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Im zweiten Quartal 2020

Foundry-Umsatz steigt kräftig

12. Juni 2020, 09:02 Uhr   |  Heinz Arnold

Foundry-Umsatz steigt kräftig
© Trendforce

Die Rangfolge der zehn größten Foundries weltweit im zweiten Qaurtal 2020.

Im zweiten Quartal 2020 ist der Foundry-Umsatz gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal um 20 Prozent angestiegen.

Das liegt laut TrendForce daran, dass die zehn größten Foundries der Welt im ersten Quartal 2020 keine größeren Rückgänge der Anzahl der Waferstarts zu verzeichnen hatten und die Kunden im zweiten Quartal sogar noch mehr Aufträge platziert hätten, um den wachsenden Bedarf durch die Corona-Krise erfüllen zu können. Außerdem geht das aktuelle Wachstum von einem vergleichsweise geringen Umsatzniveau im zweiten Quartal 2019 aus. Insgesamt aber rechnet Terndforce damit, dass sich der Handelskrieg zwischen den USA und China in der zweiten Jahreshälfte negativ auf das Geschäft der Foundries auswirken könne.

TSMC werden im zweiten Quartal 2020 sogar ein Wachstum um 30 Prozent verzeichnen können, weil die Nachfrage nach ICs, die in älteren Prozesstechniken gefertigt werden, stabil blieb und sich die Nachfrage aus den Bereichen 5G und dem Hochleistungs-Computing sowie nach den Geräten für Heimarbeitsplätze sogar noch belebt hätten. Um die dafür erforderlichen Applikationsprozessoren, CPUs, und GPUs zu fertigen, werden die neusten Prozesstechnologien verwendet. Die Analysten gehen davon aus, dass die Sanktionen der USA sich für TSMC im Moment wenig auswirkten, weil Kunden wie AMD, MediaTek, Nvidia und Qualcomm die Aufträge bei TSMC bereits platziert hätten.

Die Nachfrage nach den 7-nm-Prozessen von Samsung halten die Analysten für stabil, weil sich die 5G-Smartphones mit den Applikationsprozessoren der 7-Serie von Qualcomm einer guten Nachfrage erfreuten. Samsung habe die EUV-Kapazitäten in der Fab in Hwaseong erhöht. Deshalb geht Trendforce davon aus, dass Samsung den Umsatz im zweiten Quartal um 15,7 Prozent steigern kann.

Dagegen sei Globalfondries von der rückläufigen Nachfrage aus dem Automobilsektor relativ stark betroffen, weshalb die Analysten dem Unternehmen ein relativ geringes Umsatzwachstum von 6,9 Prozent prognostizieren.

UMC wiederum profitiere von dem wachsenden Bedarf an Treiber-ICs und anderer Produkte, die wegen der Corona-Krise stärker nachgefragt werden. Deshalb werde es UMC auf einen Umsatzzuwachs von 23,9 Prozent m zweiten Quartal bringen.

Auch der Bedarf an den ICs, die SMIC auf ihren 12-Zoll-Wafern herstelle – NOR-Flash und eingebettete nichtflüchtige Speicher – sowie nach ICs, die das Unternehmen auf 8-Zoll-Wafern fertigt wie Power-Management-ICs, Fingerprint-Sensoren und MCUs sei weiter relativ hoch. Deshalb könne SMIC im zweiten Quartal um 19 Prozent wachsen. Die US-Sanktionen gegen Huawei könnten sich aber im weiteren Verlauf des Jahres auf die Auslastung von SMIC auswirken.

TowerJazz könne zwar von dem starken Bedarf nach HF-ICs und Silicon-Photonics-Produkten für die 5G-Infrastruktur und Datenzentren sowie nach CMOS-Bildsensoren profitieren, was aber durch den Rückgang im Consumer- und Automotive-Markt kompensiert werde, so dass TowerJazz den Umsatz im zweiten Quartal nur um 1,3 Prozent gegenüber 2019 steigern werde.  

Weil das zweite Quartal 2019 für PSMC (Powerchip Semiconductor Manufacturing Corp., Taiwan) relativ schwach ausgefallen war, im zweiten Quartal 2020 aber der Bedarf nach den CMOS-Bildsensoren für Überwachsungskameras vor allem aus China steige, trauen die Analysten der Foundry im zweiten Quartal dieses Jahres einen Umsatzsprung um 70 Prozent zu. VIS (Vanguard International Semiconductor, Taiwan) werde im zweiten Quartal wegen der steigenden Nachfrage nach Display-Treibern von den chinesischen Kunden sowie des Bedarfs nach Power-Management-ICs für Server und Datenzentren den Umsatz um 18,9 Prozent steigern.

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