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Neuer TDK-Lambda-Chef für Europa

»Sehr intensive und herausfordernde Monate«

30. Oktober 2020, 08:18 Uhr   |  Engelbert Hopf

»Sehr intensive und herausfordernde Monate«
© Markt&Technik

Matt Cotton, TDK-Lambda: »Wir bereiten uns in Ilfracombe mit erweiterter Lagerhaltung sowohl bei den für die Fertigung benötigten Komponenten als auch bei den fertigen Produkten auf den Brexit vor.«

Zum 1. April übernahm Matt Cotton als Managing Director EMEA die Verantwortung für TDK-Lambda. Lockdowns, Reise- und Kontaktverbote erschwerten seinen Jobeinstieg.

Markt&Technik: Herr Cotton, Sie haben am 1. April die Verantwortung für das Europageschäft von TDK-Lambda übernommen. Mitten in der Corona-Pandemie, ein ungünstiger Zeitpunkt. Wo sahen Sie Ihre größten Herausforderungen?

Matt Cotton: Sie müssen auf das reagieren, womit Sie konfrontiert werden. Ich würde die ersten Wochen und Monate nicht auf das Negative der Corona-Pandemie reduzieren. Ich habe in einer Art Crash-Kurs alle unsere wichtigen Leute in Europa kennengelernt. Auch wenn persönliche Besuche nicht möglich waren, so standen doch alle oft und regelmäßig in Video Sessions zur Verfügung. Ich möchte fast sagen, ich habe durch diese besonderen Umstände eine schnellere Vernetzung in unserer europäischen Struktur erfahren, als das vielleicht auf dem normalen Wege geschehen wäre.

Eine der Anwenderbranchen, die unter dem Corona-Eindruck besonders im Fokus steht, ist die Medizintechnik. Wie hat sich das für Sie im Geschäft von TDK-Lambda niedergeschlagen?

Medizintechnik war in den letzten Monaten wirklich der interessanteste Anwendungsbereich. Da wäre zum einen der Hype um die Beatmungsgeräte, auf der anderen Seite gab es, auch unter dem Eindruck der Lockdowns und der Reiseeinschränkungen, kaum noch Installationen medizintechnischer Großgeräte. Wir haben im Bereich Beatmung sowohl unsere bekannten Kunden unterstützt als auch Unternehmen, die zu Beginn der Krise neu in diesen Bereich eingestiegen sind. Wir konnten da einige neue interessante Kontakte knüpfen. Inzwischen ist es vor allem der Bereich der Biodiagnostik, der für uns als Stromversorgungs-Spezialisten deutlich an Bedeutung gewonnen hat.

Aufgrund Ihrer Europaverantwortung dürften Sie einen guten Überblick darüber haben, wie sich die Corona-Pandemie auf die verschiedenen Länder in Europa auswirkt. Konnten Sie da in den letzten Monaten große Unterschiede feststellen?

Um ehrlich zu sein, wirkliche Unterschiede lassen sich nicht feststellen. Im Prinzip kämpfen die verschiedenen Volkswirtschaften in Europa unter dem Eindruck der Corona-Pandemie mit sehr ähnlichen Problemen. Wirklich große Unterschiede lassen sich dabei an unserer Geschäftsentwicklung in den einzelnen Ländern nicht erkennen.

Wann rechnen Sie für Ihre europäischen Zielmärkte mit einer Rückkehr zur Normalität? Wird diese Rückkehr zeitversetzt über einen längeren Zeitraum stattfinden?

Es ist schwer vorherzusagen, was in den nächsten Monaten passieren wird. Wir haben noch keinen Winter unter Covid-19-Einschränkungen erlebt. Wir haben in den letzten Wochen und Monaten ja eine spürbare Erholung der europäischen Wirtschaften registriert. Wenn wir auch in Zukunft weitere Lockdown-Phasen vermeiden können, und bislang sehe ich keine Hinweise, dass es dazu kommen könnte, dann gehe ich von einer sogenannten Rückkehr zur Normalität ab Mitte des nächsten Jahres aus.

Wie hoch war der Umsatz von TDK-Lambda zuletzt? Welchen Anteil steuert Europa bei? Mit welcher Umsatzentwicklung rechnen Sie für das laufende Geschäftsjahr?

Wir bewegen uns in einem gesunden dreistelligen Millionenbereich. Europa steuert dazu traditionell in etwa zwischen 25 und 30 Prozent bei. Ich kann nach dem ersten Halbjahr unseres neuen Geschäftsjahres noch nicht sagen, ob es uns gelingt, unsere ursprünglichen Ziele zu erreichen. Ich kann nur sagen, dass wir uns bisher deutlich besser schlagen, als wir das zu Beginn der Corona-Krise erwartet haben.

In Japan stagniert das Geschäft für TDK-Lambda seit Jahren. In Europa wächst es. Welches Potenzial sehen Sie hier noch in den nächsten Jahren?

Die japanische Wirtschaft stagniert, andererseits haben wir eine steigende Nachfrage in China; aus diesem Grund haben wir Anfang dieses Jahres ein neues Werk in Wuxi eröffnet. In Europa setzen wir, und das schließt Israel mit ein, auch in den nächsten Jahren ganz klar auf Wachstum! Wir bauen sowohl in Ilfracombe, in England, als auch in Israel die Produktionskapazitäten aus. In Israel verdoppeln wir diese sogar. In Ilfracombe werden wir dabei vor allem den Bereich der konfigurierbaren Stromversorgungen weiter ausbauen. Unsere jüngste Baureihe in diesem Bereich ist die QM-Serie. In Israel werden wir dagegen die Laborstromversorgungsproduktion weiter nach oben fahren und gleichzeitig die Produktpalette deutlich ausbauen.

Unter dem Eindruck der Corona-Pandemie gab es lange Zeit keine Kundenbesuche mehr. Bemerken Sie eine Verschiebung vom Direktvertrieb in Richtung Distribution?

Nein. Unser Vertriebsteam in Europa ist ja gerade einer der Gründe für unseren Markterfolg in dieser Region! Es ist uns ganz gut gelungen, mit Videokonferenzen und dem Start von Webinar-Reihen den Kontakt zu unseren Kunden weiter intensiv zu pflegen.

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2. Verzögerte Produktentwicklung

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