Nur Huawei leidet

Das sind die Top-Ten-IC-Einkäufer 2021

3. Februar 2022, 9:04 Uhr | Heinz Arnold
Die zehn größten Halbleitereinkäufer der Welt und ihre Ausgaben für Chips 2020 und 2021 in Dollar
Die zehn größten Halbleitereinkäufer der Welt und ihre Ausgaben für Chips 2020 und 2021 in Dollar: Wegen der amerikanischen Restriktionen ist Huawei deutlich zurückgefallen. Insgesamt kommen die Top Ten inzwischen auf 42,1 Prozent des Gesamtmarktes. 
© Gartner

Die zehn größten Einkäufer von Chips haben laut Gartner ihre Ausgaben 2021 um durchschnittlich 25 Prozent erhöht – mit einer Ausnahme: Huawei.

Das liegt an den amerikanischen Restriktionen, die es dem Unternehmen schwer machen, an Chips heranzukommen, was an den Zahlen von 2021 deutlich zu sehen ist: Mit 15,38 Mrd. Dollar hat Huawei 2021 um 32,3 Prozent weniger für Chips ausgegeben als 2020. Damit ist Huawei in der Rangfolge der größten Einkäufer von Platz 3 auf den siebten Platz zurückgefallen. 

Davon haben vor allem die chinesischen Wettbewerber von Huawei profitiert. So hat BBK Electronics, Hersteller von Unterhaltungselektronik und Mobiltelefonen (mit den Marken  Oppo, Vivo, OnePlus, Realme und iQOO), die Ausgaben für Chips um 63,8 Prozent auf 23,35 Mrd. Dollar gesteigert und ist von Platz 6 auf Platz 4 vorgestoßen. Xiaomi hat die Ausgaben um 68,2 Prozent auf 17,25 Mrd. Dollar gesteigert. 

In der Rangfolge der weltweit größten Chipeinkäufer führt Apple deutlich: 26 Prozent mehr hat das Unternehmen 2021 für Chips ausgegeben. Insgesamt waren es 68,3 Mrd. Dollar. Laut Gartner musste Apple für Speicher-ICs sogar um 36,8 Prozent mehr auf den Tisch legen als 2020, für die übrigen Chips »nur« um 20,2 Prozent mehr. Hier kommt zum Tragen, dass Apple weniger Prozessoren einkaufen muss, weil der Anteil der im eigenen Haus entwickelten Prozessoren steigt. 

Samsung erhöhte das Einkaufsbudget um 28 Prozent und liegt mit 45,8 Mrd. Dollar auf dem zweiten Platz, gefolgt von Lenovo mit 23,35 Mrd. Dollar, was einem Plus um 32 Prozent entspricht.  

Dass die meisten OEMs ihre Ausgaben für Chips so stark gesteigert haben, liegt vor allem an der Knappheit, die die Preise in die Höhe klettern ließ. »Die Halbleiterhersteller haben im vergangenen Jahr mehr Chips ausgeliefert als 2020, aber der Bedarf der OEMs überstieg die Fertigungskapazitäten der Chip-Hersteller bei weitem«, sagt Masatsune Yamaji, Forschungsdirektor von Gartner. 

Die Durchschnittspreise der Chips sind 2021 kräftig gestiegen: Quer durch alle Kategorien mussten die Anwender 15 Prozent mehr für ihre Chips ausgeben. »Bedingt durch die Knappheit haben auch Doppelbuchungen und Panikkäufe zugenommen, was ebenfalls dazu beigetragen hat, dass die Ausgaben der OEMs für Chips kräftig gestiegen sind«, so Yamaji. 
 


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