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NAND-Flash-Konsolidierung

Kauft Western Digital Kioxia für 20 Mrd. Dollar?

27. August 2021, 08:58 Uhr   |  Heinz Arnold

Kauft Western Digital Kioxia für 20 Mrd. Dollar?
© Kioxia

Blick in die Fertigung von Kioxia am Standort in Yokkaichi (Mie Prefecture).

Kioxia und Western Digital stehen laut Reuters in fortgeschrittenen Übernahmeverhandlungen. Der 20-Mrd.-Dollar-Deal könnte bereits Mitte September beschlossen werden.

Zuvor hatte schon das Wall Street Journal von Übernahmegesprächen zwischen Western Digital und Kioxia berichtet. Laut den Quellen von Reuters würde David Goeckele, CEO von Western Digital, an der Spitze des neuen Unternehmens stehen. Kioxia und Western Digital wollten sich gegenüber Reuters nicht zu den Gerüchten äußern.

Derzeit ist Samsung mit einem Marktanteil von über einem Drittel der weltweit größte Hersteller von NAND-Flash-Speichern. Auf Platz zwei liegt laut TrendForce Kioxia mit 19 Prozent gefolgt von Western Digital mit 15 Prozent. Zu den weiteren Herstellern zählen SK Hynix, Micron und Intel.

»Langfristig erwarten wir eine weitere Konsolidierung des Flash-NAND-Marktes, es werden drei führende Hersteller übrig bleiben«, sagte Wiliam Kerwin, Analyst bei Morningstar. Western Digital könnte mit einer Übernahme seine Position in einem sich konsolidierenden Markt festigen. Erst kürzlich hatte Intel angekündigt, das eigene NAND-IC-Geschäft für 9 Mrd. Dollar an SK Hynix verkaufen zu wollen. Allerdings steht die Zustimmung der Kartellbehörden noch aus.

In Japan arbeiten Kioxia und Western Digital eng bei der Entwicklung und Fertigung von NAND-Flash-ICs zusammen. Denn Kioxia hatte schon über viele Jahre ein Joint-Venture mit SanDisk betrieben, die Western Digital 2016 für knapp 16 Mrd. Dollar gekauft hatte. Damit wollte der Festplattenhersteller auf den Markt für NAND-Flash-Speicher vordringen. 2018 hatte sich Toshiba von dem Speichergeschäft getrennt. Im Verlauf der Trennung war es zunächst zu Streitigkeiten zwischen Toshiba und Western Digital gekommen, die die Toshiba-Sparte übernehmen wollte. Denn nachdem Western Digital sich SanDisk einverleibt hatte, ging das Management davon aus, ein erhebliches Wort beim Verkauf der Sparte mitsprechen zu können. Schließlich erwarb aber ein Konsortium unter der Führung von Bain Capital die Speichersparte (Toshiba Memory Corp) für 18 Mrd. Dollar. Geplant war, das Unternehmen, das sich nach der Trennung von Toshiba 2019 den Namen Kioxia gab, an die Börse zu bringen. Der IPO war oder ist noch für dieses Jahr vorgeshen. Toshiba hält derzeit einen Anteil von 40,6 Prozent an Kioxia.

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