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Spectaris zu US-Handelsbeziehungen

»Eine gemeinsame Agenda ist oberstes Gebot«

Jörg Mayer, Spectaris: »Vor dem Hintergrund der hohen Bedeutung des internationalen Geschäfts blickt die Branche besorgt auf die zunehmenden Handelskonflikte.«
Jörg Mayer, Spectaris: »Mit der Amtseinführung von Joe Biden öffnen sich neue Perspektiven für eine intensivere und auf gegenseitigem Vertrauen aufbauende transatlantische Zusammenarbeit.«
© Spectaris

Markt&Technik hat Branchenexperten zu ihren Erwartungen an den neuen US-Präsidenten Joe Biden und seine Administration im Hinblick auf die internationalen Handelsbeziehungen befragt. Klare Vorstellungen hat Spectaris-Geschäftsführer Jörg Mayer.

Jörg Mayer, Spectaris: »Mit der Amtseinführung von Joe Biden öffnen sich neue Perspektiven für eine intensivere und auf gegenseitigem Vertrauen aufbauende transatlantische Zusammenarbeit. 

Spectaris sieht die Chance, die Gespräche für ein umfassenderes Handelsabkommen wieder aufzunehmen. Im Rahmen dieser Gespräche müssen auch die Sonderzölle aufgrund des Airbus-Boeing-Konflikts thematisiert werden, die vor allem Deutschland und die deutsche Kamera- und Fototechnikindustrie überproportional getroffen haben. 

Im Umgang mit strategisch wichtigen Staaten wie Russland, dem Iran und China ist aus unserer Sicht eine gemeinsame Agenda oberstes Gebot – auch hinsichtlich des Umgangs mit Sanktionen. 

Damit eng verknüpft ist der fragwürdige Trend…

… zu technologischer Abschottung, der gerade im Konflikt zwischen den USA und China zu immer mehr exportkontrollrechtlichen Beschränkungen führt. Europäische Unternehmen, die in beiden Märkten tätig sind und Komponenten aus den USA und China in ihren Lieferketten haben, stehen hier häufig zwischen den Fronten. Der unternehmensinterne Aufwand, um den rechtlichen Anforderungen der beiden wichtigen Märkte USA und China gerecht zu werden, ist seit 2018 enorm gestiegen und beeinträchtigt auch den Warenverkehr europäischer Unternehmen. Für die Spectaris-Branchen ist es von höchster Priorität, dass Handelshemmnisse und protektionistische Maßnahmen auf beiden Seiten des Atlantiks zügig abgebaut werden müssen. 

Eine breite transatlantische Agenda sollte…

… neben handelspolitischen Themen auch eine verstärkte inhaltliche Kooperation in den Feldern Forschung und Gesundheit umfassen. Insbesondere im Bereich Medizintechnik ist eine Harmonisierung der regulatorischen Anforderungen anzustreben, um die Verfügbarkeit medizintechnischer Innovationen auf beiden Seiten des Atlantiks zu gewährleisten. 

Bei der Medizintechnik verfügen sowohl die USA…

… als auch die EU über herausragende Industrien, die über eine verstärkte Zusammenarbeit und mit politischer Rückendeckung große Synergieeffekte und Innovationen hervorbringen können. Die Kooperation zwischen Pfizer und Biontech ist ein gutes Beispiel für transatlantische Forschungszusammenarbeit und zeigt, dass akute Herausforderungen schneller und effizienter auf Basis einer engen Partnerschaft bewältigt werden können. Der neue US-Präsident teilt glücklicherweise diese Sichtweise, weshalb wir uns von ihm ein verstärktes Engagement für die transatlantische Kooperation erwarten.« 
 


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