Schwerpunkte

Interview mit Ansmann-Vorstands-Duo

»Wir bestimmen unsere Zukunft selbst«

28. Mai 2021, 09:47 Uhr   |  Engelbert Hopf

»Wir bestimmen unsere Zukunft selbst«
© WEKA FACHMEDIEN

Thilo Hack und Markus Fürst (v.l.n.r) setzen bei Ansmann weiter auf organisches Wachstum. Medizintechnik und Energiespeicher sollen entscheidend dazu beitragen.

Seit drei Monaten leitet das Vorstands-Duo Thilo Hack und Markus Fürst das Unternehmen Ansmann. Ihre Wachstumsstrategie zielt auf den fokussierten Ausbau im Bereich Medizintechnik, der Online-Vertriebsformen und des Auslandsgeschäfts.

Markt&Technik: Mitte Februar entschied sich der Ansmann-Aufsichtsrat für das Vorstands-Duo Markus Fürst und Thilo Hack. Was hat sich seither verändert?

Markus Fürst: Thilo Hack ist seit rund zehn Jahren im Unternehmen, ich seit über zwölf Jahren, davon bereits zehn Jahre im Vorstand. Zusammen haben wir den Geschäftsbereich Industrie bei Ansmann aufgebaut. Wir kennen uns und ergänzen uns in puncto Stärken und Schwächen in idealer Form.

Thilo Hack: Zu dieser Veränderung im Vorstand kam es, weil die Eigentümerfamilie wieder näher an das Unternehmen heranrücken wollte. Markus Fürst und ich kennen das Unternehmen intensiv, und stehen für das kundenorientierte Wir-Gefühl, das Ansmann immer ausgezeichnet hat. Wir leben zudem die Werte des verstorbenen Gründers Edgar Ansmann weiter und wir bilden für das Unternehmen die Verbindung zur Eigentümerfamilie.

Edgar Ansmann gründete das Unternehmen mit den Schwerpunkten Ladegeräte und batteriebetriebene Taschenlampen. Wofür steht Ansmann heute?

Hack: Im Bereich Industrie ist Ansmann heute ein Systemlieferant, was Ladegeräte, Netzgeräte und Akkusysteme anbelangt. Man könnte auch noch ergänzen, wir liefern heute Drive Units und Akku-Packs und die entsprechenden Ladegeräte dazu. Das gilt für Rollstühle ebenso wie für große Gartengeräte, Logistiklösungen oder Lastenfahrräder.

Fürst: Ansmann, das sind heute in Bezug auf den Unternehmensumsatz zwei gleichgroße Vertriebsbereiche: Industrie und Consumer. Beide Bereiche unterscheiden sich aber komplett im Hinblick auf ihre Logistik und Vertriebswege.

Wird es unter Ihrer gemeinsamen Führung eine Neuausrichtung bei Ansmann geben? Sollen für die Zukunft neue unternehmerische Schwerpunkte gesetzt werden?

Hack: Ansmann ist ein Technologieunternehmen und Systemhaus, das wollen wir in Zukunft noch deutlicher herausstellen. Wir stehen für technisch hochwertige Produkte in den Bereichen E-Mobility, Gebäudetechnik, Sicherheit und Medizintechnik. So sind wir beispielsweise seit 2018 für Medizintechnikprodukte nach EN 13485 zertifiziert. Entscheidend für den Erfolg im Industriebereich ist für uns dabei die enge Kundenbindung und die damit verbundene technische Kompetenz für Hardware, Software, Konstruktion und Zulassungen.

Fürst: Im Consumer-Bereich treiben wir aktuell Anpassungen voran, um auf das veränderte Kaufverhalten der Kunden zu reagieren. Der stationäre Einzelhandelsabsatz ist rückläufig. Dagegen nimmt die Bedeutung der Handelsplattformen wie Amazon, eBay oder auch Lidl Online zu. Heute erzielen wir ein Viertel unseres Umsatzes im Consumer-Bereich über Handelsplattformen. Wir investieren darum in den Ausbau unseres Online-Geschäfts und registrieren in jüngster Zeit verstärktes Interesse aus Nordamerika.

Ansmann
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30 Jahre Ansmann

Mit einem Umsatz von 60 Millionen Euro ist Ansmann ein etabliertes mittelständisches Unternehmen. Welche Entwicklungsmöglichkeiten sehen Sie in den nächsten Jahren?

Fürst: Als Familienunternehmen setzen wir auf organisches Wachstum. Das ist unser Weg. Entscheidend für die weitere Unternehmensentwicklung sind unsere Entwicklungs- und Vertriebskapazitäten. Einer unserer Schwerpunkte wird in den nächsten Jahren auf dem Wachstum im Ausland liegen; so bauen wir derzeit das Geschäft in Skandinavien, aber auch in Frankreich und Italien aus.

Hack: Im Industriebereich setzen wir große Hoffnungen auf die derzeit laufende Entwicklung des Akkusystems GreenPack 2. Wir sehen in einem solchen Akku-Wechselsystem ein Schlüsselprodukt für eine Vielzahl zukünftiger Anwendungen.

Abgesehen von ihrer NiMH-Zellen-Fertigung in China produziert Ansmann bislang ausschließlich in Deutschland. Wird das auch in Zukunft so bleiben?

Fürst: Technische anspruchsvolle Akku-Packs werden hier in Assamstadt entwickelt und produziert. Aus Gründen des Risikomanagements ist die Fertigung in China hinsichtlich Betriebsmitteln, Prüf-Equipment und Prozessen gespiegelt. Seit 2018 haben wir auch ein sechsköpfiges Entwicklerteam in China.

Hack: Aus den von Markus Fürst genannten Gründen macht es Sinn, in großen Märkten auch lokal vor Ort zu fertigen und damit für unsere OEM-Kunden das Thema „local to local“ aufzugreifen.

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