Schwerpunkte

Echtzeit-Konnektivität im autonomen Auto

»MIPI ist das Ökosystem für das automatisierte Fahren«

17. April 2020, 11:30 Uhr   |  Ute Häußler

»MIPI ist das Ökosystem für das automatisierte Fahren«
© chombosan - Shutterstock.com

Valens will die In-Car-Konnektivität vorantreiben.

Dr. Peter Mertens ist neuer Chairman of the Board bei Valens, einem israelischem Anbieter für Hochgeschwindigkeitskonnektivität im Audio-Video- und Automobilmarkt. Elektronik automotive sprach mit dem Automobil-Veteranen über sein Engagement, Connected Car-Technik und neue automobile Lieferketten.

Valens CEO Chairman
© Valens

Dr. Peter Mertens ist seit 07. April Chairman of the Board bei Valens. Mit ihm wurde Gideon Ben Zvi als CEO offiziell bestätigt.

Herr Dr. Mertens, herzlichen Glückwunsch zur neuen Position. Sie blicken in der Automobilindustrie auf eine großartige Karriere: Was waren die ausschlaggebenden Gründe, jetzt bei Valens einzusteigen?

Ganz klar: Spannende, neue Technologien mit »cutting edge«-Charakter reizen mich. Wie auch eine gewisse Start-up-Mentalität bzw. dass Valens »auf dem Sprung« ist – ich war schon immer in sich verändernden Unternehmen tätig, Change Management ist mein Ding. Ich freue mich darauf, Valens richtungsweisend zu begleiten. Und nicht zuletzt, als deutscher Ingenieur für ein israelisches Technologieunternehmen zu arbeiten ist für mich eine große Ehre.

Valens hat Sie für seine geplante Expansion im Automobilmarkt angeheuert. Wie beurteilen Sie HDBaseT und dessen Zukunft als Konnektivitätsstandard?

HDBaseT ist als Standard im AV-Bereich weltweit sehr weit verbreitet und hoch angesehen. Wegen meines Automobilhintergrundes wird das oft vergessen, aber das ist Valens Herkunft und Basis für sehr stabiles Geschäft. Der Standard besitzt extrem hohe Durchsatzraten bei vergleichsweise niedrigen Anforderungen und bietet dazu eine sehr hohe Sicherheit. Diese Merkmale werden im Automobilmarkt mit der Weiterentwicklung von ADAS und automatisiertem Fahren noch viel wichtiger als sie es jetzt schon sind. Hier kann HDBaseT in punkto Bandbreite und Qualität über die gesamte Lebensdauer punkten. Wir glauben, dass die Technologie helfen kann, innovative automatisierte Systeme zu entwickeln, die heute noch schwer zu realisieren sind.

Über 36 Hersteller und OEMs sind in der Automotive SerDes Alliance (ASA) organisiert. Die ASA stellt sich offen gegen MIPI, dessen Automotive-Standard weitgehend auf Valens-Technologie basiert.  Wie reagieren Sie?

Dr. Mertens Antwort lesen Sie in der Elektronik automotive N° 5, die am 12. Mai 2020 erscheint. Die aktuelle Ausgabe können Sie auch digital lesen.

Wie sehen Sie die disruptiven Veränderungen der Lieferketten in der Automobilindustrie, welchen Weg will Valens einschlagen?

Mit Corona brechen gerade alle Lieferketten zusammen und werden sich in der Folge massiv vereinfachen. »Build where you sell, buy where you build« ist das neue Motto, auch unter CO2-Gesichtspunkten und steigenden Logistikkosten. Valens wird auf starke Partnerschaften mit Distributoren, Tier1-Zulieferern und Technologiepartnern setzen. Mit den Themen Real-time Connectivity und autonomes Fahren kommen zusätzlich ganz andere Spieler aufs Feld, die Anknüpfungspunkte können über MIPI koordiniert und kanalisiert werden. Für uns sind Firmen wie Samsung, Aptiv oder Continental wichtig, und auch Sensorhersteller. Die automotiven Systeme müssen gleichzeitig redundant und 100 % sicher miteinander kommunizieren, Fehler im autonomen Fahren können katastrophale Folgen haben. Außerordentlich stabile Lösungen wie die von Valens sind da sehr wichtig, auch oder gerade gegenüber Automotive Ethernet. Der Vorteil von MIPI: es ist nicht nur ein Standard, sondern ein ganzes Ökosystem.

Welche strategischen Pläne haben Sie für Valens? Ihr neuer CEO verfügt über viel Exit-Erfahrung …

Dr. Mertens Antwort lesen Sie in der Elektronik automotive N° 5, die am 12. Mai 2020 erscheint. Die aktuelle Ausgabe können Sie auch digital lesen.

Sie werden noch mehr Partner brauchen, wie sieht ihr Gesamtkonzept aus?

Dr. Mertens Antwort lesen Sie in der Elektronik automotive N° 5, die am 12. Mai 2020 erscheint. Die aktuelle Ausgabe können Sie auch digital lesen.

Wie sehen Sie die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Automobilbranche und Valens?

Für Valens mit seinem starken Hardware-Anteil ist jetzt die Entwicklung und Produktion wichtig, wir müssen unsere AV-Kunden weiter stabil versorgen. Videokonferenzen funktionieren sehr gut. Meiner Ansicht nach sind ein großer Teil der Meetings so viel effizienter, auch weil wir dafür nicht durch die Welt jetten müssen. In der Automobilbranche sind die Absatzerwartungen sehr beängstigend. Der prognostizierte Abfall von 100 Millionen auf nur 65 Millionen ausgelieferte Autos dieses Jahr ist dramatisch, so richtig ist das noch gar nicht zu fassen.


Vielen Dank für das Gespräch!


Dr. Peter Mertens
besitzt mehr als 35 Jahre Erfahrung in der Automobilindustrie. Er war sechs Jahre CTO von Volvo Cars, acht Jahre Global Line Executive bei General Motors und hatte verschiedene Managementpositionen bei Mercedes Benz und führenden OEMs inne. Zuletzt war er als Vorstand verantwortlich für die technische Entwicklung und das Design bei Audi. Dr. Mertens war außerdem Mitglied des Verwaltungsrats von Unternehmen wie Volkswagen Financial Service, Audi Sport GmbH, Audi China, Polestar SE, Zenuety SE, Recogni Inc. und Faurecia. Er ist der Gründer von AID/Argo AI Europe, einem Anbieter von autonomer Antriebstechnik.

Valens
Valens bietet Halbleiterprodukte für die Verbreitung von Multimedia-Inhalten in Ultra-High-Definition an. Die HDBaseT-Technologie des Unternehmens ermöglicht eine weitreichende Konnektivität von Geräten über ein einziges Kabel. Der Geschäftsbereich Valens Automotive wurde 2015 gegründet und liefert Chipsatz-Technologie für die Konnektivität im Fahrzeug. Das israelische Unternehmen unterhält Partnerschaften mit STM, Micron, Aptiv, Qualcomm, Denso und Daimler.

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