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Dauerhafte Veränderungen der Prozesse

»Photonikhersteller spüren die Auswirkungen der Corona-Pandemie«

Jörg Mayer, Spectaris: »Die Unklarheit darüber, was erlaubt und ist was nicht, führt zu starken Verunsicherungen in der Branche.«
Jörg Mayer, Spectaris: »Die Pandemie hat zu einer Beschleunigung der Digitalisierung auf allen Ebenen geführt, wovon die Hersteller perspektivisch profitieren werden – in der eigenen Firma und auf den Absatzmärkten.«
© Spectaris

Die Corona-Pandemie hat im vergangenen Jahr auch in der deutschen Photonikindustrie ihre Spuren hinterlassen, obwohl sich die Stimmung der Unternehmen im Jahresverlauf schrittweise aufgehellt hat. Jörg Mayer, Geschäftsführer des Industrieverbandes Spectaris, blickt zurück und voraus.

Jörg Mayer, Spectaris: »Nach einer gemeinsamen Umfrage von Spectaris und dem Innovationsnetzwerk OptecNet gingen im November 2020 61 Prozent der Unternehmen von einem schlechteren und 14 Prozent von einem gleichbleibenden Umsatzergebnis in 2020 im Vergleich zum Vorjahr aus. Ein Viertel der Hersteller rechnete mit einem Umsatzplus. Dabei waren, in Abhängigkeit von der Unternehmensgröße, dem Internationalisierungsgrad und den Absatzsegmenten, deutliche Unterschiede zu beobachten. 

Etliche Lösungen wichtiger Anwendungsfelder…

...der Photonik trugen und tragen maßgeblich zur Bekämpfung der Pandemie oder zur Impfstoffentwicklung bei. Sie bilden außerdem eine Schlüsseltechnologie für Gesellschaft und Industrie in der digitalen Kommunikation und liefern wichtige Impulse für den digitalen Wandel insgesamt, der durch die Corona-Krise nochmals massiv an Fahrt gewonnen hat. Dazu zählen Produkte von der Analysen-, Bio- und Labortechnik, bis zur Online-Datenspeicherung und der Kommunikationstechnik. Auch Videokonferenzen wären ohne die Photonik nicht möglich. Andere Anwendungsfelder wurden dagegen stark von den Folgen der Corona-Krise betroffen, etwa die Luftfahrt oder der Automotive-Bereich. Auch war insgesamt eine Investitionszurückhaltung auf Seiten der Industriekunden spüren.

Das führte für das Gesamtjahr 2020 nach ersten und noch vorläufigen Hochrechnungen zu einem Umsatzrückgang der Branche von 3,4 Prozent. Das Auslandsgeschäft verzeichnete ein Minus von 3,2 Prozent, das Inlandsgeschäft lag um vier Prozent unter dem Vorjahresniveau. 

Die Einschätzung der Unternehmen hat sich dabei im Verlauf des Jahres verbessert. Noch im Juni wurde ein Umsatzrückgang von zehn Prozent befürchtet. Auch der Auftragseingang, der im Zeitraum Januar bis Mai noch um zwölf Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreszeitraum lag, zeigte mit einem Rückgang von etwa sechs Prozent im Zeitraum Januar bis November eine leicht steigende Tendenz.

In Hinsicht auf mögliche dauerhafte Veränderungen…

...durch die Pandemie zeigt sich ein klarer Trend: Zwei Drittel der Unternehmen stufen die Anpassung der Arbeitsweisen im Betrieb als das wichtigste Thema ein, gefolgt von der Digitalisierung im Marketing, Vertrieb oder Service. Die digitale Kollaboration auf allen Ebenen wird in der Photonik zum New Normal, auch nach COVID-19. So werden etwa neue Arbeitsmodelle und eine beschleunigte Prozessdigitalisierung im Unternehmen sowie eine wachsende Akzeptanz von Videokonferenzen anstelle des Vertriebsaußendienstes erwartet. Auch über die Beteiligung an Messen wird, bedingt durch die Pandemie, intensiv diskutiert.
 
Die deutsche Photonik-Industrie scheint insgesamt…

...mit den Auswirkungen der Corona-Krise in 2020 besser zurechtgekommen zu sein als etliche andere Branchen. Auch hat die Pandemie zu einer Beschleunigung der Digitalisierung auf allen Ebenen geführt, wovon die Hersteller perspektivisch profitieren werden – in der eigenen Firma und auf den Absatzmärkten. Insbesondere für viele der kleineren Unternehmen ist das aber kein Grund zur Freude. Sie kämpfen ums Überleben und so überrascht es nicht, dass laut Umfrage mit einer zunehmenden Marktkonsolidierung zu deren Lasten gerechnet wird.« 


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