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Automotive-Halbleiter

Greift Samsung nach NXP oder Infineon?

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© Samsung

Nach einem Bericht der Korean Times möchte sich Samsung Electronics gezielt Bereich Automotive-Halbleiter verstärken. Damit rücken Unternehmen wie NXP, Texas Instruments, Renesas Electronics oder Infineon in den Fokus des südkoreanischen Technologieriesen.

Automobil-Chips stehen derzeit im Fokus, da die Automobilhersteller beispiellose Schwierigkeiten haben, stabile Lieferketten für Chips sicherzustellen. Auslöser ist die übermäßige Nachfrage nach Chips für IT-Geräte, die mit dem Covid-19-Ausbruch einherging. Nach den Marktforschern von TrendForce könnte dieser Engpass länger anhalten, da die Chiphersteller ihre Produktionslinien umstellen müssen, um mehr Automobil-Halbleiter herstellen zu können. Aber das ist nicht trivial.

Außerdem verspricht das Geschäft mit Automotive-Chips hohes Wachstumspotenzial. Nach Angaben von IHS Markit war dieser Markt im Jahr 2020 etwa 38 Milliarden US-Dollar wert, soll bis 2026 jedoch auf 69 Milliarden US-Dollar anwachsen.

Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass Samsung Electronics versuchen könnte, Unternehmen aus dem Bereich der Automotive-Halbleiter, wie die Korean Times nun meldete. Aus Branchenkreisen verlautete, dass das südkoreanische Unternehmen versuchen könnte, Chiphersteller aus dem Bereich der Automotive-Halbleiter wie NXP Semiconductors, Texas Instruments, Renesas Electronics oder Infineon Technologies zu übernehmen. Während einer Telefonkonferenz mit Investoren am 28. Januar 2021 sagte der Samsung-CFO Choi Yoon-ho, dass »viele Vorbereitungen für Fusionen und Übernahmen im Gange sind« und dass es auch massive Investitionen in Produktionsstätten geben werde.

Derzeit konkurrieren zahlreiche Akteure im Geschäft mit Automotive-Chips. NXP führt mit rund 21 Prozent Marktanteil, gefolgt von Infineon (19 Prozent), Renesas (15 Prozent) und Texas Instruments (14 Prozent). Eine dieser Firmen zu erwerben, kann sinnvoll sein, da Samsung, der weltgrößte Hersteller von Speicherchips, im Bereich Automotive-Chips deutlich zurückliegt.

Was die Kapitalausstattung betrifft, so verfügt Samsung über ausreichend Mittel, um eine der genannten Firmen zu übernehmen. Die Barmittel des Technologieriesen beliefen sich im dritten Quartal 2020 auf stolze 116,2 Billionen Won (104,1 Milliarden US-Dollar).

Samsung wurde schon vor einigen Jahren als potenzieller Käufer von NXP gehandelt, doch Qualcomm erzielte eine Vereinbarung zur Übernahme des niederländischen Unternehmens für 44 Milliarden US-Dollar. Allerdings kam die Übernahme nach Einsprüchen der chinesischen Regierung nicht zustande.

Pak Yu-ak, ein Analyst bei Kiwoom Securities, sagte, dass es keinen klaren Marktführer im Geschäft mit Automobil-Chips gebe und Samsung seinen Marktanteil verbessern könne. Aktuell verkauft Samsung seine Chipfamilie Exynos an Audi und seine Chips für die 5G-Telematik-Steuereinheit werden im neuen Elektrofahrzeug von BMW zum Einsatz kommen. Auch das Geschäft mit Bildsensoren für Automobile dürfte sich stark erhöhen.

Es bleibt jedoch abzuwarten, ob Samsung reibungslos die Genehmigung der Regulierungsbehörden in den führenden Ländern des Chipsektors erhalten werde, da Halbleiter zunehmend als strategisches Gut angesehen werden.


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