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Die Top-Ten-IC-Designer 2019

Die Großen haben Umsatz verloren

17. März 2020, 06:59 Uhr   |  Heinz Arnold

Die Großen haben Umsatz verloren
© Trendforce

Die Rangfolge der größten zehn Chip-Design-Firmen weltweit mit ihren Umsätzen in 2018 und 2019.

Der Umsatz der Unternehmen, die Chips entwickeln und von Foundries fertigen lassen, ist 2019 um 4,1 Prozent gefallen. Einige verloren überdurchschnittlich, dafür konnten andere kräftig zulegen.

Wie Trendforce ermittelt hat, haben die drei größten IC-Designer starke Umsatzrückgänge hinnehmen müssen: Der Umsatz der Nummer 1, Broadcom, sank um 7 Prozent auf 17,3 Mrd. Dollar, Qualcomm verlor 11,3 Prozent auf 14,5 Mrd. Dollar und Nvidia 9,3 Prozent auf 10,13 Mrd. Dollar. Das zog den Markt insgesamt nach unten.

Broadcom hatte laut C. Y. Yao, Senior Analyst von Trendforce, unter den von der US-Regierung verhängten Exportbeschränkungen zu leiden, Qualcomm sah sich darüber hinaus einem harten Wettbewerb von Firmen wie Huawei, MediaTek und Unisoc ausgesetzt. Obwohl Huawei im Mai 2019 auf die Entity-Liste der USA gesetzt wurde, hat das den Umsatz des Unternehmens kaum berührt. Die mit den Kirin-Prozessoren ausgestatteten Smartphones von Huawei erfreuten sich guter Nachfrage, was den anderen Smartphone-Herstellern zu schaffen machte. Zudem bemühten die chinesischen Gerätehersteller sich, die Abhängigkeit von den USA zu verringern, was wiederum  IC-Herstellern wie Mediatek und Unisoc half, die Chips für die Smartphones der Einstiegs- und Mitteklasse liefern.

Nvidia hatte während der ersten drei Quartale 2019 mit Lagerüberständen im Bereich der Chips für Grafikkarten für Spiele zu kämpfen. Im vierten Quartal seien die Lagerbestände laut Trendforce auf Normalniveau gesunken.

Dagegen konnten AMD und Xilinx ihre Umsätze steigern. AMD profitierte dabei von den Lieferschwierigkeiten von Intel, der Umsatz kletterte um 4 Prozent auf 6,7 Mrd. Dollar. Xilinx ist stark in 5G, der Industrieautomation sowie in Kraftfahrzeugen vertreten und kann sich über ein Plus von 12,8 Prozent auf 3,24 Mrd. Dollar freuen. Allerdings machten sich im vierten Quartal laut C. Y. Yao bei Xilinx die US-Exportbeschränkungen zunehmend bemerkbar.

Vom Handelskrieg zwischen den USA und China war auch Marvell betroffen. Der Umsatz fiel um 4,1 Prozent auf 2,7 Mrd. Dollar. Im vergangenen Jahr hatte Marvell ihr WiFi-Geschäft an NXP verkauft.

Dagegen entwickelte sich der Umsatz der drei Chip-Designer aus Taiwan erfreulich. Mediatek liefert seit 2018 Chips für den Einsatz in Mobiltelefonen, die auf Basis von 12-nm-Prozessen gefertigt werden. Sie kommen in Smartphones von Oppo, Xiaomi und anderen Herstellern zum Einsatz.

Die Display-Driver-Chips von Novatek finden in den Smartphones chinesischer Hersteller wie Huawei und Xiaomi Einsatz, so dass das Unternehmen den Umsatz um 15 Prozent auf 2 Mrd. Dollar steigern konnte. Der Umsatz von Realtek sprang sogar um 30 Prozent auf fast 2 Mrd. Dollar in die Höhe.

Wie sich dieses Jahr entwickeln wird, hängt vor allem von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie ab sowie davon, wie die USA ihre Handelspolitik weiter gestalten. Laut Trendforce dürfte es unwahrscheinlich sein, dass die Chip-Design-Industrie insgesamt in diesem Jahr wachsen könne.

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