Der erste offene modulare FPGA-Standard

oHFM-Standard der SGET nimmt Gestalt an

8. Januar 2026, 17:25 Uhr | Andreas Knoll
Ansgar Hein, Chairman of the Board der SGET
© SGET e.V.

Auf der FPGA Conference Europe 2023 angekündigt, steht der FPGA-Modulstandard oHFM (Open Harmonized FPGA Module) der SGET (Standardization Group for Embedded Technologies) kurz vor der Fertigstellung. Als nächste Schritte sind ein Design-Leitfaden, Referenzdesigns und ein Software-Ecosystem geplant.

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»Ein FPGA-Projekt zu beginnen, fühlte sich über Jahre hinweg an, wie das Rad neu zu erfinden«, erläutert Ansgar Hein, Chairman of the Board der SGET. »Jedes Design begann bei Null mit benutzerdefinierten Formfaktoren, einzigartigen Pinbelegungen und proprietären thermischen Konzepten. Dieser proprietäre Designansatz führte zu hohem Aufwand, geringer Agilität und hoher Herstellerabhängigkeit. Bei der SGET haben wir beschlossen, etwas dagegen zu unternehmen.«

Der kommende oHFM-Standard (Open Harmonized FPGA Module) entstand ursprünglich aus intensiven Diskussionen auf der FPGA Conference Europe 2023 und wird nun der erste und derzeit einzige wirklich offene FPGA-Standard sein. Bei ihm handelt es sich nicht nur um eine technische Spezifikation, sondern um eine gemeinsame Designsprache. Er wurde entwickelt, um sowohl Einstiegs- als auch Hochleistungs-FPGA- und SOC-FPGA-Module durch zwei harmonisierte Varianten zu unterstützen:

oHFM.s (lötbar): Eine kostengünstige, robuste und kompakte Modullösung in vier Größen (S bis XL) für die Serienfertigung.

oHFM.c (auf Steckverbinder-Basis): Optimierte Module für Hochgeschwindigkeits-Schnittstellen, Mid- bis High-End-FPGAs und Upgrades vor Ort.

»Zum ersten Mal haben sich wichtige Akteure der Branche zusammengetan, um Hunderte von Signalen in einem gemeinsamen Modulstandard zu vereinheitlichen«, führt Ansgar Hein aus. »Das Ziel ist einfach: eine schnellere Markteinführung und ein herstellerneutrales Ecosystem, in dem Anwender eine Bindung an einen bestimmten Anbieter vermeiden und plattformübergreifend arbeiten können.«

Die SGET befindet sich derzeit in der Endphase der Fertigstellung der Spezifikation. Mit der Veröffentlichung des oHFM-Standards ist die Reise aber noch nicht zu Ende: Geplant sind ein oHFM-Design-Leitfaden, der die Spezifikation in praktische Anleitungen für Ingenieure umsetzen soll, sowie ein Software-Ecosystem mit aufeinander abgestimmten Treibern, BSPs und Toolchains. Auch Evaluierungsboards sind bereits in Vorbereitung.

Auf ihrer Website https://sget.org ruft die SGET zu einer Diskussion über etwaige Tools und Funktionen auf, die Anwendern bei der Einführung von oHFM helfen würden. Teilnehmer können hier die Zukunft der FPGA-Standardisierung mitgestalten.

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