Stromversorger in der Corona-Krise

Mit einem blauen Auge davon gekommen

5. Oktober 2020, 9:28 Uhr | Engelbert Hopf
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Die Auftrags- und Umsatzeinbrüche der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/98 fielen massiver aus, als die aktuelle durch die Corona-Pandemie verursachten Auftrags- und Umsatzeinbrüche.
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Von Umsatzzuwächsen im einstelligen Prozentbereich bis zu Umsatzrückgängen von 10 bis 20 Prozent reichen die Prognosen führender Stromversorgungs-Anbieter auf dem deutschen Markt für 2020.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie scheinen die Stromversorgungsbranche nicht so hart zu treffen, wie das noch im März, April dieses Jahres erwartet wurde. Die aktuelle Branchenumfrage der Markt&Technik korreliert in ihrem Ergebnis mit den jüngsten Erkenntnissen des ifo-Instituts. Dessen Analysten hatten den Rückgang der Wirtschaftsentwicklung in Deutschland für 2020 vor Kurzem auf ein Minus von 5,2 Prozent beziffert. Im Juli war das ifo-Institut noch von einem Minus von 6,7 Prozent ausgegangen.

»Eigentlich verliefen die letzten Monate überraschend positiv«, so Uwe Frischknecht, Managing Director Sales EMEA bei Recom Electronics. »Es gab im Prinzip zu keiner Zeit den zu erwartenden massiven Einbruch, weder bei den Umsätzen noch bei den Auftragseingängen.« Vor diesem Hintergrund geht er von einem einstelligen Umsatzwachstum gegenüber 2019 und einem zweistelligen Auftragswachstum aus. Dass Recom offenbar so gut durch die Corona-Krise kommt, führt Frischknecht vor allem auf die extreme Kunden- und Anwendungsbreite des Stromversorgungs-Modulspezialisten zurück.

Hermann Püthe, inpotron Schaltnetzteile: "Es gib sie immer noch, die beratungsresistenten Kunden, denen man erklären muss, dass die Lieferfristen für Neubestellungen von 14 auf mindestens 25 Wochen hochgegangen sind. Das ist für einige immer noch neu
Hermann Püthe, inpotron Schaltnetzteile: »Es wird einen Strukturwandel geben, der rein wirtschaftlich sicher noch zwei Jahre benötigen wird, um die Umsätze wieder auf die Zeit vor Corona zu heben.«
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Sollte es in den nächsten Wochen und Monaten trotzt steigender Zahlen bei den Covid-19-Infektionen nicht noch einmal zu Lockdowns kommen, so das Ergebnis dieser aktuellen Branchenumfrage, rechnet die Mehrheit der Stromversorgungs-Spezialisten auf dem deutschen Markt mit einer weitgehenden Normalisierung bei der Auftrags- und Umsatzentwicklung im ersten Halbjahr 2021. Eine schnelle Erholung und Rückkehr zum Umsatz- und Auftragsniveau des Jahres 2019 erwarten dabei jedoch die Wenigsten.

»Es wird einen Strukturwandel geben, der rein wirtschaftlich sicher noch zwei Jahre benötigen wird, um die Umsätze wieder auf die Zeit vor Corona zu heben«, ist sich etwa Hermann Püthe, geschäftsführender Gesellschafter der inpotron Schaltnetzteile, sicher. Nachholeffekte, die dazu führen würden, dass Geschäftsausfälle aus diesem Jahr ausgeglichen würden, schließt die Mehrheit der Befragten aus. »Damit rechne ich für 2021 mit Sicherheit nicht«, so etwa Frank Cubasch, Geschäftsführer Magic Power Technology.

Frank Stocker
Frank Stocker, Schukat electronic: »Das bewusst gesuchte Messeerlebnis und die sich daraus ergebenden Geschäftsbeziehungen kann ein digitales Format nicht ersetzen.«
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Fast durchgehend einig sind sich die Befragten aus der Stromversorgungsbranche aber in einem Punkt: Ihrer ablehnenden Haltung virtuellen Messen gegenüber. Fast keiner äußert sich über seine bisherigen Erfahrungen in dieser Richtung positiv. »Virtuelle Messen bündeln vorhandene Informationen und reichern diese gegebenenfalls noch an«, meint stellvertretend für die Branchenmeinung Frank Stocker, FAE bei Schukat electronic. »Das bewusst gesuchte Messeerlebnis und die sich daraus ergebenden Geschäftsbeziehungen kann ein digitales Format aber nicht ersetzen.« Präsenzmessen, so das Branchenfazit zu dieser Frage, werden deshalb, sobald es möglich ist, wieder in alter Form stattfinden.

Mehr über die aktuellen Entwicklungen und Trends in der Stromversorgungsbranche erfahren Sie im Special Stromversorgung ab Seite 19.


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