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Chinas Foundries holen auf

Weltmarktanteil steigt auf 22 Prozent

14. Oktober 2020, 07:57 Uhr   |  Heinz Arnold

Weltmarktanteil steigt auf 22 Prozent
© IC Insights

Der Umsatzanteil der Pure-Play-Foundries weltweit in Prozent vom Gesamtmarkt in Höhe von 67,7 Mrd. Dollar 2020. Die Prozentzahlen in Klammern geben den Anteil im Jahr 2010 an.

2020 wird der Umsatz chinesischer Foundries laut IC Insights um 26 Prozent in die Höhe schnellen, der von SMIC sogar um 32 Prozent.

Schon im Jahr 2018 hatten chinesische Foundries dafür gesorgt, dass der Markt der Pure-Play-Foundries noch gewachsen war. 2019 bremste der Handelskrieg zwischen den USA und China das Wachstum, der Anteil des chinesischen Foundry-Markt kletterte aber dennoch um zwei Prozentpunkte auf 21 Prozent. Anfang dieses Jahres war die gesamte chinesische Wirtschaft von Shutdown betroffen, der Anteil am weltweiten Foundry-Markt aber wird laut IC Insights noch einmal leicht auf 22 Prozent steigen. Zum-Vergleich: Vor zehn Jahre hatte dieser Anteil noch bei 5 Prozent gelegen.

Interessant ist, das der Umsatz von SMIC, der größten Pure-Play-Foundry Chinas, im vergangenen Jahr noch um 7 Prozent eingebrochen war, in diesem Jahr allerdings um 32 Prozent in die Höhe springen werde, wie IC Insight prophezeit. 

Umsatz und Marktanteile der führenden Foundries in China von 2018 bis 2020 (Forecast).
© IC Insights

Umsatz und Marktanteile der führenden Foundries in China von 2018 bis 2020 (Forecast).

Vor allem der Bedarf der chinesischen Halbleiterhersteller ohne eigene Fab wie Huawei-Tochter HiSilicon haben den Bedarf nach Foundry-Services in China gesteigert. 2019 war der Umsatz der Pure-Play-Foundries in China um 10 Prozent auf 11,8 Mrd. Dollar gewachsen. Der weltweite Gesamtmarkt war dagegen vor einem Jahr um 1 Prozent gesunken. In diesem Jahr wird der Umsatz der chinesischen Foundries laut IC Insights sogar um 26 Prozent in die Höhe schnellen. Das läge um 7 Prozentpunkte über dem Zuwachs von 19 Prozent, den die Analysten für den weltweiten Foundry-Gesamtmarkt prognostizieren.

Auch Foundries mit Hauptsitz außerhalb von China profitierten von der gestiegenen Nachfrage in China. Am größten war der Zuwachs des Chinageschäfts 2019 für UMC, deren Umsatz in China um 19 Prozent nach oben sprang. Das lag vor allem an der Fab in Xiamen, China, die UMC 2016 eröffnete. Die Kapazität liegt gegenwärtig bei 18.700 Wafern (300 mm) pro Monat. Bis Mitte 2021 soll die Kapazität auf 25.000 Wafer pro Monat gesteigert werden.

TSMC konnte das Geschäft mit China seit 2018 ebenfalls enorm steigern. Einem Umsatzsprung um nicht weniger als 59 Prozent im Jahr 2018 folgte ein weiterer Anstieg um 17 Prozent im vergangenen Jahr. TSMC profitierte hier vor allem vom 7-nm-Prozess, mit dessen Hilfe das Unternehmen die Applikationsprozessoren für HiSilicon fertigt. Allerdings hat TSMC wegen des US-Banns gegen Huawei seit September 2020 die Lieferungen an HiSilicon eingestellt. Es bleibe laut IC Insihgts abzuwarten, ob TSMC diesen Verlust im vierten Quartal durch zusätzliche Aufträge von anderen fabless IC-Herstellern in China ausgleichen könne. Von 2016 auf 2019 hatte sich der Umsatzanteil von TSMC, der mit China erwirtschaftet wird, von 9 Prozent auf 20 Prozent erhöht. In diesem Jahr werde TSMC den Umsatz in China noch einmal um 30 Prozent steigern, schreiben die Analysten von IC Insights in ihrer neusten Marktstudie.

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