Eine Enabler-Technologie par excellence!

LOPEC: Fachmesse für gedruckte Elektronik vom 24.- 26.02. 2026

23. Februar 2026, 15:00 Uhr | Engelbert Hopf
Dünn, flexibel, leicht, nachhaltig und trotzdem robust – die Vorteile der gedruckten und organischen Elektronik finden in immer mehr Anwendungsbereichen Verwendung.
© Messe München

Dünn, flexibel, nachhaltig und trotzdem robust – das sind die entscheidenden Vorteile der gedruckten und organischen Elektronik, die in immer mehr Anwendungsbereichen ihre Vorteile ausspielen. Einen Überblick über die Entwicklungen und Trends der Branche liefert einmal mehr die LOPEC in München.

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Seit 17 Jahren bietet die LOPEC in München – als weltweit führende Fachmesse mit begleitendem Kongress für flexible, organische und gedruckte Elektronik – ihren Besuchern einen fundierten Ein- und Überblick in alle aktuellen technischen Entwicklungen und Trends der Branche. So zeigen auch dieses Mal mehr als 160 internationale Aussteller in den Räumlichkeiten der Messe München neue Materialien, Fertigungstechnologien und konkrete Anwendungen und machen auf diese Weise die Vielfalt der gedruckten Elektronik erlebbar.

»Gedruckte Elektronik eröffnet vielfältige neue Chancen für zahlreiche Branchen«, erläutert Wolfgang Mildner, General Chair der LOPEC und CEO des deutschen Beratungs- und Technologieunternehmens MSWtech den besonderen Reiz dieser Enabler-Technologie. Dieser Reiz spiegelt sich unter anderem in der starken Beteiligung von Start-ups wider: Allein sechs Start-ups stellen in diesem Jahr auf der LOPEC aus. Darüber hinaus nahmen mit 15 Teilnehmern so viele junge Unternehmen wie nie zuvor an der LOPEC Startup Competition teil.

In Zeiten, in denen Nachhaltigkeit immer mehr zum Erfolgsfaktor wird, erkennen immer mehr Branchen, wie zum Beispiel die Automobilindustrie, die Unterhaltungselektronik und die Medizintechnik, die Vorteile der gedruckten Elektronik. Ihre dünnen, leichten und flexiblen Komponenten erfüllen Nachhaltigkeitskriterien und lassen sich in vielfältige Produkte integrieren.

So sind im Innovation Showcase der LOPEC 2026 unter anderem eine energieautarke TV-Fernbedienung von Google zu sehen, die mit gedruckten Indoor-Solarzellen des Messeausstellers Epishine ausgestattet ist. Der deutsche Automobilzulieferer Marquardt wiederum kooperiert mit dem US-Unternehmen E Ink, dem Erfinder der elektronischen Tinte für E-Reader. In München stellen beide Verkleidungen für den Fahrzeuginnenraum vor, die sich per Knopfdruck in Farbe und Muster – je nach Stimmung und Geschmack des Insassen – ändern lassen.

Dünn, flexibel, leicht, nachhaltig und trotzdem robust – die Vorteile der gedruckten und organischen Elektronik finden in immer mehr Anwendungsbereichen Verwendung.
Gedruckte Elektronik für ein smartes Leben. Von Sport- und Wellness-Anwendungen bis hin zu medizinischen Behandlungen in Form von tragbaren Manschetten mit integrierter Rotlichttherapie reichen die gezeigten Anwendungen auf der LOPEC im Bereich Smart Living.
© Messe München

Auch aktuelle Themen wie etwa die Herausforderungen in den Sektoren Verteidigung, Luft- und Raumfahrt werden auf der Veranstaltung aufgegriffen. So widmen sich Experten im Rahmen des LOPEC-Roundtable am 25. Februar um 15 Uhr unter dem Titel »Aerospace and Defense – What Role for Flexible and Printed Technologies?” den Fragen, wie die gedruckte Elektronik die hohen Ansprüche dieser Industriezweige erfüllen kann und welche Möglichkeiten sich daraus für die Einbettung von gedruckten Sensoren und intelligenten Systemen ergeben.

