Schwerpunkte

Volkswagen-Strategie Accelerate

Transformation zum Software-orientierten Mobilitätsanbieter

08. März 2021, 11:30 Uhr   |  Stefanie Eckardt

Transformation zum Software-orientierten Mobilitätsanbieter
© Volkswagen

Mit der Strategie Accelerate will Volkswagen Zukunftsthemen wie Digitalisierung, neue Geschäftsmodelle und autonomes Fahren angehen.

Volkswagen will zügig die Transformation zum Software-orientierten Mobilitätsanbieter vollziehen und hat dafür die Strategie Accelerate entwickelt. Dabei werden die Integration von Software im Fahrzeug und das digitale Kundenerlebnis zu wichtigen Kernkompetenzen.

Mit Accelerate will sich Volkswagen nun zur »begehrenswertesten Marke für nachhaltige Mobilität« wandeln. Für die beschleunigte Transformation verfolgt das Unternehmen drei strategische Werttreiber:

  • den Wert der Marke,
  • skalierbare Plattformen und
  • wertvolles Unternehmen

Mit seinem Volumen sorgt der Automobilhersteller für die Skalierung der Software im Konzern. Software-Integration in das Fahrzeug und das digitale Kundenerlebnis sollen somit zur Kernkompetenz des Unternehmens werden, das hierzu federführend ein kundenzentriertes digitales Ökosystem entwickelt. Dabei wird die ID.Familie zum Vorreiter. Dazu hat Volkswagen die agile Projekteinheit ID.Digital gegründet, die ab Sommer 2021 im 12-Wochen-Rhythmus Updates over the air bereitstellen wird. In zwei Jahren soll eine vollvernetzte Flotte von über 500.000 Fahrzeugen auf den Straßen fahren, über die Volkswagen direktes Kundenfeedback in neue Funktionen übertragen kann.

Durch die Weiterentwicklung des Fahrzeugs zum Software-basierten Produkt wollen die Wolfsburger die Voraussetzungen für neue, datenbasierte Geschäftsmodelle. Einstiegshürden in die individuelle Mobilität sollen sinken – bei gleichzeitig attraktiven Nutzungspaketen. So will das Unternehmen zusätzliche Erlöse in der Nutzungsphase generieren – für Lade- und Energiedienstleistungen, für Software-basierte Funktionen, die je nach Bedarf dazu gebucht werden können, oder auch für das automatisierte Fahren.

Auch bei der Angebotsstruktur will Volkswagen die Komplexität deutlich reduzieren. Künftige Fahrzeuggenerationen werden mit erheblich weniger Varianten produziert. Die individuelle Konfiguration wird nicht mehr über die Hardware beim Kauf festgelegt. Das Auto hat quasi alles bereits an Bord und Funktionen lassen sich jederzeit on demand über das digitale Ökosystem im Auto hinzubuchen. Die Komplexität in der Fertigung nimmt dadurch deutlich ab.

Bis 2025 investiert Volkswagen rund 16 Milliarden Euro in die Zukunftsthemen E-Mobilität, Hybridisierung und Digitalisierung. Um diese hohen Zukunftsinvestitionen schultern zu können, arbeitet das Unternehmen mit Accelerate an seiner Effizienz. Die angestrebte operative Marge von mindestens 6 Prozent soll bis zum Jahr 2023 erreicht und darüber hinaus nachhaltig abgesichert werden.

Der Fokus liegt dabei auf der Stärkung der Resilienz gegenüber Marktschwankungen. Dazu will Volkswagen bis 2023 die Fixkosten um 5 Prozent senken, die Produktivität der Werke um 5 Prozent jährlich steigern, die Materialkosten um 7 Prozent optimieren und alle Regionen nachhaltig in die schwarzen Zahlen bringen. In Südamerika und den USA peilt die Volkswagen bereits im laufenden Geschäftsjahr den Breakeven an. In Nordamerika wird jetzt mit rund 15 Prozent weniger Absatz die Gewinnzone erreicht, in Südamerika sogar mit rund 30 Prozent weniger.

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