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Nur noch Elektroautos

Renault ändert China-Strategie und baut Kooperationen um

15. April 2020, 08:39 Uhr   |  Ute Häußler

Renault ändert China-Strategie und baut Kooperationen um
© Renault

Renaults Elektroautos aus China sollen in Europa auf Basis des Dacia verkauft werden.

Renault stellt sich in China neu auf. Der Konzern will sich auf leichte Nutzfahrzeuge und Elektrofahrzeuge konzentrieren. Die "Verbrenner"-Partnerschaft mit Dongfeng hat Renault aufgelöst, der Kundenservice bleibt bestehen. Elektrofahrzeuge sollen mit bestehenden Kooperationen ausgebaut werden.

Es ist ein Dschungel an Kooperationen, mit dem Renault in den letzten Jahren in China sein Geschäft aufgebaut hat. Jetzt kommt erneut Bewegung in das Konstrukt, der Konzern hat in einer Pressemitteilung angekündigt, zukünftig auf dem chinesischen ausschließlich auf Elektrofahrzeuge zu setzen.

Renault und Dongfeng hatten in der Dongfeng Renault Automotive Corporation (DRAC) in Wuhan bisher Verbrenner-SUVs und deren Antriebsstränge hergestellt. Die Renault-Anteile in der Kooperation wird Dongfeng komplett übernehmen und im gleichen Zug alle seine Aktivitäten im Zusammenhang mit Renault einstellen. Die DRAC wird in Zukunft also allein von Dongfeng betrieben. Renault-Händler werden aber weiterhin den Service für die über 300.000 DRAC-Kunden und deren Autos übernehmen. Darüber hinaus werden Renault und Dongfeng weiterhin mit Nissan bei Motoren und bei Komponenten für DRAC sowie der Diesellizenz für Dongfeng gemeinsame Sache machen und planen auch bei intelligent vernetzten Fahrzeuge weiter zusammenzuarbeiten.

Elektroautos

Und noch ein wichtiger Teil der Zusammenarbeit mit Dongfeng geht weiter: Renaults neuer Fokus auf Elektrofahrzeuge soll über die beiden bestehenden Joint Ventures eGT New Energy Automotive (eGT) und Jiangxi Jiangling Group Electric Vehicle (JMEV) entwickelt werden. An der eGT sind Dongfeng und Nissan beteiligt, Renault erwartet auf diesem Geschäftsfeld eine Ausweitung der Partnerschaft – das gemeinsame Elektroauto K-ZE soll weltweit angeboten werden. In Europa soll das Modell ab 2021 auf basis des Dacia Spring kommen.

Die JMEV als Kooperation aus Renault, Jiangling Motors und einem Investmentfond plant gar ab 2022 mit seinen vier wichtigsten Modellen 45 % Marktanteil bei Elektroautos in China zu erreichen. Renault soll seine Expertise insbesondere bei der Qualität und der Technologie einbringen.

“Wir schlagen in China ein neues Kapitel auf. Wir werden uns auf Elektrofahrzeuge und leichte Nutzfahrzeuge konzentrieren, die beiden Hauptantriebskräfte für eine zukünftige saubere Mobilität, und unsere Beziehung zu Nissan effizienter nutzen”, sagte Francois Provost von Renault China.

Nutzfahrzeuge

Bei den leichten Nutzfahrzeugen setzt Renault auf sein Joint Venture »Renault Brilliance Jinbei Automotive« (RBJAC). In diesem Segment ist Renault in Europa führend, auch im E-Nutzfahrzeuge-Markt. Bis 2023 will Renault das Angebot in China um fünf elektrische Modelle erweitern und die erst 2017 gegründete Kooperation weiter etablieren, in Zukunft sind auch Exporte geplant.

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