Schwerpunkte

35 Mrd. Dollar

AMD kauft Xilinx

27. Oktober 2020, 13:04 Uhr   |  Heinz Arnold

AMD kauft Xilinx
© sodawhiskey/stock.adobe.com

35 Mrd. Dollar investiert AMD in den Kauf von Xilinx und will damit zum weltweit führenden High-Performance-Computing-Unternehmen aufsteigen.

Jetzt ist es offiziell AMD übernimmt Xilinxund gibt dafür noch mehr Geld aus, als gerüchteweise schon im Vorfeld vermutet wurde: Mit 35 Mrd. Dollar liegt der Kaufpreis weit über den bisher ins Spiel geworfenen 30 Mrd. Dollar. Die Übernahme soll im Rahmen eines Aktientausches abgewickelt werden, der offenbar wegen des stark gestiegenen Kurses der AMD-Aktien möglich wird. AMD will damit sein Produktportfolio über verschiedene Wachstumsmärkte erweitern, in denen Xilinx führend ist, wie es AMD in einer Erklärung zum Kauf formuliert.

Die Produktspektren beider Unternehmen seien weitgehend komplementär: Beide zusammen könnten CPUs, GPUs, FPGAs, Adaptive SoC sowie umfangreiche Software-Kompetenzen kombinieren, um Computing-Plattformen für Cloud, Edge und Endgeräte anzubieten. Sie finden in einer Vielzahl schnell wachsender Märkte Einsatz: von Datenzentren über PCs, Kommunikation, Automotive, Industrie und die Luft- und Raumfahrt bis zum Gaming.

»Diese Kombination wird für alle Beteiligten einen hohen Mehrwert schaffen, insbesondere für die Aktionäre von AMD und Xilinx«, sagt Dr. Lisa Su, CEO von AMD.

»Zusammen werden wir eine führende Rolle in den neu entstehenden High-Performance- und Adaptive-Computing-Märkten spielen, erklärt Victor Peng, President und CEO von Xilinx. »Unsere FPGAs, Adaptive SoCs, Accelerator- und SmartNIC-Produkte ermöglichen die Entwicklung neuer Systeme für die Cloud, die Edge und Endgeräte.« Die Hersteller  könnten auf Basis dieser Plattformen ihre Systeme schneller als bisher auf den Markt bringen und ihre Effizienz und Leistungsfähigkeit an die jeweiligen Anforderungen anpassen. »Zusammen mit AMD können wir unser Wachstum im Datenzenter-Geschäft beschleunigen und auf eine breitere Kundenbasis quer durch alle Märkte abzielen«, so Peng.

Den Markt für Prozessoren, die in Computern und Servern Einsatz finden, dominiert Intel mit Abstand, musste aber über das letzte Jahr Federn lassen. Einerseits ist Intel in der Prozesstechnik in Schwierigkeiten geraten und kann Prozessorten nicht wie geplant ausliefern, ja muss einige Typen der neusten Generationen sogar von Foundries wie TSMC fertigen lassen. AMD dagegen hat Prozessoren vorgestellt, die der Markt sehr gut aufgenommen hat. Umsatz und Gewinn von AMD sind in den vergangenen Quartalen deutlich gewachsen. Dasselbe gilt für den Aktienkurs, der in diesem Jahr um 70 Prozent zulegen konnte. Sehr erfolgreich im Prozessormarkt hat auch Nvidia agiert, die gerade ebenfalls über einen Aktientausch die Übernahme von ARM angekündigt hatte.

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Nvidia setzt auf AMD
Übernimmt AMD jetzt Xilinx?
Der Grund für eine Übernahme von Xilinx durch AMD

Verwandte Artikel

AMD Advanced Micro Devices GmbH, XILINX GmbH