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DRAM-Preise: Noch mal plus 95 Prozent in Q1/2026

2. März 2026, 8:00 Uhr | Heinz Arnold
© TrendForce

Der Gesamtumsatz der DRAM-Branche sprang laut TrendForce im vierten Quartal 2025 auf 53,58 Mrd. Dollar – ein Anstieg um 29,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Und die Preisspierale dreht sich weiter nach oben.

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Die Vertragspreise für herkömmliche DRAMs stiegen im Vergleich zum Vorquartal um 45 bis 50 Prozent, während die Vertragspreise für herkömmliche DRAMs und HBM um 50 bis 55 Prozent nach oben kletterten. Denn in allen Segmenten hatten die Käufer angesichts der sich vergrößernden Lücke zwischen Angebot und Nachfrage Schwierigkeiten, sich eine ausreichende Versorgung zu sichern. Dies hat Anbieter in die Lage versetzt, die Preise zu erhöhen.

Mit Blick auf das erste Quartal 2026 dürfte die saisonale Schwäche der Verbrauchernachfrage das Wachstum der Bit-Lieferungen laut TrendForce bremsen und möglicherweise zu einer Abflachung des sequenziellen Wachstums für die Anbieter führen. Weil die CSPs jedoch vorrangig ihre Versorgung sichern wollen und höhere Preise bezahlen, müssten auch weitere Anwendungssegmente nachziehen, um die Zuteilung aufrechtzuerhalten.

Im ersten Quartal 2026 geht der Anstieg weiter

TrendForce prognostiziert für das erste Quartal 2026 eine weitere Beschleunigung des Preisanstiegs, wobei die Preise für herkömmliche DRAMs voraussichtlich um 90 bis 95 Prozent gegenüber dem Vorquartal steigen und die gemittelten Preise für herkömmliche DRAMs und HBM um 80 bis 85 Prozent gegenüber dem Vorquartal steigen werden.

Hintergrund ist laut Trendforce, dass sich KI-Anwendungen vom LLM-Training zunehmend auf die Inferenz ausweiten. Deshalb bauen die CSPs ihre Rechenzentren über KI-Server hinaus auf Allzweck-Server aus und dafür benötigen sie nicht nur KI-Speicher-Chips wie HBM3e, LPDDR5X und RDIMMs hoher Kapazität – sondern kaufen jetzt auch verstärkt RDIMMs mit niedrigeren Speicherkapazitäten. 

Samsung wieder auf Platz 1

Das hat allen DAM-Herstellern einen kräftigen Aufschwung beschert, allen voran Samsung. Der Umsatz der Koreaner stieg im vierten Quartal 2025 auf 19,30 Mrd. Dollar, was einem Sprung um 43 Prozent gegenüber dem Vorquartal entspricht. Dadurch erhöhte der Marktanteil des Unternehmens um 3,4 Prozentpunkte auf 36 Prozent. Damit hat Samsung seine Spitzenposition zurückerobert. 

Die durchschnittlichen Verkaufspreise stiegen bei Samsung im Vergleich zum Vorquartal um etwa 40 Prozent – der stärkste Anstieg unter den drei führenden Anbietern –, während die Bit-Lieferungen im niedrigen einstelligen Bereich wuchsen, vor allem wegen des HBM-Geschäfts und im Einklang mit den Unternehmensprognosen.

SK hynix

SK hynix erzielte einen Umsatz von 17,22 Mrd. Dollar, was einem Anstieg von 25,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal entspricht, obwohl der Marktanteil um 1,1 Prozentpunkte auf 32,1 Prozent fiel. Damit liegt SK hyix jetzt auf dem zweiten Platz. Die durchschnittlichen Verkaufspreise stiegen im Vergleich zum Vorquartal um etwa 20 Prozent, was auf einen höheren Umsatzbeitrag von HBM zurückzuführen ist, wo die Volatilität der Vertragspreise vergleichsweise geringer ist als bei den Mitbewerbern. Die Bit-Lieferungen stiegen im niedrigen einstelligen Bereich, was den Prognosen entspricht.

Micron

Micron meldete einen Umsatz von 11,98 Mrd. Dollar, was einem Anstieg von 12,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal entspricht, wobei der Marktanteil um 3,3 Prozentpunkte auf 22,4 Prozent zurückging und das Unternehmen damit weiter auf dem den dritten Platz rangiert. Die durchschnittlichen Verkaufspreise stiegen um 17 Prozent gegenüber dem Vorquartal – der niedrigste Wert unter den drei führenden Anbietern –, während die Bit-Lieferungen um etwa 4 Prozent gegenüber dem Vorquartal zurückgingen. Dies spiegelt die im Vergleich zu den koreanischen Wettbewerbern früheren Vertragsverhandlungen wider, die zu vergleichsweise niedrigeren realisierten Preisniveaus führten.

Taiwan-Hersteller folgen mit großen Abstand

Die in Taiwan ansässigen DRAM-Anbieter setzten ihre starke Dynamik aus dem zweiten Quartal 2025 fort und verzeichneten im vierten Quartal 2026 meist ein Umsatzwachstum von über 30 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Diese Anbieter konzentrieren sich in erster Linie auf Produkte, die mit Hilfe ausgereifter Prozesse gefertigt werden,  und schließen damit Versorgungslücken, die durch die Umstellung der Produktion auf fortschrittliche Knoten durch die führenden Anbieter entstanden sind.  

Nanya

Der Umsatz von Nanya stieg im Vergleich zum Vorquartal um 54,7 Prozent auf 970 Mio. Dollar. Die Bit-Lieferungen stiegen im niedrigen zweistelligen Prozentbereich, während die durchschnittlichen Verkaufspreise um 30 Prozent zulegten. Die operative Marge stieg deutlich von 6 Prozent auf 39,1 Prozent, was auf erhebliche Preiserhöhungen für DDR4- und DDR3-Produkte, die anhaltende Wiederauffüllung der Lagerbestände bei Großkunden und die strategische Verlagerung der Produktionskapazitäten von 20-nm- und 1B-Produkten hin zu margenstärkeren DDR4-Produkten zurückzuführen ist.

Winbond

Winbond meldete einen Umsatz von 297 Mio. Dollar, was einem Anstieg von 33,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal entspricht, wobei die Bit-Lieferungen im niedrigen einstelligen Bereich und die durchschnittlichen Verkaufspreise im mittleren 30-Prozent-Bereich stiegen. Das Wachstum wurde durch gestiegene Lieferungen von 20-nm-DDR4-4-Gb-Produkten angetrieben.

PSMC

Der von PSMC gemeldete DRAM-Umsatz ohne Foundry-Dienstleistungen stieg im Vergleich zum Vorquartal um 0,6 Prozent auf 33 Mio. Dollar. Einschließlich der Foundry-bezogenen DRAM-Umsätze stieg der gesamte DRAM-bezogene Umsatz im Vergleich zum Vorquartal um etwa 5 Prozent. Nach der Lizenzvereinbarung mit Micron für Prozesstechnologie wird erwartet, dass PSMC die nächste Phase der DRAM-Kapazitätserweiterung beschleunigen wird.
 


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