Neu im Kongressprogramm der LOPEC sind die »Business Insights« zu zukunftsträchtigen Geschäftsmodellen am 24. Februar um 15.40 Uhr sowie der Poster Pitch am 25. Februar, dem ersten Messetag, um 16.30 Uhr mit Kurzvorträgen zu den Höhepunkten der Poster-Session. Zu sehen ist dort unter anderem ein Beitrag zu »Kirigami Electronics«, das flache gedruckte Elektronik durch Schneiden und Falten in 3D-Systeme verwandelt.

Kein Zweifel kann daran bestehen, dass sich gedruckte Elektronik in der Automobilindustrie oder ganz allgemein im Mobilitätssektor in den letzten Jahren zu einem immer wichtigeren Innovationstreiber entwickelt hat. Ob Batteriemanagement, neue Displaykonzepte, individuelle Fahrzeugdesigns oder energiesparende Leuchten. »Gedruckte Elektronik stärkt die Innovationskraft der gesamten Mobilitätsbranche«, so Armin Wittmann, Exhibition Director der LOPEC, »mit unserer Veranstaltung bieten wir nicht nur auf der Messefläche zukunftsweisende Lösungen, sondern adressieren mit unseren Kongress- und Anwender-Sessions gezielt die Bedürfnisse der Industrie«.

So setzt etwa Aumovio, ein Spinn-off des deutschen Automobilzulieferers Continental, bei Displays auf flexible organische Leuchtdioden (OLEDs). Wie das Unternehmen in einer Keynote auf dem LOPEC-Kongress erläutert, überzeugen OLED-Displays mit einer exzellenten Bildqualität und einem verringerten CO2-Fußabdruck. Dazu tragen auch optimierte Klebematerialien bei. Sie halten die OLED-Displays zusammen, verbessern den Umgebungskontrast und reduzieren interne Reflexionen. Darüber hinaus erleichtern sie Reparaturen und Recycling.

Zum Thema nachhaltige Klebetechniken informiert auch der Aussteller Tesa. Das Unternehmen entwickelt Debonding-on-Demand-Klebebänder für Displays , E-Auto-Batterien und viele andere Anwendungen, die sich bei Bedarf – etwa unter dem Einfluss von Hitze, Strom oder Laserlicht – lösen. Zentraler Vorteil: Verbundbauteile können so kontrolliert in ihre einzelnen Bestandteile zerlegt werden. Da diese aus demselben Werkstoff bestehen, lassen sie sich deutlich einfacher recyceln, ein wichtiger Schritt hin zu ressourcenschonenden und kreislauffähigen Produkten.

»Neue Werkstoffe spielen bei gedruckter Elektronik eine Schlüsselrolle«, so Wittmann, »daher freuen wir uns, dass Materialhersteller aus aller Welt ihre Neuheiten auf der LOPEC vorstellen«. In München werden dazu sowohl Branchengrößen wie etwa Celanese, Covestro, Elantas, Henkel, Heraeus und Sun Chemical als auch kleinere, spezialisierte Unternehmen vertreten sein. So zeigt etwa das finnische Unternehmen Canatu auf dem LOPEC-Kongress Elektronik aus Kohlenstoff-Nanoröhren (CNT). Gedruckte CNT-Touchsensoren können beispielsweise im Autocockpit Knöpfe und Schalter ersetzen und so mehr Designfreiheit bieten.

Aber es ist nicht nur die Mobilitätsbranche, die bei der Realisierung von Projekten immer stärker auf die gedruckte Elektronik zurückgreift. Unter dem Fokusthema »Smart Living« präsentieren auf der LOPEC auch zahlreiche Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus aller Welt intelligente Produkte, die unser Leben in Zukunft sicherer, komfortabler und nachhaltiger gestalten werden.

