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Foundries im Glück

Umsatz steigt – Chips bleiben knapp

Der Umsatz und die Rangfolge der zehn größten Foundries der Welt im dritten Quartal 2021.
Der Umsatz und die Rangfolge der zehn größten Foundries der Welt im dritten Quartal 2021.
© Trendforce

Starke Nachfrage, neue Produktionskapazitäten und steigende Wafer-Preise ließen den Umsatz der Foundries im dritten Quartal 2021 gegenüber dem Vorquartal um 11,8 Prozent auf 27 Mrd. Dollar steigen.

Auch im dritten Quartal 2021 lag der Bedarf nach Chips über den Kapazitäten der Foundries. Und das obwohl die Nachfrage nach Produkten für das Home Office dank dem steigenden Anteil der geimpften Bevölkerung nachgelassen hat. Denn der Bedarf wächst in anderen Sektoren weiterhin. Das gilt insbesondere für Smartphones, von denen um die Weihnachtszeit die größten Stückzahlen verkauft werden.  Wie Trendforce weiter festgestellt hat, liegt auch der Bedarf der Notebook-Hersteller, der Hersteller von Netzwerkausrüstungen, der Automobilhersteller und der Hersteller von IoT-Geräten weiterhin hoch. Denn sie bauen ihre Lagerbestände auf, weil die Knappheit der Foundry-Kapazitäten, verhindert hatte, dass sie ihre Verkaufsziele erreichen konnten.

Obwohl die Foundries ihre Kapazitäten bereits erweitert haben, sind sie praktisch komplett ausgebucht. Bis die neuen Fabs, die derzeit gebaut werden, ihre Fertigungen hochfahren können, wird noch einige Zeit ins Land ziehen. Deshalb geht Trendforce davon aus, dass die Knappheit noch einige Zeit andauern wird. Der Bedarf an Chips für 5G, WiFi 6 und IoT ziehe weiter an. Deshalb werde der Umsatz der zehn größten Foundries auch im vierten Quartal steigen.

Die vier größten Foundries konnten im dritten Quartal jeweils um einen zweistelligen Prozentbetrag zulegen. Allerdings hat SMIC, die größte chinesische Foundry, unter den amerikanischen Handelsbeschränkungen gelitten.

TSMC

TSMC steigerte den Umsatz im dritten gegenüber dem zweiten Quartal 2021 um 11.9 Prozent auf 14.88 Mrd. Dollar und bleibt damit mit Abstand größte Foundry der Welt.  Das Unternehmen profitierte vor allem von neuen iPhone-Typen. Inzwischen generiert TSMC über 50 Prozent des Umsatzes mit den ICs, die mit Hilfe von 7- und 5-nm-Prozessen gefertigt werden.

Samsung

Der Umsatz von Samsung wuchs im dritten Quartal um 11 Prozent auf 4,81 Mrd. Dollar, was Platz 2 im weltweiten Ranking bedeutet. Laut Trendforce hat dazu beigetragen, dass im zweiten Halbjahr neue Smartphones auf den Markt kamen, dass die Line S2 der Fab in Austin nach den Winterstürmen wieder ihre volle Fertigungskapazität erreicht hat und dass die Kapazität der Line S5 in der Fab in Pyeongtaek ausgebaut wurde. Zudem hatte der Umsatz im zweiten Quartal auf einem bescheidenen Niveau gelegen, so dass das prozentuale Wachstum im dritten Quartal hoch ausfiel.

UMC

UMC hat im dritten Quartal neue Fertigungskapazitäten für ihre 28- und 22-nm-Prozesse in Betrieb genommen. Um 12,2 Prozent auf 2,04 Mrd. Dollar konnte das Unternehmen den Umsatz im dritten Quartal steigern.

Globalfoundries

Der Umsatz von Globalfoundries wuchs um 12 Prozent auf 1,171 Mrd. Dollar. Das Unternehmen hat bereits angekündigt, die Kapazitäten deutlich ausbauen zu wollen. So werden die existierenden Fabs in Dresden und in Malta im Staat New York erweitert. Zudem werden in Singapur und Malta neue Fabs gebaut. Globalfoundries finanziert die Expansion über Public Private Partnerships.

SMIC

Der Umsatzzuwachs von SMIC fiel mit 5.3 Prozent vergleichsweise gering aus. Mit 1,42 Mrd. Dollar im dritten Quartal landet SMIC damit auf dem fünften Platz.  Laut Trendforce konnte SMIC den Umsatz wegen des anhaltend hohen Bedarfs an PMICs, Wi-Fi-Chips, MCUs and RFICs steigern. Außerdem hat SMIC die Wafer-Preise stetig angehoben. Zudem habe SMIC den Produktmix der geopolitischen Lage angepasst. Jetzt liege der Anteil der chinesischen Kunden bei 70 Prozent – mit steigender Tendenz.

HuaHong

Unter den kleineren Foundries verzeichnete die HuaHong Group einen Umsatzsprung um 21,4 Prozent auf 799 Mio. Dollar. Das Unternehmen hat die ASPs angehoben, weil die Kapazitäten über das gesamte Jahr 2021 ausgebucht sind.  Außerdem hat HuaHong ihre Kapazität im Werk in Wuxi bereits ausgebaut.

PSMC

PSMC hat den Umsatz vor allem wegen höherer Wafer-Preise um 14,4 Prozent auf 525 Mio. Dollar gesteigert. Das Unternehmen fertigt DDs, PMICs, CIS sowie MOSFETs und IGBTs.

VIS und Tower

Dank steigender Kapazität und Anpassungen des Produktmix kletterte der Umsatz von VIS um 17,5 Prozent auf 426 Mio. Dollar. Tower Semiconductor kommt mit einem Plus von 6,9 Prozent auf 387 Mio. Dollar auf Platz 9 im Ranking. Tower profitierte laut Trendforce von dem stabilen Bedarf an RF-SOI- und Sensor-Chips sowie an PMICs.

DB HiTek

Platz zehn belegt mit einem Umsatz von 283 Mio. Dollar (plus 15,6 Prozent) DB HiTek. Das Unternehmen konnte laut Trendforce über dieses Jahr die Kapazitäten erhöhen, ist aber nach wie vor zu 100 Prozent ausgelastet.  


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