Lärmbekämpfung Schall fotografieren und filmen

Akustische Kameras die den Lärm orten.
Akustische Kameras die den Lärm orten.

Um Lärm wirksam zu bekämpfen, muss man als erstes wissen, wo er genau entsteht. In der Praxis kann die Suche nach den Quellen schwierig werden. Eine »akustische Kamera« ermöglicht eine präzise räumliche Ortung.

Dass laute Geräusche am Arbeitsplatz die Produktivität senken, ist gesicherte Erkenntnis. Wenn allerdings eine ganze Werkhalle dröhnt, dann bringt es wenig, nur mit einem einzelnen Messmikrofon herumzugehen, um die Ursachen zu lokalisieren. Dennoch ist es möglich, allerdings mit sehr viel höherem Aufwand – indem man sehr viele Mikrofone verwendet. In der Praxis sind das meist einige zehn, in speziellen Fällen mehr als hundert, alle in wohldefinierten, genau bekannten Abständen positioniert. Deren Ausgangssignale werden mittels komplexer Algorithmen alle miteinander verrechnet, und zwar nicht nur die Amplituden, sondern vor allem auch die Phasenbeziehungen. Das Prinzip ist entfernt verwandt mit der Computer-Tomografie.

Eine solche „akustische Kamera“, entwickelt von der Firma gfai tech in Berlin-Adlershof (www.gfaitech.de), stellt Schallfelder auf dem PC-Bildschirm dar, ähnlich wie thermografische Bilder. Verschiedene Lautstärken erscheinen darin in verschiedenen Farben, etwa rot für sehr laut, grün für mittel und blau für leiser (Bild 1). Fest montiert an den Mikrofonhalterungen ist eine normale optische Kamera, die ein Bild von der Umgebung aufnimmt. Diesem wird das „Schall-Bild“ dann überlagert. So sind die „Hotspots“ leicht erkennbar, etwa stark vibrierende Maschinenteile, die einen überdurchschnittlich hohen Pegel abstrahlen. Von Teilen, die nur passiv reflektieren, sind sie klar unterscheidbar. Damit ist innerhalb kurzer Zeit ersichtlich, an welchen Stellen angesetzt werden muss, um den Lärm zu mindern.