Schwerpunkte

Ultra-Low-Noise-Primärschaltregler

Stromversorgungen als Türöffner

24. März 2020, 08:38 Uhr   |  Engelbert Hopf

Stromversorgungen als Türöffner
© Leber Ingenieure/Daitron

Rund 30 Projekte im Jahr bearbeiten die Entwickler bei Schwaig, wie Projektleiter Jörg Klenke (l.) erläutert, dabei hat sich die Stromversorgungskompetenz des Unternehmen in den letzten Jahren immer wieder als Türöffner erwiesen, wie Vertriebsmann Danny Vogel (r.) versichert.

Systems Engineering ist das Kerngeschäft der Leber Ingenieure in Schwaig bei Nürnberg. Zu einem zweiten, wichtigen Standbein hat sich der Einstieg in das Stromversorgungsgeschäft erwiesen. Wichtigster Partner ist dabei Daitron, ein Spezialist für Ultra-Low-Noise-Primärschaltregler.

Vor etwa sieben Jahren entschlossen sich die Verantwortlichen bei Leber Ingenieure, in Zukunft ihre Aktivitäten auf das Stromversorgungsgeschäft auszuweiten. Ihre Trumpfkarte dabei: das japanische Unternehmen Daitron aus Osaka. Bekannt ist diese Firma unter anderem dafür, Primärschaltregler herzustellen, die sich durch minimale Ripple&Noise-Werte auszeichnen. Daitron bildet inzwischen als Partner das Backbone der Stromversorgungsaktivitäten in Schwaig. Komplettiert wurde das Spektrum mit der Zeit durch Hersteller wie Cotek, Adapter Technology und Arch.

Leber Ingenieure, seit einigen Jahren Bestandteil der Burger Group, hatte sich als Entwicklungshaus in der Vergangenheit auf Lösungen im Bereich mechatronischer Antriebstechnik, Digitalelektronik, Feldbus- und Kommunikationstechnik sowie der Leistungselektronik konzentriert. Das Unternehmen hat Erfahrung in den Bereichen Industrieelektronik, Automotive, Luftfahrt sowie Konsumelektronik.

»Wir bieten ein umfassendes Systems Engineering in allen Phasen der Produktentwicklung«, erläutert Denny Vogel vom Vertrieb der Leber Ingenieure. »Dazu zählen neben dem Prototypenbau und der Serieneinführung auch die erforderlichen Zulassungen.« Für das fränkische Unternehmen hat sich der Einstieg in das Stromversorgungsgeschäft durchaus ausgezahlt. Etwa ein Viertel des Umsatzes entfällt heute nach Angaben von Vogel auf diesen Bereich.
Aktuell beschäftigt das Unternehmen rund 60 Mitarbeiter; etwa 40 davon sind Ingenieure, wie Jörg Klenke, Projektleiter bei Leber Ingenieure, erläutert. In Schwaig besteht aber auch die Möglichkeit zum mechanischen Assembling von Produkten; in diesem Bereich arbeitet etwa ein halbes Dutzend Mitarbeiter. »Unsere Projekte bewegen sich bei der Realisierung zwischen einer Woche und zwei Jahren«, berichtet Klenke, »dabei bearbeiten wir im Jahr rund 30 verschiedene Projekte«. Ein fester Stamm von 60 bis 70 Kunden ermöglichte im letzten Jahr einen Umsatz von rund 6 Millionen Euro.

Daitron
© Daitron

Ab April werden im ersten Schritt 50-W-Primärschaltregler mit einem Ripple&Noise-Wert von 1 mV zur Verfügung stehen. In Zukunft sollen 100-, 150- und 300-Watt-Geräte dazukommen. Bislang liegen die Ripple&Noise-Werte der Geräte von Daitron bei 10 mV.

Kompetenz in Sachen Stromversorgungen hat sich dabei in den letzten Jahren durchaus als Türöffner für eine Reihe von Kunden erwiesen, die zuvor stärker auf ihre Inhouse-Kapazitäten vertrauten. »Daitron hat uns mit seinen Geräten dabei schon sehr geholfen«, gibt Vogel zu. »Oftmals bekommen wir in Bezug auf diese Geräte zu hören: „Ich habe gar nicht gewusst, dass es so etwas gibt.“ Kein Wunder, dass sich Leber Ingenieure in den letzten Jahren zum größten Handelspartner für Daitron in Europa entwickelt haben.«

Welche Möglichkeiten sich mithilfe der Daitron-Geräte eröffnen, zeigen Primärschaltregler mit einem Ripple&Noise-Wert von 10 mV Spitze-Spitze auf. Herstellern sensibler Mess-, Prüf- und Laborgeräte bietet sich damit eine interessante Alternative zum klassischen, linear geregelten Netzteil. Die Daitron-Geräte glänzen nicht nur mit sehr geringem Ripple und Noise, sie sind auch kompakter und leichter als viele vergleichbare Netzteile der Mitbewerber.
Für viele Gerätehersteller dürfte aber auch interessant sein, dass sie über einen weiten Eingangsspannungsbereich verfügen und damit überall auf der Welt einsetzbar sind. Eine Eingangswechselspannung von 100 bis 230 V ermöglicht es den Geräteherstellern, mit ein und derselben Spannungsversorgung weltweite Märkte zu bedienen.

Im Gegensatz dazu benötigen Messgeräte, die mit Linearnetzteilen ausgestattet werden, immer einen länderspezifischen Transformator. Über Abgriffe der Primärwicklung wird dieser an die jeweilige landestypische Eingangsspannung angepasst. Eine mögliche Fehlerquelle für die Zielapplikationen – denn wird ein Trafo mit der falschen Eingangsspannung verbaut, kann das zur Zerstörung des Messgeräts beim ersten Einschalten im Anwenderland führen. Der Grund dafür: Bis heute existieren weltweit unterschiedliche Netzspannungen – beispielsweise 220 V in vielen kontinentaleuropäischen Ländern, 110 V in Nordamerika oder 100 V in Japan.

Ein Risiko, das beim Einsatz von Schaltnetzteilen vermieden wird, macht ihr Weitbereichseingang sie doch unempfindlich gegenüber Spannungseinbrüchen oder Netzspannungsschwankungen. Daitrons Ultra-Low-Noise-Primärschaltregler arbeiten mit einem Weitbereichseingang von 85 bis 264 V. Trotz dieses großen Eingangsspannungsbereichs liegt ihr Ripple & Noise aktuell nur bei 10 mV. »Voraussichtlich ab April werden wir dann sogar Geräte anbieten können, deren Ripple & Noise nur noch 1 mV Spitze-Spitze beträgt«, kündigt Vogel an. Im ersten Schritt wird es sich dabei um 50-W-Geräte handeln, danach wird die Baureihe um Modelle mit 100, 150 und 300 W erweitert werden.

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