EU-Projekt: TEMPO

Tape-out eines stromsparenden KI-Chips

13. Juni 2022, 7:06 Uhr | Iris Stroh
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Die Entwicklung des KI-Chips erfolgt im Rahmen von TEMPO (Technology and hardware for neuromorphic computing), was wiederum ein ECSEL JU-Projekt ist. Der KI-Chip basiert auf der v-MP6000UDX Unified-Processing-Plattform von Videantis.

TEMPO wird vom EU-Programm Horizont 2020 und vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt. Das Tape-out des KI-Chips hat Videantis gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS realisiert, was als wichtiger Meilenstein des Verbundforschungsprojekts TEMPO auf dem Weg zur Stärkung der europäischen Halbleiterlieferkette gilt. Zusammen mit Partnern aus dem Automobilbereich wie Valeo und InnoSenT wird der KI-Chip im Rahmen des TEMPO-Projekts eingesetzt, um Deep-Learning-Inferenzen für Anwendungsfälle im Automobilbereich zu beschleunigen. Ziel bei der Entwicklung war es, statt wie bisher High-End-Prozessoren zu nutzen, einen Chip zu entwickeln, der eine kleine Siliziumfläche und einen geringen Stromverbrauch aufweist.

Das Herzstück des KI-Chips ist die Unified-Processing-Plattform v-MP6000UDX von Videantis. Auf ihr sollen verschiedene neuronale Netze zur Verarbeitung von Radar-, Lidar- oder Kameradaten für die Objekterkennung, -klassifizierung und -lokalisierung laufen. v-MP6000UDX ist eine skalierbare Multi-Core-Architektur in Kombination mit einer maßgeschneiderten Bus-Fabric und gemeinsam genutztem On-Chip-SRAM. Laut Videantis zeichnet sich diese Plattform durch eine außergewöhnliche hohe Effizienz und Leistung für eine Vielzahl von Algorithmen aus, angefangen bei Deep Learning, über Computer Vision und Bildverarbeitung bis hin zur Videocodierung. In dem Projekt kommt auch der CNNDesigner Front-to-End-Toolflow von Videantis zum Einsatz. Er ermöglicht die automatische Abbildung und Optimierung neuronaler Netze auf der Zielarchitektur, ohne dass tiefgreifende Programmierkenntnisse erforderlich sind.

Über TEMPO

TEMPO (Technology and hardware for neuromorphic computing) ist ein europäisches Innovationsprojekt. Das Projekt wird vom Gemeinsamen Unternehmen ECSEL (Joint Undertaking, JU) im Rahmen der Finanzhilfevereinbarung Nr. 826655 finanziert. Das JU wird durch das Forschungs- und Innovationsprogramm Horizont 2020 der Europäischen Union sowie durch Belgien, Frankreich, Deutschland, die Niederlande und die Schweiz unterstützt. TEMPO wurde am 1. April 2019 gestartet und hat eine Laufzeit von dreieinhalb Jahren. Das Konsortium dieses Projekts besteht aus neunzehn Mitgliedern. Imec übernimmt die Führung als einziger belgischer Konsortialpartner. Die anderen Mitglieder des Konsortiums sind, für Frankreich: CEA-LETI, STMicroelectronics Crolles, STMicroelectronics Grenoble, Thales Alenia Space und Valeo. Für Deutschland: Bosch, Fraunhofer EMFT, Fraunhofer IIS, Fraunhofer IPMS, Infineon, Innosent, TU Dresden und videantis. Für die Niederlande: imec, Philips Electronics und Philips Medical Systems. Für die Schweiz: aiCTX und die Universität Zürich.

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