Ob Rauchmelder, Personenzähler oder Sensoren zur Messung von Luftfeuchtigkeit und Temperatur – smarte Gebäudetechnik benötigt Energie. Dafür hat unter anderem der Aussteller Dracula Technologies aus Frankreich gedruckte Solarzellen entwickelt, die so effizient arbeiten, dass bereits kleine Paneele unter normaler Raumbeleuchtung genug Strom erzeugen, um beispielsweise eine drahtlose Webcam zu betreiben. Die ultradünnen, flexiblen Zellen lassen sich nahtlos in jedes Design integrieren und nutzen sowohl natürliches, als auch künstliches Licht. Damit sind sie ideal für den Einsatz in Innenräumen geeignet.

»Smart Living« bedeutet auch zahlreiche Anwendungen für den Gesundheitssektor. So misst beispielsweise ein Sensorsystem für Schuhe des luxemburgischen Herstellers IEE, wie sich der Druck beim Gehen, Laufen oder Springen auf die Sohle verteilt. Diese Daten werden in Echtzeit an ein Smartphone oder ein anderes Endgerät übertragen. Eine Lösung, die nicht nur Sportler beim Training unterstützt, sondern auch Personen mit unsicherem Gang bei der Gleichgewichtskontrolle hilft sowie Diabetikern dabei, Geschwüren am Fuß vorzubeugen.

Ein weiteres Highlight auf der Messe ist das Sensor-Pflaster für Schwangere am Stand des schwedischen Herstellers Beneli. Auf den Bauch der Frau geklebt, überwacht es Wehen sowie das Wohlbefinden und die Herzfrequenz des Ungeborenen. Wie sich Wundauflagen mit Sensoren ausstatten lassen, die Temperatur, Feuchtigkeit und andere Parameter einer Wunde aus der Ferne kontrollierbar machen, zeigt das niederländische Forschungsinstitut Holst Centre. Mit Hilfe dieser smarten Wundauflagen können Ärzte den Heilungsprozess ohne ständige Verbandswechsel verfolgen und eine Infektion frühzeitig erkennen.

Es ist aber nicht nur die Tatsache, dass die speziellen Eigenschaften der gedruckten und organischen Elektronik in immer mehr Anwendungsbereichen zum Einsatz kommen – gedruckte Leiterbahnen, Schaltkreise und andere Komponenten treiben auch ganz allgemein die weitere Miniaturisierung von Elektronikanwendungen voran. Wie sich das auch in Gadgets ausdrückt, zeigt beispielsweise der taiwanesische Aussteller ABeetle auf der LOPEC: Er hat einen künstlichen Fingernagel für die Nagelmodellage auf den Markt gebracht, der per App Farbe und Design ändert.

»Mit gedruckter Elektronik lassen sich spektakuläre Ideen umsetzen, denn die Komponenten sind hauchdünn, leicht, flexibel und zuverlässig«, versichert Dr. Klaus Hecker, Geschäftsführer der OE-A, »die Branche beschränkt sich längst nicht mehr auf Konzepte und einzelne Prototypen«. »Auf der LOPEC«, so sein Fazit, »sehen wir zahlreiche Produkte und Technologien für den Massenmarkt – vom Auto über das Gebäude bis hin zur Medizintechnik«.

Wer einen Einblick in die Fähigkeiten der Herstellung gedruckter und organischer Elektronik erhalten möchte, dem bietet die LOPEC auch dazu die Möglichkeit. So ist am Stand des slowenischen Anlagenherstellers INO eine industrielle Siebdruckmaschine in Aktion zu erleben. Sie ist in der Lage, bis zu 800 Sheets pro Stunde mit Elektronik zu versehen. Wie ressourcenschonend Nanodrucktechnologie sein kann, zeigt das polnische Unternehmen XTPL auf der Messe. Mit Nano-Tinte und ultrapräzisen Druckköpfen erreicht das Unternehmen eine Auflösung von unter einem Mikrometer. Sogar um über Stufen und um Elemente herum zu drucken, eignet sich das System von XTPL.


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