Im Vergleich zur letzten Umfrage vom Oktober 2025 ist die Wachstumserwartung für 2026 zwar rückläufig, die Stimmung aber bleibt positiv, und die Unternehmen investieren gezielt in Technologie, Kapazitäten und neue Talente.
Wachstum überwiegt Unsicherheit« – so betitelt die OE-A, der internationale Industrieverband für flexible und gedruckte Elektronik das Ergebnis seiner aktuellen Geschäftsklimaumfrage 2026. Gemeint ist damit, »dass die Branche trotz Unsicherheiten klar auf Wachstumskurs ist«, betont Dr. Klaus Hecker, Geschäftsführer der OE-A. »Die Unternehmen investieren gezielt in Technologie, Kapazitäten und neue Talente, ein deutliches Zeichen für starke Nachfrage und ein großes Vertrauen in die Zukunft der gedruckten Elektronik.»
Konkret rechnen die Mitglieder der OE-A für dieses Jahr mit einem Umsatzwachstum von 7 Prozent. Als vor einem guten halben Jahr die Erhebung für die Herbst-Geschäftsklimaumfrage anstand, lag die Erwartungshaltung damals mit 14 Prozent doppelt so hoch wie aktuell. Trotz dieses Rückgangs für die Wachstumserwartungen, bleibt die Stimmung nach Auskunft von Dr. Hecker »positiv«. »Trotz geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Herausforderungen wächst die gedruckte Elektronik weiter«, bekräftigt er. Vergleicht man die Zahlen von Februar 2025 mit den aktuellen Zahlen, lag die Wachstumserwartung für 2025 zu Beginn letzten Jahres bei 9 Prozent.
Die halbjährliche OE-A-Geschäftsklimaumfrage erfasst Daten von mehr als 180 Mitgliedsunternehmen und -organisationen. Allerdings beteiligen sich nicht alle an den Umfragen, die Beteiligung lag zuletzt zwischen 50 und 60 Prozent. Von den Teilnehmern der jüngsten Befragung erwarten 56 Prozent ein Wachstum von 0 bis 5 Prozent für 2026. Etwa ein Viertel der Befragten geht für sich von einem Wachstum von 5 bis 10 Prozent in diesem Jahr aus.
Blickt man über das Jahr hinaus, zeigt sich, dass die Branche von einer verbesserten Markt- und Auftragslage 2027 ausgeht. »Für 2027 erwarten unsere Mitglieder ein Wachstum von 10 Prozent«, erläutert Dr. Hecker. Betrachtet man die Prognosen für 2027 en détail, wird deutlich, dass fast zwei Drittel der teilnehmenden OE-A Mitglieder mit einem Wachstum von 5 bis 10 Prozent rechnen, ein knappes Viertel geht von 10 bis 20 Prozent aus.
In die halbjährliche OE-A-Geschäftsklimaumfrage fließen Daten von OE-A Mitgliedern entlang der gesamten Wertschöpfungskette ein – von F&E-Instituten über Materiallieferanten und Hersteller bis hin zu Endanwendern. Die Befragung liefert qualitative Einschätzungen zu Umsatz, Auftragseingang, Investitionen und Beschäftigung.
Wie sich die Einschätzungen in der OE-A im Laufe der letzten zwölf Monate verändert haben, zeigt der Halbjahresvergleich. So gehen momentan 73 Prozent der befragten Mitglieder davon aus, dass die gedruckte Elektronikindustrie in diesem Jahr weiterwachsen wird. In der Halbjahresbefragung im Oktober 2025 waren es erst 58 Prozent.
In der aktuellen Umfrage geben knapp zwei Drittel der befragten OE-A-Mitglieder an, in den kommenden sechs Monaten mehr in die Produktion investieren zu wollen, und 70 Prozent der teilnehmenden Mitglieder wollen ihr aktuelles Investitionsniveau halten.
Überdies planen 84 Prozent der befragten Mitglieder, mehr Personal einzustellen. In der Oktober-Erhebung lag dieser Anteil mit 30 Prozent noch deutlich niedriger. Ermutigend ist in den Augen von Dr. Hecker auch der Branchenfokus auf das Thema Innovation. So planen in der aktuellen Befragung 94 Prozent der Unternehmen, ihre F&E-Aktivitäten auszubauen. Im Oktober 2025 war dieser Wert mit 74 Prozent noch 20 Prozentpunkte niedriger.
Aller geopolitischen Spannungen und wirtschaftlichen Herausforderungen zum Trotz überwiegt in der Branche derzeit doch der Optimismus. Viele Werte liegen deutlich über den Werten der letzten Umfrage. »Trotz der geschrumpften Erwartungen für das Umsatzwachstum ist das Geschäftsklima an vielen Stellen optimistischer als im Vorjahr«, hält Dr. Hecker fest. »Die Ergebnisse der Befragung zeigen deutlich: Die gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen beeinflussen unsere Industrie, aber sie bremsen sie nicht aus. Gleichzeitig unterstreichen die intensivierten F&E-Aktivitäten und die Steigerung bei Investitionen und Beschäftigung, dass sich die Unternehmen aktiv auf eine chancenreiche Zeit in einem dynamischen Markt vorbereiten«.