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Interview mit Signify

»Nachhaltigkeit ist eine Frage der Glaubwürdigkeit«

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Andreas Rindt, Signify: »Um das Bekenntnis zur Nachhaltigkeit glaubwürdig zu transportieren, muss sie ein wesentlicher Bestandteil der DNA eines Unternehmens sein. Und daran muss man sich auch messen lassen.«
© Signify

Signify setzt auf Nachhaltigkeit - und das schon seit vielen Jahren und mit beachtlichen Erfolgen. Andreas Rindt, Head of Customer Satisfaction and Governmental Affairs, Signify DACH, über die aktuellen Ziele und die immense Bedeutung der Nachhaltigkeit für das Unternehmen.

Markt&Technik: Klimaneutraler Betrieb, 100 % Strom aus erneuerbaren Energien, null Deponiemüll an allen Produktionsstandorten, 98 % Nachhaltigkeitsquote der Lieferanten – all das haben Sie im Rahmen Ihres Nachhaltigkeitsprogramms „Brighter Lives, Better World 2020“ bereits erreicht. Was sind die Kernthemen des neuen Programms? Und welche Ziele haben Sie bis 2025 definiert?

Andreas Rindt, Signify: Es stimmt, wir haben im Bereich Nachhaltigkeit bisher schon einiges erreicht und sind auf das erfolgreiche Umsetzen unseres letzten Programms sehr stolz. Dennoch bleibt natürlich noch viel mehr zu tun – und das dringlicher denn je. Daher hat unser aktuelles Programm das Ziel, die Veränderungen mit noch mehr Geschwindigkeit anzugehen und dabei unsere Partner, Lieferanten und Kunden einzubeziehen. Beispielsweise wollen wir die vom Pariser Abkommen für Unternehmen getroffenen Vorgaben zur Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels schon 2025 erreichen – sechs Jahre vor der gesetzten Frist. Gleichzeitig planen wir den Anteil an kreislaufwirtschaftsfähigen Produkten an unserem Gesamtumsatz sowie den Anteil besonders nachhaltiger Produkte und Lösungen auf jeweils 32 Prozent zu steigern.

Welche Maßnahmen ergreifen Sie, um diese Ziele zu erreichen?

Zunächst einmal ist es uns wichtig, bei unseren Produkten und Lösungen zielgerichtete Innovationen zu entwickeln, die alle auch den Faktor Nachhaltigkeit berücksichtigen: Da seien nur unsere energieeffizienteste LED-Lampe der Klasse A, die ressourcenschonende Herstellung von Leuchten per 3D-Druck, das smarte IoT-System Interact zur bedarfsabhängigen Beleuchtung oder naturinspiriertes Biophilic Design genannt.

Ein weiterer Ansatz, den wir verfolgen, sind Programme, die wir gemeinsam mit unseren Partnern wie Zulieferern oder Logistikdienstleistern umsetzen – etwa für CO2-neutrale Transporte, schadstofffreie Vorprodukte oder ethische Grundvoraussetzungen in unserer Lieferkette. Zudem investieren wir auf operativer Seite in den Aufbau von erneuerbaren Energiequellen wie Windfarmen, um unseren Energiebedarf zu 100 % aus diesen Quellen zu decken. Und selbstverständlich passen wir auch unsere Reiserichtlinien und Mobilitätsangebote an, um unnötige Emissionen zu vermeiden.

Welche Hindernisse gilt es noch zu überwinden?

Um Nachhaltigkeitsmaßnahmen auch wirkungsvoll umzusetzen, bedarf es der richtigen Einstellung zu diesem Thema. Ein solches Mindset muss ganzheitlich im Unternehmen verankert werden. Für uns ist es wichtig, all unsere Aktivitäten und neuen Produkte kontinuierlich im Hinblick auf unsere Nachhaltigkeitsziele zu überprüfen und entsprechend anzupassen. Darüber hinaus können wir diesen Weg wie angesprochen nicht allein beschreiten, sondern müssen unsere Partner und Lieferanten dafür gewinnen, ihn aktiv mit uns mitzugehen, und sie dabei unterstützen.

Geht Nachhaltigkeit für Sie auch über reinen Umweltschutz hinaus?

Tatsächlich sehen wir unseren Beitrag nicht nur auf Aspekte wie CO2-Reduktion oder Ressourcenschonung beschränkt: Für uns ist es genauso wichtig, unser Unternehmen vielseitig und divers aufzustellen. Bis 2025 werden zum Beispiel 34 % aller Führungspositionen bei Signify von Frauen ausgefüllt werden. Dafür engagieren wir uns unternehmensintern mit entsprechenden Initiativen sowie Talent- und Leadership-Programmen.

Das „Brighter Lives, Better World 2025“-Programm läuft seit rund einem Jahr. Welche Zwischenziele haben Sie bislang erreicht? Und woran messen Sie überhaupt Ihre Fortschritte?

Wir sind auf einem guten Weg, die eingangs auch in Zahlen formulierten Ziele zu erreichen. Bis zum Ende des dritten Quartals dieses Jahres konnten wir beispielsweise unseren CO2-Fußabdruck innerhalb unserer Wertschöpfungskette um rund 48 Megatonnen reduzieren. Und der geplante, zu verdoppelnde Anteil an nachhaltigen sowie an kreislaufwirtschaftsfähigen Produkten, Lösungen und Services konnte bereits auf 26 beziehungsweise 24 % gesteigert werden.

Inwieweit haben die Corona-Pandemie und die schwierige weltwirtschaftliche Lage Sie in Ihren Plänen zurückgeworfen?

Zurückgeworfen hat uns die Pandemie dabei nicht, aber sicherlich wurden wir durch ihre Auswirkungen in einigen Aspekten etwas gebremst. Oberste Priorität hatte und hat in dieser Zeit die Gesundheit unserer Mitarbeitenden und ihrer Familien weltweit. Natürlich haben sich sowohl unsere Arbeitsweisen verändert als auch die Anforderungen unserer Kunden – etwa in der Industrie, in Büros oder in der Logistik, deren Beleuchtungsanlagen von unseren Serviceteams angepasst werden mussten, um ihren eigenen veränderten Betriebszeiten Rechnung zu tragen und trotzdem effizient und sicher zu beleuchten.

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