Wachstum bei Monolithic Power Systems

Erfolg durch Diversifizierung

24. Oktober 2022, 15:00 Uhr | Engelbert Hopf
Staeding Stefan
Stefan Staeding, Monolithic Power Systems: »Mit langfristigen Produktionsplänen haben wir frühzeitig für Sicherheit bei unseren Foundry-Partnern gesorgt und konnten so die Verfügbarkeit auch während des Digitalisierungsschubs der Pandemie jederzeit hochhalten und überdurchschnittlich vom Marktwachstum profitieren.«
© Monolithic Power Systems

Fundiertes Wissen auf Systemebene, hohe Kompetenz im Halbleiterdesign und innovative, proprietäre Halbleiterprozess- und Systemintegrationstechnologien: Für Stefan Staeding, Managing Director EMEA, sind das die drei Kernkompetenzen von Monolithic Power.

Markt&Technik: Herr Staeding, MPS verfügt über ein sehr breites Produktspektrum. Wie würden Sie MPS charakterisieren und auf welchen Produkten liegt der Fokus Ihres Unternehmens?

Stefan Staeding: Unser Markenkern ist, dass wir ein sehr innovatives Leistungshalbleiter-Unternehmen sind, welches sich durch einen sehr hohen Grad an Integration auf Systemebene auszeichnet. Unsere integrierten Technologien beinhalten Lösungen für DC/DC und AC/DC Power Management, isolierte Gate-Treiber und Power-Module, Batteriemanagement, Motortreiber und Sensorprodukte sowie präzise Analogtechnik, um hier nur einige zu nennen.

MPS ist ein sehr schnell wachsendes Unternehmen. Erfolgte dieses Wachstum in den letzten Jahren vor allem organisch oder verfolgt MPS eine Akquisitionsstrategie?

Unser Wachstum war nur organisch, was uns vom Rest unserer Industrie unterscheidet. Viele unserer Marktbegleiter haben ja stark auf Akquisitionen gesetzt, um zu wachsen und ihre Marktreichweite zu vergrößern.

MPS hat 2021 einen Jahresumsatz von 1,2 Milliarden Dollar erreicht und wuchs damit gegenüber dem Vorjahr um 43 Prozent. Worauf führen Sie das konstant starke Umsatzwachstum der letzten Jahre zurück?

MPS ist in den letzten fünf Jahren durch Entwicklung und Angebot von höherwertigen Produkten stärker als der Markt gewachsen. Diese höherwertigen Produkte werden sowohl in für uns neuen Bereichen eingesetzt als auch von neuen Kunden verwendet. Dadurch konnten wir neue Märkte erschließen und Marktanteile gewinnen. Staatliche Förderprogramme im Zuge der Corona-Pandemie haben die Nachfrage nach Halbleitern deutlich erhöht. Wie Sie wissen, kam es zu einer branchenweiten Halbleiterknappheit. Wir haben uns bereits lange vor der Shortage frühzeitig und ausreichend Produktionskapazitäten gesichert. Damit ist es uns gelungen, eine bessere Produktverfügbarkeit sicherzustellen, um bestehende und neue Kunden gut zu bedienen.

Wie verteilt sich der MPS-Gesamtumsatz im Jahr 2021 auf die Weltregionen? In welcher Region konnte MPS zuletzt das höchste Wachstum verzeichnen?

Der Schlüssel zum Erfolg liegt bei uns in der Diversifizierung unserer Produkte und der Endkundenmärkte sowie dem erfolgreichen Ausbau unseres Geschäftes in allen Regionen der Welt. So verfügen wir über Sales- und Marketingniederlassungen in den USA, China, Europa, Taiwan, Japan und Südkorea. Ebenso hat MPS, wie bereits erwähnt, Kunden in den verschiedensten Märkten. Sowohl alle Regionen als auch Märkte haben positiv zu unserem beschleunigten Wachstum beigetragen.

Nachfrageveränderungen können uns nicht so stark beeinflussen, da wir eine große Vielfalt von Produkten anbieten und damit die verschiedensten Märkte und Regionen abdecken.

Seit wann ist MPS mit einer eigenen Niederlassung in Europa tätig? Wie hoch ist aktuell der Umsatzanteil von Europa?

Wir sind schon seit mehr als 20 Jahren in Europa tätig. So haben wir heute beispielsweise Niederlassungen in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, in der Schweiz und in Großbritannien. Die Bedeutung des Standortes Deutschland haben wir zuletzt mit dem Bau eines Automotive Design Centers und einem EMC-Labors in Ettenheim in der Nähe von Freiburg untermauert. Damit können wir beispielsweise Kunden aus dem Automobilbereich unterstützen, um neuen Anforderungen im Bereich des autonomen Fahrens, des digitalen Cockpits, des Body Controls, der Beleuchtung und der Elektrifizierung gerecht zu werden. Wir haben durch den EMC Support und diverse Testmöglichkeiten für unsere Kunden ein ganz klares Alleinstellungsmerkmal. Zusätzlich zu Ettenheim hat MPS in Barcelona und Budapest weitere Entwicklungszentren eröffnet und investiert kontinuierlich in diese Standorte.

In Ihrem Halbjahresbericht wird auf den hohen Anteil der Distribution am Umsatz verwiesen. Wie hoch ist der Anteil konkret? Beschränken Sie sich im direkten Vertriebsgeschäft auf spezielle Marktsegmente wie Automotive?

In unserer langfristigen Strategie spielt die Entwicklung einer starken Basis von kleinen und mittleren Industriekunden in Europa eine entscheidende Rolle. Die genannten Kunden schätzen unsere anwendungsspezifischen Lösungen, welche die Entwicklungszeit verkürzen und beim Kunden zu Kosteneinsparungen führen können. Aus diesen Gründen erachten wir unsere Distributionskanäle für das regionale Business für wichtig, bauen aber auch weiterhin unsere direkte Präsenz aus. Bereits vor Corona haben wir zudem unsere digitale Support Platform MPS Now eingeführt, um unseren Kunden noch mehr Unterstützung bieten zu können. Mit dieser Plattform bieten wir unseren Kunden einen umfassenden Engineering Support – dieser beinhaltet auch virtuelle Lab Sessions, bei denen unsere Experten live im Lab assistieren.

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