Geld für Technologie-Start-ups

Neuer Fonds für Innovationstransfer in Deutschland

28. Januar 2026, 14:23 Uhr | Iris Stroh
© Componeers GmbH

Fraunhofer setzt seine Fondsinitiative fort und startet gemeinsam mit dem EIF sowie privaten und öffentlichen Investoren den TT49-Technologietransferfonds. Mit einem Volumen von 90 Mio. Euro soll der Transfer von Forschungsergebnissen in marktfähige Innovationen gestärkt werden.

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Die Fraunhofer-Gesellschaft will mit der Gründung des TT49-Fonds einen Beitrag zur Finanzierung von Technologie-Start-ups in der Frühphase leisten. Die neue Fondsgeneration entsteht in enger Partnerschaft mit dem European Investment Fund (EIF) und erstmals mit weiteren Investoren wie etwa dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Auch zahlreiche private Investoren, darunter renommierte Unternehmerfamilien und Hidden Champions haben sich bereits am Fonds beteiligt.

Der Name TT49 steht für Technologie-Transfer und die Deutschland-Vorwahl +49. Er ist ein sogenannter Pre-Seed-Fonds, der sich auf die Finanzierung von Ausgründungen und Spin-offs aus der Fraunhofer-Gesellschaft sowie erstmals auch aus anderen außeruniversitären Forschungseinrichtungen wie dem DLR, der Leibniz- und Max-Planck-Gesellschaft sowie deren Partnerhochschulen konzentriert. Das Potenzial ist aus der Sicht von Fraunhofer enorm: Allein diese vier Organisationen haben ein jährliches Budget von circa 15 Milliarden Euro, verteilt über 275 Institute, und immer mehr Inkubator-Angebote für Forschende und Ausgründungen. Die Investitionen erfolgen technologieoffen – ausgenommen ist derzeit lediglich die oft sehr zeit- und kostenintensive Arzneimittelforschung. Grundsätzlich können alle Start-Ups aus dem europäischen Wissenschaftssystem finanziert werden, die ein skalierbares Geschäftsmodell mit einem kompetenten Team sowie einem klar geregeltem IP-Zugang besitzen.

Drittinvestoren willkommen

»Das First Closing mit einem Volumen von 70 Millionen Euro hat unsere Erwartungen übertroffen und zeigt das hohe Interesse an dem Fonds – trotz eines derzeit sehr schwierigen Marktumfelds«, so Holger Hanselka, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. »Unsere zentrale Mission ist der Transfer wissenschaftlicher Ideen in die Anwendung. So freut es mich ganz besonders, dass wir mit diesem Fonds, neben unseren Inkubator-Programmen wie Fraunhofer AHEAD und der erfolgreichen Begleitung von Ausgründungen über Fraunhofer Venture, ein weiteres starkes Instrument bereitstellen können, um Deep-Tech-Start-Ups in Deutschland optimal zu unterstützen. Weitere Investoren können sich nun engagieren und über den Fonds in vielversprechende, bestens vorbereitete Start-ups investieren. Sie profitieren von einem attraktiven Beteiligungsmodell mit Zugang zu Innovationen und einem starken europäischen Partnernetzwerk.«

Fraunhofer hat den TT49 gemeinsam mit dem EIF als Nachfolger des Fraunhofer-Technologietransfer-Fonds (FTTF) initiiert, aus dem von 2019 bis 2023 insgesamt 39 Ausgründungen finanziert wurden. »Innovation darf nicht an fehlender Finanzierung scheitern« sagt Prof. Constantin Häfner, Vorstand für Forschung und Transfer bei Fraunhofer. »Mit dem TT49 bringen wir exzellente Forschung aus Fraunhofer und unseren Partnerorganisationen frühzeitig in marktfähige Lösungen und stärken so Deutschlands Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit. Der Fonds verbindet unseren Technologietransferauftrag mit einem professionellen, wirtschaftlich tragfähigen Investmentansatz, von dem Deep-Tech-Gründungen und Investorinnen und Investoren profitieren.«

Die Struktur des Fonds ermöglicht auch Investoren, die typischerweise in späteren Phasen investieren, sich nach dieser frühen Entwicklungsphase zu beteiligen. Der TT49 Fonds ist ein privates Investmentvehikel, strukturiert wie ein klassischer VC-Fonds und verfolgt klare Renditeziele. »Die enge Zusammenarbeit von Inkubatoren, Gründern und TT49 ermöglicht es, innovative Forschungsergebnisse schnell durch Start-Ups in marktfähige, nachhaltige und skalierbare Lösungen zu überführen«, sagt Tobias Schwind, General Partner des TT49-Fonds. »Damit stärken wir den Innovationsstandort Deutschland und Europa und bieten Fonds-Investoren attraktive, wirkungsorientierte Renditechancen mit strategischem Mehrwert.«


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