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Boom bei "Digitalen LEDs" erwartet

Die Lighting-Revolution im Auto

BMW iX
Der neue vollelektrische BMW iX ist das erste Auto, in dem die LEDs über das ISELED-Protokoll angesteuert werden.
© Timo Bierbaum

Gerade einmal fünf Jahre ist es her, dass sich um die »digitale LED« die ISELED-Allianz gegründet hat, zu der heute bereits 40 Mitglieder gehören. Jetzt nimmt das Thema mit dem neuen ILaS-Bus weiter an Fahrt auf.

»Licht verändert unser Leben – wir fühlen uns bei der richtigen Beleuchtung wohl, Licht setzt neue Akzente in der Architektur, es verändert die Art und Weise, wie wir unsere Wohnungen gestalteten – und das Licht verändert die Autos grundlegend«, sagt Robert Isele, Leiter Entwicklung Innenlicht bei BMW, auf der diesjährigen ISELED-Konferenz. Das zeigt der neue vollelektrische BMW iX, der zum ersten Mal in der Geschichte der Automobiltechnik »von innen nach außen entwickelt wurde«, wie Isele erklärt. Und der das erste Auto in Europa ist, in dem ISELED, die „Digitale LED“, serienmäßig zum Einsatz kommt. Grupo Antolin hat dafür die LED-Lichtstreifen entwickelt, die in die Türen des neuen iX integriert sind. Sie können Komfort- und Sicherheitsfunktionen übernehmen.

»OEMs in China und Korea setzen ISELED bereits in Serie ein, laut dem Forecast der LED-Hersteller werden wir bis 2026 die Marke von 1 Milliarde Digitaler LEDs mit unseren ISELED-Chips erreicht haben«, sagt Robert Kraus, Mitgründer und CEO von Inova Semiconductors und Chairman der ISELED-Allianz. Eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von über 75 Prozent bis 2026 erwartet KC Tay, CEO vom ISELED-Allianz-Gründungsmitglied Dominant Opto Technologies, der auf der Konferenz live zugeschaltet war. Namentlich erwähnte er die chinesischen Modelle Hongqi H9 von FAW, den vollelektrischen C01 von Leap Motors, den Zeekr 001 – Geelys Premium-Elektromarke –, der in diesen Tagen in Produktion geht, dazu in Korea den Sprinter „Noble Klasse L13“ von Mercedes Benz und die Kia-Carnival-Hi-Limousine, in denen ISELED bereits zum Einsatz kommt. 

Der Aufstieg von ILaS

Dabei ist es erst fünf Jahre her, dass Inova und Dominant Opto das Konzept der Digitalen (ISE)LED erstmals vorgestellt haben und mit Gründung der ISELED-Allianz zusammen mit NXP, der Hochschule Pforzheim und TE Connectivity begonnen haben, das zugehörige Ökosystem aufzubauen. Die Allianz umfasst inzwischen 40 Mitglieder, von IC- über LED-, Kabel- und Steckverbinder- bis zu System-Herstellern, Tier-Ones und Lichtdesign-Firmen.

In diesem Jahr fand bereits die vierte ISELED-Konferenz in München statt, um einen Blick in die Zukunft zu werfen: »Wir zeigen hier die Architekturen, die ab 2025 in den Autos verbaut sein werden«, sagte Robert Isele. Seine Vision: Alles soll flexibel ausgelegt sein, neue Funktionen müssen sich einfach Over-The-Air hochladen lassen und die Nutzer können ihre Lichtszenerien personalisieren. Das kann laut Isele etwa dadurch geschehen, dass die Architektur zentralisiert wird. 

Wie das funktioniert, stellte Microchip in einer Demo vor: Ein zentrales Steuergerät ist über Unshielded-Twisted-Pair-Kabel mit Nodes verbunden, die dann ihrerseits über das ISELED-Protokoll die LEDs in ihrer jeweiligen Zone steuern. Alle Berechnungen finden im zentralen Steuergerät, der Head Unit, statt. »Jede LED lässt sich über die Head Unit ansteuern, die Silo-Struktur der bisherigen Architektur mit eigener MCU für jede Zone wird aufgebrochen, Over-the-Air Updates sind einfach durchführbar«, erklärte Martin Miller, Associate Director von Microchip, der die Demo auf der ISELED-Konferenz vorstellte. Zudem spare man Kabel und Switches. Und er sagte, dass zukünftig auch der ILaS-Bus (ISELED Light and Sensors) die LEDs in den Zonen steuern könne, der auf der dritten ISELED-Konferenz im vergangenen Jahr erstmals vorgestellt wurde. »Wir sind ILaS-ready und eröffnen damit neue Design-Möglichkeiten«, freut sich Stefan Kouba, European Marketing Manager Automotive von Microchip.

»ILaS wird alles ändern«

Damit hatte er schon die nächste Vision beim Namen genannt. »Die Möglichkeit, die gesamten Beleuchtungsszenarien sowie Sensoren und Aktoren in einem Netz zu integrieren, wird eine neue Revolution auslösen.

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  1. Die Lighting-Revolution im Auto
  2. Fortsetzung: »ILaS wird alles ändern«

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