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Automotive-Trends 2019

Mobilität neu definiert


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Warum gerade Israel?

Es mutet auf den ersten Blick etwas überraschend an, dass sich all diese Startups in einem so kleinen Land wie Israel gegründet haben. Die Studie nennt dazu gleich mehrere Faktoren, die diese Entwicklung begünstigt haben. Zum einen ist in Israel reichlich Risikokapital vorhanden – vor allem aus dem Ausland. Einheimische Investoren kommen nur noch auf einen Anteil von 15 Prozent. Eine besondere Rolle spielt zudem das Militär.

Während des für Männer drei Jahre und für Frauen zwei Jahre dauernden Wehrdienstes übernehmen die Soldaten schnell Verantwortung, lernen mit kritischen Situationen umzugehen und bauen ein persönliches Netzwerk auf, auf das sie später zurückgreifen können. Besonders begabte Rekruten erhalten zudem die Möglichkeit, parallel zur militärischen Ausbildung ein Studium in Mathematik, Physik und Informatik zu absolvieren. Darüber hinaus fördert der Staat sehr aktiv Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Als einen weiteren Erfolgsfaktor nennt die Studie eine spezielle Mentalität: Es gehöre zum israelischen Traum, ein eigenes Startup zu gründen.

Noch wirken die ebenso zahlreichen wie unterschiedlichen Startups im Automotive-Bereich eher wie isolierte Puzzle-Stücke. Doch schon in naher Zukunft sollen sich all diese Ansätze zu einem einheitlichen Bild zusammenfügen. Als Kernelement der neuen Mobilität fungieren dabei laut Roland Berger elektrisch angetriebene Robotertaxis. An deren technischer Realisierung arbeiten sowohl Elektromobilitäts-Startups wie City Transformer und Storedot als auch auf Sensorik und Steuerungsaufgaben spezialisierte Unternehmen wie Mobileye, Innoviz oder Arbe Robotic.

Für den laufenden Betrieb einer Robotertaxiflotte sind darüber hinaus Mobilitätsplattformen erforderlich, die nicht nur die Buchungsvorgänge abwickeln, sondern auch die zu erwartende Nachfrage sowie das Verkehrsaufkommen prognostizieren können. Hier sind ebenfalls verschiedene Startups wie Moovit oder Fleetonomy bereits aktiv. Neben den Robotertaxis sollen zukünftig Ride-Sharing-/Ride-Hailing-Services eine wichtige Rolle spielen – insbesondere zu Stoßzeiten sowie für längere Strecken. Auch hierfür werden intelligente Plattformen benötigt, um einen möglichst profitablen und kundenfreundlichen Service bei der Vermittlung von privaten Mitfahrgelegenheiten anbieten zu können.

Außergewöhnlich hohe Margen

Konkret prognostiziert die Studie den Robotertaxi-Services für das Jahr 2030 einen 20-prozentigen Umsatzanteil im Bereich Mobilität. Zum Vergleich: Für die klassischen OEMs wird ein Anteil von immerhin noch 30 Prozent erwartet. Ganz anders sieht die Situation bei der Gewinnerwartung für 2030 aus. Laut Roland Berger kommen die Robotertaxis hier trotz des niedrigeren Umsatzes auf einen Anteil von satten 40 Prozent – und die OEMs auf lediglich 22 Prozent. Die prognostizierten außergewöhnlich hohen Margen dürften ein wichtiger Grund für viele Investoren sein, sich gerade in diesem Bereich zu engagieren.


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