Samsung und Western Digital

Historische Kooperation für nächsten Speicher-Standard

31. März 2022, 8:34 Uhr | Heinz Arnold
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Über die erste Gemeinschaftsinitiative in der Speicher-Geschichte wollen beide Unternehmen eine führende Position in der Standardisierung von D2PF-Speichertechnologien wie »Zoned Storage« einnehmen.

Die Zusammenarbeit umfasst die Entwicklung und Förderung von Hardwarespezifikationen sowie Software-Anwendungsmodellen. Samsung Electronics und Western Digital haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, in deren Rahmen sie die D2PF-Speichertechnologien (Data Placement, Processing and Fabrics) standardisieren wollen, um ihnen zu einer breiten Akzeptanz im Markt zu verhelfen. 

Die Unternehmen werden sich zunächst darauf konzentrieren, ihre Kräfte zu bündeln und ein starkes Ökosystem für »Zoned Storage« zu schaffen. Die Partnerschaft hat Unternehmens- sowie Cloud-Anwendungen im Fokus und soll eine Reihe von Kooperationen im Bereich der Technologiestandardisierung und Softwareentwicklung für D2PF-Technologien wie »Zoned Storage« vorantreiben. Dank dieser Zusammenarbeit können die Anwender darauf vertrauen, dass diese zukünftigen Speichertechnologien von mehreren Geräteherstellern sowie von vertikal integrierten Hardware- und Softwareunternehmen unterstützt werden.

Speicher – Voraussetzung für Innovationen

»Speicher ist die wesentliche Grundlage für die Nutzung von Daten – privat wie geschäftlich. Um den Bedürfnissen von heute und den Innovationen von morgen gerecht zu werden, müssen wir durch die Einführung neuer Standards und Architekturen die Branche gemeinsam voranbringen«, sagt Rob Soderbery, Eexecutive Vice President und General Manager der Flash Business Unit von Western Digital Corporation. »Damit ein Technologie-Netzwerk erfolgreich ist, gilt es, übergreifende Frameworks und allgemeine Lösungsmodelle zusammenzuführen, damit es nicht zu einer Zersplitterung kommt. Denn diese würde die Implementierung erschweren und die Komplexität für Software-Entwickler unnötig erhöhen.« Western Digital hat nach seinen Worten bereits vor Jahren durch Beiträge zum Linux-Kernel und zur Open-Source-Software-Community den Grundstein für das »Zoned-Storage«-System gelegt. 

Erste Projekte laufen bereits seit Ende 2021

Samsung und die Western Digital Corporation haben bereits eine Initiative für »Zoned-Storage«-Geräte gestartet, darunter »ZNS SSDs« (Zoned Namespaces) und »SMR HDDs« (Shingled Magnetic Recording). Mit der Hilfe von Organisationen wie SNIA (Storage Networking Industry Association) und der Linux Foundation werden Samsung und die Western Digital Corporation Frameworks für Zoned-Storage-Technologien der nächsten Generation definieren. Die beiden Unternehmen haben die »Zoned-Storage«-TWG (Technical Work Group) gegründet, die im Dezember 2021 von SNIA genehmigt wurde, und die das Ziel verfolgt, offene und skalierbare Rechenzentrumsarchitekturen zu schaffen. Die Gruppe definiert und spezifiziert seitdem typische Anwendungsfälle von »Zoned-Storage«-Geräten sowie Host- bzw. Gerätearchitektur- und Programmiermodellen.

Die Absichtserklärung ist erst der Anfang

Die Zusammenarbeit dient als Ausgangspunkt für die Erweiterung zonenbasierter Geräteschnittstellen wie ZNS und SMR sowie für Speichergeräte der nächsten Generation mit hoher Kapazität und verbesserten Technologien zur Datenplatzierung und -verarbeitung. Zu einem späteren Zeitpunkt soll die Initiative auch neu entwickelte D2PF-Technologien wie Computational-Storage und Storage Fabrics einschließlich NVMe-over-Fabrics (NVMe oF) umfassen.
 


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