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Embedded-Expertenrunde

CPU-Tempo ist nicht alles

22. Juni 2020, 12:04 Uhr   |  Manne Kreuzer

CPU-Tempo ist nicht alles
© Congatec

Das Computer-on-Module-Konzept kann den Embedded-Prozessor-Trends gut folgen.

Prozessoren sind die Herzstücke der Embedded-Systeme. Allerdings ist die Embedded-Branche nicht immer die Hauptzielgruppe der Prozessorhersteller. Daher schauen die Embedded-Computing-Spezialisten genau auf die Veränderungen der Branche.

Die in den CPU-Roadmaps angekündigten ursprünglichen Liefertermine wurden in der Vergangenheit von diversen Halbleiterherstellern oftmals nicht eingehalten, und daher rechnete man in der Branche schon automatisch mit Verzögerungen. In den letzten Jahren sind diese Wartezeiten aber deutlich angestiegen, sodass schon mancher Zweifel an der Gültigkeit von Moore‘s Law geäußert hat. Ist man schon am Ende der „technologischen Fahnenstange“ angekommen oder ist einfach nur das Marketing übereifrig? 
»Ich denke sowohl als auch – aus der inzwischen entstandenen echten Konkurrenzsituation ergibt sich natürlich ein Überbietungswettbewerb im Marketing. Allerding gibt es aktuell auch gewisse technische Randbedingungen, die ein weiteres Verkleinern bei sehr ähnlicher Technologie wie bisher nicht zulassen«, erklärt Dirk Finstel, Associate Vice President Embedded IoT Europe von Advantech. »Aktuelle Bespiele sind etwa EUV-Lithografie oder Chiplet-Design – mit den bewährten Lösungen ist die Ausbeute einfach zu schlecht, falls technisch überhaupt umsetzbar. Denn es zeigt sich hier, wie hochkomplex die Technologie geworden ist. Das gilt auch für Embedded Computing – das Design einer aktuellen Embedded-Computing-Plattform ist wesentlich komplexer, ressourcen- und investitionsintensiver als noch vor zehn Jahren. Außerdem ist auch klar, dass nur über die Innovation im Bereich Silizium sich eine tragfähige Innovationsstrategie in der Industrie nicht mehr definieren lässt.«
Letzteres kann Volkmar Kaufmann, Sales Director Central & East Europe von Aaeon Technology bestätigen: »In bestimmten Marktsegmenten im Industrie-Bereich gibt es überhaupt keinen Bedarf für eine extreme Launch-Geschwindigkeit von schnelleren Prozessoren. Es sind oftmals andere Eigenschaften gefragt, aber auch hier tut sich einiges, und es werden „echte“ Embedded-Prozessoren entwickelt.«
So zählt beispielsweise für viele Kunden im Embedded-Bereich die Effizienz der CPU ein bedeutende Rolle, wie Christian Eder, Director Marketing von congatec, betont: »Moore‘s Law im Bereich Embedded bedeutet vor allem, die Performance in Bezug auf die TDP zu betrachten. Hier gibt es durchaus deutliche Fortschritte, denn die neuen CPUs werden in der Struktur immer kleiner, um sowohl schneller als auch stromsparender zu sein. Gleichzeitig erhalten sie auch immer schnellere Schnittstellen und erweiterte Funktionalitäten.«

Norbert Hauser
© Kontron

Norbert Hauser, Kontron: »Der Wert einer CPU ergibt sich immer aus den drei Ps - Preis, Performance, Power. Solange diese für RISC-V nicht klar sind, lässt sich schwer eine Aussage treffen.«

Als neuer Geschäftsführer von Bressner Technology will Martin Stiborski solide wirtschaften und den Kunden aus allen Branchenbereichen State-of-the-Art-Lösungen anbieten.
© Bressner Technology

Martin Stiborski, Bressner Technology: »Wenn sich Kunden bewusst sind, welche Prozessorkerne, Schnittstellen, Funktionen oder Arbeitsspeicher für ihre Anwendung passend sind, lässt sich auch hier schnell die korrekte Version finden.«

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1. CPU-Tempo ist nicht alles
2. Auswirkungen auf Termine
3. Branchenspezifische Reaktionen
4. RISC-V

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