CMOS-Bildsensoren

Erster Abschwung seit zehn Jahren

16. September 2022, 7:14 Uhr | Heinz Arnold
IC Insights
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2022 wird der Umsatz mit CMOS-Bildsensoren zum ersten Mal seit 13 Jahren zurückgehen: Um 7 Prozent soll er auf 18,6 Mrd. Dollar fallen.

Laut den Analysten von IC Insight werden die Hersteller weltweit in diesem Jahr 6,1 Mrd. CMOS-Bildsensoren auslieferten, 11 Prozent weniger als 2021.  

Doch schon im kommenden Jahr soll es mit plus 4 Prozent auf 19,3 Mrd. Dollar wieder aufwärts gehen, 2024 sogar um 13 Prozent auf einen neuen Rekordwert von 21,7 Mrd. Dollar. Schon im vergangenen Jahr und 2020 war das Umsatzwachstum für die CMOS-Bildsensoren mit 5 Prozent bzw. 4 Prozent vergleichsweise gering ausgefallen. Das lag vor allem an der sinkenden Nachfrage aus dem Bereichen Smartphones und tragbare Computer mit Digitalkameras, die einen durch Corona bedingten kurzen Wachstumsschub erlebten, deren Nachfrage dann aber wieder zurückging. 

Zusätzlich leiden die CMOS-Bildsensoren darunter, dass die Verbraucher wegen der hohen Energiekosten und hoher Inflation weniger Geld ausgeben. Dazu kommen noch der Handelskrieg zwischen den USA und China sowie die Null-Covid-Politik in China, die dort zu Lockdowns und Produktionsausfällen führt. Zudem steigt die Zahl der Kameras in neuen Smartphones nicht so schnell wie gewohnt: Einige High-End-Geräte sind mit vier oder fünf Kameras ausgestattet, doch die überwiegende Zahl verharrt bei drei Kameras. Wie IC Insights in ihrer neusten Marktstudie schreibt, haben chinesische Manager die Kombination aus fallender Nachfrage für die Mittelklasse-Smartphones einerseits und andererseits die Tatsache, dass die Zahl der Kameras in neu auf den Markt kommenden Smartphones derzeit nicht steigt, als den perfekten Sturm bezeichnet. 

Die Nummer 1 unter den Herstellern von CMOS-Bildsensoren ist Sony, die 2021 auf einen Marktanteil von 43 Prozent kam. Im dritten Quartal verzeichnete das Unternehmen einen Umsatzeinbruch gegenüber dem zweiten Quartal in Dollar gemessen um 12,4 Prozent, gemessen in Yen waren es minus 2 Prozent. Sony geht davon aus, dass die Lagerüberbestände an Smartphones und CMOS-Bildsensoren im Anfang 2023 abgebaut würden und sich die Lage im zweiten Halbjahr ihres Finanzjahres 2023, das im März nächsten Jahres endet, wieder normalisiere.

Zwei Drittel aller CMOS-Bildsensoren werden heute in Handys verbaut.  Dieser Anteil werde bis 2026 auf 45 Prozent sinken, wie die Analysten von IC Insights schätzen. Der Aufschwung für die Bildsensoren würde daraus resultieren, dass künftig wieder mehr Smartphones verkauft werden und die Zahl der Kameras mit CMOS-Bildsensoren in Autos, in Autos, in medizinischen Geräten und Sicherheitssystemen weiter steigen werden. Deshalb würden sie zwischen 2021 und 2016 auf eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 6 Prozent kommen und dann einen Umsatz von 26,9 Mrd. Dollar (9,6 Mrd. Stück) erreichen. 

Über die vergangenen zwei Jahrzehnte konnten die CMOS-Bildsensoren eine beeindruckende Erfolgsgeschichte hinlegen: Ihr Umsatz ist fast durchgängig jedes Jahr gegenüber dem Vorjahr gewachsen, so dass allein diese Produktgruppe zuletzt auf einen Anteil von 40 Prozent am weltweiten Gesamtmarktes für optische Halbleiter kam. 

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