Man stelle sich vor, die Autobahnpolizei kann ihre Schicht nicht zu Ende bringen, weil den E-Autos der Strom ausgeht und die nächste Ladesäule außer Reichweite ist. Damit so etwas nicht passiert, werden nun eine neue Schnellladesäule sowie zwei neue Elektrofahrzeuge getestet.
Ziel der Polizei ist es, die Einsatzfähigkeit von E-Fahrzeugen unter realen Bedingungen zu evaluieren. Zum Einsatz kommen dabei zwei mit Datenloggern ausgestattete Fahrzeuge (der Audi Q6 e-tron und der BMW i5 Touring), deren Leistungsdaten und Reichweiten kontinuierlich aufgezeichnet werden. Die Auswertung erfolgt wissenschaftlich begleitet durch die Fraunhofer-Gesellschaft. Als Reichweitenziel nennt das Innenministerium rund 550 Kilometer pro Schicht.
Kernstück der Ladeinfrastruktur ist eine Schnellladesäule mit Pufferspeicher. Das System ermöglicht laut Mitteilung eine Ladeleistung von 300 Kilowatt, unabhängig von der Leistungsfähigkeit des Stromanschlusses. Möglich macht dies eine integrierte Batterie mit einer Speicherkapazität von bis zu 201 Kilowattstunden. Zwei Fahrzeuge können gleichzeitig geladen werden – innerhalb von 30 Minuten.
Nach Einschätzung der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) spielt gespeicherte Energie nicht nur für den Betrieb, sondern auch bei möglichen Angriffen auf kritische Infrastrukturen eine Rolle. Ein eigener Energiespeicher könne in solchen Fällen den Dienstbetrieb sichern. In diesem Zusammenhang fordert die Gewerkschaft ergänzende Photovoltaik-Anlagen am Standort der Verkehrspolizei Pforzheim.
Laut Innenministerium sind derzeit rund zwölf Prozent der insgesamt 5.400 Fahrzeuge der baden-württembergischen Polizei elektrisch angetrieben. Der aktuelle Feldversuch soll zeigen, ob diese Quote künftig auch im Bereich der Autobahneinsätze deutlich gesteigert werden kann.