaubt es, bei der Überprüfung des Fingerprints in tiefere Schichten der Haut vorzudringen. Das sorgt bei der Überprüfung und Authentifizierung für ein höheres Maß an Sicherheit und wird vor allem vom Anwendungsbereich Mobile Payment gefordert. Aber auch die Akquisition durch TDK könnte InvenSense in Zukunft helfen, wieder wettbewerbsfähiger im Bereich Consumer und Mobiles aufzutreten. Wie Ishiguro ausführte, könnte in Zukunft die Zusammenarbeit mit dem Anfang 2016 gegründeten TDK-Qualcomm Joint Venture RF360 die Präsenz von InvenSense vor allem in der Informations- und Kommunikationstechnologie sowie IoT-Technik stärken.

Einen entscheidenden Schritt stellt die Übernahme für InvenSense sicher auch im Bereich Automotive dar. Diesem Bereich hatte sich das Unternehmen erst im November 2016 durch eine Kooperation mit Panasonic zugewandt. Für Panasonic entwickelte InvenSense MEMS-basierte Lösungen für Überschlagdetektion und ESC-Lösungen. Durch die starke Stellung von Epcos auf dem europäischen Automotive-Markt dürften sich hier für InvenSense im Rahmen der TDK-Gruppe ganz neue Möglichkeiten auftun. Das gilt wohl auch für ein mögliches Zusammenspiel mit Kfz-Sensorlösungen von Micronas (von TDK Anfang 2016 übernommen). Wie wichtig das Automotive-Geschäft für TDK geworden ist, zeigt sich daran, dass der Umsatzanteil von 5% im Jahr 2009 auf inzwischen 16,7% (2016) gestiegen ist.

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»Die Konjunkturabkühlung in China wirkt sich auf fast alle MEMS-Anwendungsbereiche aus, trotzdem erwarten wir für die nächsten Jahre ein Markt- wachstum um 7,6%.«
Jérémie Bouchaud, IHS Markit: »TDK erweitert mit der Akquisition sein MEMS- und Sensor-Portfolio und offeriert nun ein breites Angebot sowohl für den Consumer- und Mobile- als auch für den Automotive- und Industrieelektronikbereich.«
© IHS Technologies

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