TSMC

Investitionen für 3-nm-Kapazität reduziert

4. August 2022, 10:16 Uhr | Heinz Arnold
Die Fab 16 von TSMC.
Die Fab 16 von TSMC.
© TSMC

Weil Intel die Massenproduktion der 3-nm-ICs weiter verzögert, wird TSMC die Investitionen in ihre 3-nm-Kapazitäten verringern. Der Ausblick für 2024 bleibt dennoch gut.

Intel will das tGPU-Chipset in Meteor Lake jetzt von TSMC fertigen lassen, wie Trendforce berichtet. Eigentlich sollte die Massenfertigung ursprünglich im zweiten Halbjahr 2022 aufgenommen werden, wurde aber wegen Design- und Verifikationsproblemen in das erste Halbjahr 2023 verschoben. Kürzlich wurde der Start der Massenproduktion auf Ende 2023 verlegt. Das bedeutet, dass praktisch die gesamte 3-nm- Kapazität, die für 2023 gebucht war, abgesagt werden musste. 

Die Analysten von Trendforce gehen davon aus, dass dies den ursprünglichen Expansionsplan von TSMC gehörig durcheinander bringt. Jetzt wird Apple ab der zweiten Hälfte 2022 mit den Chips der M-Serie und A17 Bionic für die erste Welle der 3-nm-Produktion sorgen. Deshalb habe TSMC die ursprünglich geplante Geschwindigkeit der 3-nm-Expansion reduziert, um zu verhindern, dass neu installiertes Equipment ungenutzt bleiben müsste – was sehr teuer käme. TSMC hätte die Hersteller von Maschinen bereits darüber informiert, ihre Ausbaupläne an die Situation anpassen zu wollen. Deshalb könnten die Investitionen von TSMC im nächsten Jahr unter denen von 2022 liegen. 

Doch für das Jahr 2024 sieht die Situation für TSMC trotz der signifikanten Reduzierungen der 3-nm-Aufträge von Intel für 2023 recht gut aus. Denn ab 2024 wollen Kunden von TSMC wie AMD, MediaTek und Qualcomm die Produktion ihrer 3-nm-ICs hochfahren. Apple will ab 2024 bereits neue iPhones auf den Markt bringen, die mit 3-nm-Chips ausgestattet sind. 

Trendforce geht davon aus, dass TSMC trotz der reduzierten Investitionen wegen der verzögerten Einführung der 3-nm-Chips von Intel seinen Umsatz auch 2023 wieder steigern kann – allerdings nicht mehr so schnell wie in den Jahre zuvor. Andererseits könne das aber weniger Abschreibungskosten in der frühen Phase der 3-nm-Produktion zur Folge haben. 

Insgesamt sehe der 3-nm-Ausblick für TSMC für das Jahr 2024 angesichts neuer Produkte von Kunden wie AMD, MediaTek und Qualcomm recht gut aus. Die 3-nm-ICs könnten dann kräftig zum Gesamtumsatz von TSMC beitragen. Der Entwicklungsstatus von Intels eigenem Intel-4-Prozess und die damit verbundene Outsourcig-Situation stellten einen wichtigen zusätzlichen potenziellen Wachstumstreiber für Intel dar. Denn wenn Intel diesen Prozess nicht wie vorgesehen in die Massenproduktion bringen kann, wäre das Unternehmen gezwungen, weiter bei TSMC fertigen zu lassen – was das Wachstum für TSMC 2024 weiter beschleunigen könnte. Läuft für Intel dagegen alles nach Plan, könnte das Unternehmen die 3-nm-ICs selber produzieren und die Aufträge für TSMC stornieren. 
 


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