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Automatisiertes Fahren agil entwickeln

Volkswagen und Microsoft arbeiten an Automated Driving Platform

11. Februar 2021, 08:24 Uhr   |  Irina Hübner

Volkswagen und Microsoft arbeiten an Automated Driving Platform
© Volkswagen

Die Car.Software Organisation und Microsoft arbeiten gemeinsam an der Automated Driving Platform.

Die Car.Software Organisation im Volkswagen-Konzern wird gemeinsam mit Microsoft eine Automated Driving Platform für die agile Entwicklung automatisierter Fahrfunktionen aufbauen. Mit der cloudbasierten Plattform will die Organisation ihre Entwicklungsprozesse auf Microsoft Azure vereinfachen.

Der Volkswagen-Konzern baut seine Kompetenzen in der Entwicklung automatisierter Fahrfunktionen weiter aus: Das konzerneigene Softwareunternehmen Car.Software Organisation wird gemeinsam mit Microsoft eine cloudbasierte Automated Driving Platform (ADP) aufbauen, die Microsoft-Azure-Cloud- und Datendienste nutzt, um automatisierte Fahrerlebnisse noch schneller auf globaler Ebene zu ermöglichen.

Mit der ADP auf Basis von Azure will die Car.Software Organisation Fahrerassistenzsysteme und automatisierte Fahrfunktionen im Pkw für die Marken des Volkswagen Konzerns effizienter entwickeln. Volkswagen und Microsoft arbeiten bereits seit 2018 im Rahmen einer strategischen Partnerschaft gemeinsam an der Volkswagen Automotive Cloud, die künftig alle digitalen Dienste und Mobilitätsangebote von Volkswagen umfassen wird.

Einheitliche Plattform beschleunigt ADAS-Entwicklung

Die Entwicklung assistierter und automatisierter Systeme erfordert enorme Rechenleistungen. Täglich müssen Petabytes an Daten über Straßen- und Wetterbedingungen, Hinderniserkennung und Fahrverhalten für das Training, die Simulation und die Validierung der automatisierten Funktionen verarbeitet werden. Algorithmen, die aus Milliarden realer und simulierter Fahrkilometer lernen, sind der Schlüssel für die Entwicklung vernetzter Fahrerlebnisse.

Die Car.Software Organisation geht diese Herausforderung gemeinsam mit Microsoft an. Die ADP soll die Entwicklerarbeit vereinfachen, indem sie das »Lernen aus gefahrenen Kilometern« über eine zentrale Datenbank gestattet. Hierbei fließen Verkehrsdaten von Fahrzeugen des Konzerns ebenso ein wie Simulationsdaten. Die Cloud-, Daten- und Machine-Learning-Dienste von Microsoft Azure sowie Microsofts Know-how für agile Softwareentwicklung werden die Basis für den Aufbau einer zentralen Entwicklungsumgebung für die weltweit agierenden Entwicklungsteams der Car.Software Organisation bilden. Mithilfe der ADP sollen sich die Entwicklungszyklen von Monaten auf Wochen verkürzen lassen. Mit der Arbeit an der ADP wird sofort gestartet, der Funktionsumfang soll dann kontinuierlich erweitert werden.

Volkswagen und Microsoft Unternehmen wollen zudem Technologiepartnern ermöglichen, Werkzeuge und Dienste zu entwickeln, die in die Plattform integriert werden können.

VW steigert Eigenanteil an Softwareentwicklung

Bis 2025 will der Volkswagen-Konzern rund 27 Mrd. Euro in die Digitalisierung investieren und den Eigenanteil an der Softwareentwicklung im Auto von heute 10 Prozent auf 60 Prozent erhöhen. Die im vergangenen Jahr gegründete Car.Software Organisation spielt dabei eine Schlüsselrolle.

Volkswagen und Microsoft arbeiten bereits seit 2018 bei der Volkswagen Automotive Cloud (VW.AC) zusammen. Das VW.AC-Entwicklerteam in Seattle hat den Datenaustausch zwischen Fahrzeugen und Cloud über Edge-Dienste von Azure bereits erfolgreich umgesetzt. Die Cloud-Anbindung befähigt Volkswagen, zukünftig Updates und neue Funktionen unabhängig von der Fahrzeug-Hardware bereitzustellen.

Die ersten mit der VW.AC vernetzten Testflotten sollen 2021 auf die Straße kommen, der Serienanlauf ist für 2022 geplant. Die Car.Software Organisation wird die ADP und VW.AC eng verzahnt entwickeln. Mithilfe der VW.AC sollen die auf der ADP entwickelten assistierten und automatisierten Fahrfunktionen für die gesamte Fahrzeugflotte des Konzerns getestet, bereitgestellt und betrieben werden.

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