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Einsatz digitaler Technologien im Pkw

Lassen sich Raser und Amokfahrer so stoppen?

15. Februar 2021, 10:25 Uhr   |  Irina Hübner

Lassen sich Raser und Amokfahrer so stoppen?
© ParabolStudio | Shuttterstock.com

Illegale Autorennen in der Innenstadt, rücksichtslose Autofahrer vor Schulen und Kindergärten oder die Amokfahrt in der Fußgängerzone: Eine breite Mehrheit der Bundesbürger wünscht sich den Einsatz digitaler Technologien im Pkw, um Unfälle und gefährliches Verhalten der Fahrer zu verhindern.

Der Digitalverband Bitkom hat 1003 Personen in Deutschland ab 16 Jahren zum Einsatz digitaler Technologien im Auto befragen lassen. 96 Prozent der Befragten würden es begrüßen, wenn das Fahrzeug nach einem starken Aufprall automatisch stehenbleibt, um Fahrerflucht zu verhindern. Fast genauso viele (95 Prozent) sind dafür, dass ein digitaler Assistent die Geschwindigkeit reduziert, wenn beim Abbiegen ein herannahender Fußgänger oder Radfahrer erscheint. Und immerhin drei Viertel (78 Prozent) der Umfrageteilnehmer stimmen dafür, dass eine automatische Verkehrszeichenerkennung im Fahrzeug die zulässige
 Höchstgeschwindigkeit prüft und verhindert, dass diese überschritten wird.

»Digitale Technologien vom Bremsassistenten bis zur Spurhalteautomatik machen das Autofahren heute sicherer denn je. Bislang ging es dabei vor allem um den Schutz der Fahrzeuginsassen. Jetzt bekommt die Diskussion um Verkehrssicherheit einen neuen Dreh: Die Menschen in Deutschland wollen künftig auch die Gefährdung, die von Autos für andere Verkehrsteilnehmer ausgeht, massiv reduzieren«, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. »Dabei geht es nicht darum, den Spaß am Fahren zu verleiden. Vielmehr ist es so, dass digitale Technologien unvernünftiges und unverantwortliches Handeln am Lenkrad stoppen und so die Gesundheit und das Leben gerade der schwächsten Verkehrsteilnehmer schützen können.«

Bei Gefahr gar nicht erst losfahren

Eine deutliche Mehrheit der Befragten unterstützt den Vorschlag, dass Fahrzeuge gar nicht erst losfahren sollten, wenn eine Gefahr droht. So sagen 78 Prozent, Autos sollten vor der Fahrt den Atemalkohol des Fahrers messen und nicht starten, wenn er den zulässigen Grenzwert überschreitet. Mehr als jeder Zweite (55 Prozent) stimmt außerdem zu, dass sich das Auto nur starten lassen sollte, nachdem sich der Fahrer als fahrberechtigt identifiziert hat – etwa mit einem digitalen Finger-Scan.

Auch der Missbrauch von Autos für Amokfahrten oder Terroranschläge ließe sich mithilfe digitaler Technologien verhindern oder zumindest erschweren, zum Beispiel indem unberechtigte Fahrzeuge durch eine Positionsbestimmung per GPS in gesperrte Bereiche wie eine Fußgängerzone gar nicht erst einfahren können. 73 Prozent der Bundesbürger würden den Einbau einer solchen Sperre in Fahrzeuge begrüßen.

Bei der Befragung handelt es sich um eine repräsentative Umfrage, die Bitkom Research im Januar im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Die Fragestellung lautete: »Digitale Technologien könnten in kritischen Situationen in das Verhalten eines Fahrzeugs eingreifen und so Unfälle oder auch Amokfahrten oder Terroranschläge verhindern. Unabhängig davon ob dies heute bereits möglich ist – wie stehen Sie generell zur Umsetzung folgender Szenarien?«

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