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Riesige Investitionen

TSMC und Samsung hängen alle anderen ab

19. März 2021, 07:23 Uhr   |  Heinz Arnold

TSMC und Samsung hängen alle anderen ab
© IC Insights

Der Anteil der jeweils zwei größten IC-Hersteller an den Investitionen aller IC-Hersteller zwischen 1994 und 2021.

Samsung investierte 2017 bis 2020 rund 93 Mrd. Dollar, TSMC zieht jetzt nach. Beide bauen ihren Vorsprung aus, weil kaum ein Wettbewerber mithalten kann.


Nur noch drei Hersteller weltweit sind finanziell in der Lage, die neusten Prozesstechniken für die Fertigung von Chips voranzutreiben: Intel, Samsung und TSMC. Nur zwei von ihnen können derzeit ICs auf den 7-nm- und 5-nm-Prozessebenen in Stückzahlen produzieren und gehören damit laut IC Insights zur absoluten Spitze: Samsung und TSMC. Bis Intel ebenfalls auf der 7-nm-Ebene in hohen Stückzahlen fertigen könne, werde es laut den Analysten noch bis zum Jahr 2022 dauern. Dann will TSMC aber bereits auf der 3-nm-Ebene in Stückzahlen fertigen.

Das insgesamt nur noch drei Unternehmen im Rennen um die neusten Prozesstechniken mithalten können, liegt daran, dass es sich über die vergangenen 25 Jahre zu einem immer teureren Vergnügen entwickelt hat, auf der Höhe der Fertigungstechnik für die Produktion der jeweils neusten IC-Generationen zu bleiben.

In der Geschichte der Halbleiterindustrie konnten schon immer diejenigen Hersteller die fortschrittlichsten ICs produzieren, die das meiste Geld in neue Fertigungstechniken, Equipment und Fabs steckten.  Zwar hat Intel über die letzten 27 Jahre in 25 Jahren zu den zwei Herstellern gehört, die weltweit am meisten Geld in neue Prozesstechniken investiert haben. Doch hat Intel 2020 nur die Hälfte dessen ausgegeben, was Samsung investiert hat. Auch in diesem Jahr wird Intel laut IC Insights deutlich weniger ausgeben als Samsung und TSMC, die jeweils die stolze Summe von 28 Mrd. Dollar investieren wollen.

Die jeweils größten und zweitgrößten Investoren unter den IC-Herstellern von 1994 bis 2021.
© IC Insights

Die jeweils größten und zweitgrößten Investoren unter den IC-Herstellern von 1994 bis 2021.

Samsung: 93 Mrd. Dollar von 2017 bis 2020

2010 hatte Samsung erstmals mehr als 10 Mrd. Dollar in neue Fabs und neue Prozesstechniken investiert. 2016 flossen 11,3 Mrd. Dollar in diesen Sektor, 2017 wuchs der Betrag um mehr als das Doppelte auf 24,2 Mrd. Dollar. Auch danach investierte das südkoreanische Unternehmen kräftig und steigerte die Ausgaben im vergangenen Jahr sogar noch auf 28 Mrd. Dollar. Damit kommt Samsung auf Investitionen in Höhe von 93,2 Mrd. Dollar allein im Zeitraum von 2017 bis 2020 – bisher einmalig in der Halbleiterindustrie. Das ist das Doppelte dessen, was chinesische Hersteller über denselben Zeitraum ausgegeben haben. Samsung hat nicht bekannt gegeben, wieviel Geld in diesem Jahr fließen soll, IC Insights geht aber davon aus, dass der Betrag in der Höhe vom letzten Jahr liegen wird.

Fast 50 Prozent des Umsatzes mit 7-nm- und 5-nm-ICs

Im zweiten Halbjahr 2020 hat TSMC 47 Prozent des Umsatzes mit ICs erzielt, die auf der 7- und 5-nm-Ebene gefertigt werden. Die 5-nm-Chips kamen im gesamten Jahr 2020 auf einen Umsatzanteil von 8 Prozent (3,5 Mrd. Dollar). Dass TSMC in der ersten Jahreshälfte mit 5-nm-Chips noch keinen Umsatz erzielt hatte, zeige laut IC Insights, wie schnell das Unternehmen neue Prozesstechnologien einführt.

Während Samsung also schon 2017 damit begonnen hatte, die Investitionen deutlich hochzufahren, beschleunigt TSMC ab diesem Jahr: Die für dieses Jahr angekündigten Investitionen von 28 Mrd. Dollar entsprechen gegenüber dem Vorjahr einer Steigerung von 60 Prozent.

Wenn also Samsung und TSMC ihren Vorsprung weiter ausbauen, haben dann Unternehmen aus den USA und Europa überhaupt eine Chance aufzuholen? IC Insights geht davon aus, dass die Regierungen n den USA und Europa über einen Zeitraum von fünf Jahren jeweils mindestens 30 Mrd. Dollar pro Jahr ausgeben müssten, um eine Chance zu haben.

Und China? Das Land stellt derzeit einen Sonderfall dar, weil die USA durch ihre Handelsrestriktionen verhindern, dass chinesische IC-Hersteller an dringend benötigte Maschinen für die Halbleiterfertigung herankommen. Da nützen auch hohe Investitionen nichts.

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