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TSMC: 30 Mrd. Dollar 2021

Höchste Priorität den Automotive-ICs

C.C. Wei, CEO von TSMC: »Die Liefersituation im Sektor der Automotive-Chips wird sich im kommenden Quartal sehr stark entspannen.«
C.C. Wei, CEO von TSMC: »Die Liefersituation im Sektor der Automotive-Chips wird sich im kommenden Quartal sehr stark entspannen.«
© TSMC

Die IC-Knappheit wird sich bis ins Jahr 2022 ziehen – für Automotive-Chips gibt TSMC-CEO Wei allerdings Entwarnung.

TSMC steckt in diesem Jahr noch mehr Geld in neue Kapazitäten als ursprünglich geplant: 30 Mrd. Dollar statt der zuvor angekündigten 25 bis 28 Mrd. Dollar.

Insgesamt würde die Knappheit von Chips dieses Jahr über anhalten und sich sogar noch weiter ins kommende Jahr erstrecken, sagte C.C. Wei, CEO von TSMC, auf einer Investorenkonferenz am Donnerstag vergangener Woche.  

Automotive-ICs haben höchste Priorität

Für die Automotive-Industrie verkündete er jedoch gute Neuigkeiten: »Die Liefersituation im Sektor der Automotive-Chips wird sich im kommenden Quartal sehr stark entspannen.«

Denn schon im Januar hatten TSMC beschlossen, der Fertigung von Automotive-Chips höchste Priorität zukommen zu lassen und hat die Wafer-Kapazitäten entsprechend angepasst.

»Allerdings verschlimmerte sich die Situation noch wegen der Auswirkungen der Schneestürme in Texas und wegen eines Brandes in einer Fab in Japan«, so C.C. Wei.

Zu beachten sei auch, dass die Automotive-Lieferkette lang und komplex sei: Von der Chipproduktion bis zur Autoproduktion dauere es mindestens 6 Monate, mit vielen Zwischenschritten und vielen beteiligten Firmen. Doch ab dem dritten Quartal 2021 würden die im Januar eingeleiteten Maßnahmen für die Automobilkunden spürbar werden.

Im ersten Quartal 2021 hat TSMC 4 Prozent des Umsatzes mit Automotive-ICs erwirtschaftet. Chips für den Einsatz in Smartphones kommen dagegen auf einen Anteil von 45 Prozent gefolgt von High Perfomance Computing mit 35 Prozent und IoT mit 9 Prozent. Allerdings ist der Anteil der Automotive Chips im ersten Quartal um 31 Prozent in die Höhe geschossen, gefolgt von HPC (14 Prozent). Der Anteil der Smartphone-Chips sank um 11 Prozent.

Automobil-ICs machen 4 Prozent vom Umsatz von TSMC aus, sie schossen im ersteu Quartal aber um 31 Prozent in die Höhe.
Automobil-ICs machen derzeit 4 Prozent am Umsatz von TSMC aus, sie schossen im ersten Quartal aber um 31 Prozent in die Höhe.
© TSMC

Der größte Umsatzanteil entfiel im ersten Quartal 2021 auf ICs, die mt Hilfe von 7-nm-rozessen gefertigt werden. Auf 5-nm-ICs entfällt bereits ein Anteil von 14 Prozent – genau so viel wie TSMC mit 16-nm-IC erwirtschaftet hat. Auf 28-nm-ICs entfallen 11 Prozent, gefolgt von 40/45 nm mit 7, 65 nm mit 5 und 90 nm mit 3 Prozent. Auf die äteren 0,15/0,18-µm-ICs entfallen immerhin noch 6 Prozent und auf die 0,11/0,13-µm-Prozesse 3 Prozent.

Bedarf an 3-nm- und 5-nm-ICs hoch

In diesem und in den folgenden zwei Jahren will TSMC insgesamt 100 Mrd. Dollar investieren. Wie C.C. Wei erklärte, sei die Nachfrage nach ICs, die mit Hilfe von 5-nm- und 3-nm-Prozessen gefertigt werden, so hoch, dass die Kapazitäten schnell ausgebaut werden müssten. Vor allem 5G-Ausrüstngen und High Performance Computing (HPC) verlangten nach Chips mit möglichst geringen Strukturgrößen.

Deshalb werden 80 Prozent des Investitions-Budgets in 3-nm-, 5-nm- und 7-nm-Prozesse fließen. 10 Prozent will TSMC in den Ausbau der älteren Prozessebenen stecken.

Mit der Fertigung von 5-nm- und 7-nm-ICs erzielte TSMC im ersten Quartal 2021 praktisch die Hälfte des Gesamtumsatzes.
Mit der Fertigung von 5-nm- und 7-nm-ICs erzielte TSMC im ersten Quartal 2021 praktisch die Hälfte des Gesamtumsatzes.
© TSMC

Geopolitische Spannungen – höhere Lagerbestände

Fast alle Kunden würden nach den Worten von C.C. Wei angesichts der geopolitischen Spannungen und der Auswirkungen der Corona-Pandemie größere Lagerbestände aufbauen. Dass durch Mehrfachbestellungen der Eindruck entstünde, dass der Bedarf höher liege als real tatsächlich vorhanden ist, wollte er nicht ausschließen. Aber der strukturelle Bedarf sei auf jeden Fall real.

Zudem würde würden Hersteller mit eigenen Fabs zunehmend Teile der Fertigung auslagern. Als ein Beispiel nannte er Intel.

10 bis 15 Prozent CAGR bis 2025

Angetrieben durch die hohen Investitionen werde TSMC bis 2025 auf eine durchschnittliches Umsatzwachstum pro Jahr von 10 bis 15 Prozent kommen. Für dieses Jahr hat TSMC das Umsatzwachstum von 15 auf 20 Prozent nach oben korrigiert. In diesem Quartal rechnet TSMC mit einem Umsatz zwischen 12,9 und 13,2 Mrd. Dollar, worin die Auswirkungen des Stromausfalls in Fab 14 im South Taiwan Science Park schon einbegriffen sind. Im vorausgegangenen Quartal hatte der Umsatz 12,75 Mrd. Dollar betragen.

Kein Produktionsausfall wegen Wassermangels

Weil es über die vergangenen Jahre in Taiwan ungewöhnlich wenig geregnet hat, ist das Wasser auf dem Inselstaat knapp und der Zugag wird staatlich reglementiert. TSMC habe aber schon lange ein Risk-Management-System etabliert, so dass das Unternehmen laut C.C Wie auch damit gut zu Recht käme. »Die staatlich angeordnete Begrenzung des Wasserverbrauchs hat sich auf unsere Produktion bisher nicht ausgewirkt und ich erwarte auch künftig keine Auswirkungen«, sagte C.C Wei.


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TSMC Europe B.V.