Nach jahrelanger Entwicklung werden die ersten kommerziellen microLED-Displays auf der G4.5-Linie von AUO produziert. Sie finden in der Smartwatch von Garmin und als Außen-Display für Fahrzeuge von Sony-Honda Afeela Einsatz.
»Die MicroLED-Technk hat sich so weit entwickelt, dass sie nicht mehr von einem einzigen Flaggschiffprodukt abhängig ist. Die Dynamik kehrte 2025 zurück, unterstützt durch ein klareres Verständnis der Stärken, Grenzen und realistischer Zeitpläne«, so sind die Analysten von Yole überzeugt. Die Branche müsse jetzt beweisen, dass Ausbeuten, Herstellbarkeit und Kosten die MicroEDs nicht mehr nur für Nischenanwendungen im B2B-Bereich und für LED-on-Silicon-Anwendungen geeignet macht, sondern dass sie sich nun auch im Consumer-Sektor durchsetzen kann.
Das ist den zwei neuen strategischen Studien zu entnehmen, die die Yole Group jetzt veröffentlicht hat: »MicroLED Markets, Applications, and Competitive Landscape 2025« sowie »MicroLED Technologies, Equipment, and Manufacturing 2025«. Zusammen geben sie einen umfassenden Überblick über den Stand, die Herausforderungen und die Zukunftsaussichten der MicroLED-Branche – in einer Phase, in der die Produktionslinien hochgefahren werden und in der sich entscheiden wird, ob sich die neue Technologie durchsetzen oder scheitern wird.
Denn noch haben die microLEDs einige Hürden zu nehmen. Zwar macht die micoLED-Technik weiterhin Fortschritte, aber das gilt auch für die OLEDs. Die microLEDs müssen also zeigen, dass sie bezüglich der Herstellungskosten mit den OLEDs mithalten können und dass sie handfeste technische Vorteile bringen. Dazu müssen die Die-Effizienz bei kleinen Pixeln, die Ausbeute bei Mass-Transfers und der Durchsatz steigen. Die Einschränkungen der TFT-Backplanes müssen sich verringern und die Reparaturstrategien verbessert werden. Zwar werde laut Yole weiter in Fabs und Pilotlinien investiert, doch weil die Prozesse und Werkzeuge noch nicht ausgereift sind, blieben viele Entscheidungsträger vorsichtig.
Eine weitere große Hürde stellen die fehlenden Prozessstandards dar. Die meisten Hersteller von MicroLED-Displays entwickeln proprietäre Architekturen, die speziell darauf zugeschnittene, komplexe Maschinen erfordern, die entsprechend kostspielig sind. Während einige Gerätehersteller, darunter Hardram, Coherent, Contrel und PlayNitride, weiterhin neue Generationen von Equipment entwickeln, haben sich andere aufgrund unsicherer Aussichten und gewaltiger Entwicklungsherausforderungen zurückgezogen.
»Dagegen zeichnen sich immer klarere Lieferkettenstrukturen für MicroLEDs ab, denn die Chip- und Panel-Hersteller stimmen sich immer besser aufeinander ab. Es bleiben jedoch strategische Fragen offen, insbesondere in Bezug auf Foundry-Modelle, die Verteilung der CoC/CoC2-Montage und die Reife von großformatigen Werkzeugen mit hohem Durchsatz«, sagt Eric Virey, Principal Analyst Display der Yole Group.
Unterdessen entwickelt sich LED-on-Silicon (LEDoS) zum vielversprechendsten Volumenmotor, angetrieben durch die durch KI beschleunigte Nachfrage nach AR-Brillen und leistungsstarken Mikrodisplays.
Zudem stößt die microLED-Technik auf wachsendes Interesse für optische Verbindungen in Rechenzentren und Hochleistungsrechnern, unterstützt von wichtigen Akteuren wie TSMC, Intel, NVIDIA und Microsoft. Startups wie Avicena und Hyperlume haben erhebliche Finanzmittel aufgebracht, um die Entwicklung in diesem aufstrebenden Bereich voranzutreiben.
China ist laut Yole auf diesem Gebiet führend, wobei JBD der einzige Anbieter ist, der in großen Stückzahlen liefert, während Sitan, Saphlux, Hongshi, Innovision und Raysolve neue Fabriken aufbauen. Außerhalb Chinas bilden sich Allianzen um Porotech, PlayNitride, Micledi, Mojo Vision, Aledia und andere, die jeweils unterschiedliche Architekturen, Materialien und Fertigungsstrategien verfolgen.